„Die Jugend ist unsere Zukunft“ – mit diesen Worten wird oft die Bedeutung von Jugendarbeit in der Gemeinde unterstrichen. Ohne Jugendarbeit wäre eine Gemeinde irgendwann tot, weil ihr der Nachwuchs fehlte. – Doch Vorsicht mit solchen Überlegungen! Jugendarbeit darf keine Rekrutierung von Kindern und Jugendlichen für die Gemeinde sein, etwa im Blick darauf, wer sich wo einmal einbinden lässt. Entweder sind Kinder und Jugendliche um ihrer selbst willen erwünscht oder man lässt es gleich bleiben. Dieser Grundsatz gilt eigentlich für alles, was in der Gemeinde stattfindet. Es geht nicht darum, irgendeinen Betrieb aufrecht zu erhalten.
Natürlich möchten die, die in der Jugendarbeit aktiv, etwas an die Kinder und Jugendlichen weitergeben von dem, was sie im Herzen bewegt, was ihre Sehnsucht, ihre Hoffnung und ihr Glaube ist. Das kann aber nur in einen absichtslosen menschlichen Umgang eingebettet sein, der die jungen Menschen erst einmal so annimmt, wie sie sind. Glaube und Menschlichkeit hängen von ihrem Wesen her zusammen. Nur erlebte Freiräume werden echte Glaubensräume. In diesem Sinne ist alles, was in unserer Kinder- und Jugendarbeit geschieht, christlich, sei es die österliche Jugendwallfahrt "Emmausgang", ein Filmabend oder eine Ferienfreizeit...