Vorgeschichte: Im Sommer 2008 hatte Wolfgang Ewers (W.E.) ein besonderes Erlebnis während einer
Kirchenführung durch die Klosterkirche „St. Maria Himmelfahrt“ in Gräfrath. Nach ca.
einer Stunde sehr professioneller Erklärungen von Frau Dr. Spengler-Reffgen wurde einem klar,
welche Schätze und Kostbarkeiten im Laufe der Jahrhunderte dort gestiftet und gesammelt wurden.
Im Oktober 2008 feierte Pastor Jansen seinen 65. Geburtstag. Zu diesem Anlass wurde Pastor
Jansen von Papst Benedikt XVI. zum Prälaten des Vatikans ernannt. Für die verantwortlichen Menschen
von St. Joseph eigentlich viel zu früh, da dieses erst zum Priesterjubiläum 2009 geplant war.
Was nun? Herr Bohle und W.E. berieten und fragten unseren Hirten, was er sich denn so
wünsche?
Man hatte in einem früheren Gespräch (so nach 4 - 5 Kölsch) festgestellt, dass unsere 1987-88
sehr schön restaurierte Kirche über viele Elemente im neugotischen Stil, wie Malereien, Figuren,
Altäre, bis zur wunderschönen großen Monstranz verfügt, nicht aber über ein dazu passendes
Vortrage/Prozessionskreuz. Pastor Jansen wünschte sich nun zum Jubiläum ein Solches.
Also wurde W.E. von der zuständigen Kommission beauftragt, sich um ein neugotisches
Vortragekreuz zu kümmern!!!
Diese Stilrichtung gab es weder im Katalog noch in entsprechenden Fachgeschäften zu erwerben.
Die erste Erkundigung fand in Köln statt, in einem Geschäft für „Paramente und sakrale
Geräte“. Dort wurde W.E. sehr schnell mit den Tatsachen konfrontiert. Man wollte natürlich
diesen Wunsch notieren. Es könnte, wenn auch selten, schon einmal vorkommen, dass solche Exemplare
auf Antiquitäts-Auktionen o.ä. angeboten werden.
Bei einschlägigen Goldschmieden wurde eine Anfertigung grundsätzlich abgelehnt. Das
widerspricht der heutigen künstlerischen Freiheit.
Restaurieren ja, herstellen nein! Die Hoffnung wurde so schnell nicht aufgegeben.
W.E. fuhr nach Kevelaer zu einem ähnlichen Unternehmen. Auch hier notierte man die Wünsche.
Man werde sofort bei positiver Entwicklung Bescheid geben, das könnte allerdings auch Monate
dauern. Die Zeit wurde knapp, es war bereits Ende November. Auch die dortigen Goldschmiede lehnten
eine Fertigung ab. Modern ja, „alt nachgemacht“ nein! Welch ein künstlerischer
Frevel!!!
Zwischendurch fuhr W.E. auch zu einem Trödel- und Antiquitätenmarkt in der Nähe von Nimwegen
– auch hier ohne Erfolg.
Plötzlich kam die erfreuliche Nachricht aus Kevelaer. Herr Dr. Michel von der Firma
Stadelmeier hatte ein wunderschönes Kreuz aus der Zeit um 1880 (genau richtig) anzubieten. Er hatte
zum Angebot ein Foto beigelegt. Es sah sehr gut aus. Das Kreuz stammt aus einem Kloster in der Nähe
von Nimwegen. Es wurde aufwendig restauriert und hochwertig versilbert. Der Korpus ist in 20 Karat
vergoldet. Eine Kostbarkeit, die sehr gut in den Chorraum und zu der großen neugotischen Monstranz
passen würde. Herr Dr. Michel machte das Angebot, das Vortragekreuz noch im Dezember in unserer
Kirche zwecks Begutachtung vorzustellen. Die Kommission war sehr angetan, als das Kreuz im Chorraum
aufgestellt wurde. Pastor Jansen hatte bisher nur das erwähnte Foto gesehen und war davon schon
sehr begeistert.
In der Zwischenzeit wurde für das Geschenk fleißig gespendet. Es zeigte sich auch hier
wieder: Die Ohligser Josephskinder und – freunde leisten viel, wenn man sie entsprechend
aufruft. Schon Ende Januar 2009 war der erforderliche Betrag zum Kauf des Kreuzes erreicht.
Vielen Dank nochmals auf diesem Wege.
Am 15. Februar 2009 erstrahlte das Vortragekreuz bei der feierlich gestalteten Messe
anlässlich des 40-jährigen Priesterjubiläums von Pastor Jansen am Altar. Während der sich
anschließenden Feier im Pfarrsaal hatte die Gemeinde die Möglichkeit, das Kreuz aus der Nähe zu
betrachten.
Fazit: Wir in Ohligs werden und wollen die „Gräfrather“ nicht erreichen, aber eine
kleine Kostbarkeit, ein „Schätzchen“ - gibt es in St. Joseph nun auch.