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Es war früh am Morgen des
27.12.2005 um 4.00 Uhr. Die Dunkelheit hielt die Straßen unter ihrem Mantel
versteckt. Alles schlief, oder?? Nein, eine kleine Gruppe von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen
stand am Busbahnhof von Ohligs und schien auf etwas zu warten...auch ich war eine derjenigen, die
gespannt auf dieses ‚etwas’ warteten. Warum standen wir alle eigentlich dort und
froren?? Na ganz klar, wir wollten, wie sehr viele Chöre der ganzen Welt, zum Pueri Cantores
Treffen in Rom. Pueri Cantores ist ein weltweites Chortreffen, welches immer in verschiedenen
Ländern veranstaltet wird (wer sich vielleicht erinnert, 2004 fand es in Köln statt).
Dann endlich kam der Bus der uns mit einer 16 Stunden langen Fahrt nach Rom bringen sollte.
Wir verstauten unser Gepäck und stiegen ein. Im Bus war bereits der Chor aus Mettmann, der, obwohl
es so früh war, noch ziemlich lebendig wirkte.
Als wir losfuhren wurde uns sogar mit einem väterlichen weißen Taschentuch hinterher gewunken
was uns innerlich grinsen ließ.
Es ging also wirklich los!! Nach Rom!!
Trotz der Frühe wurde erst noch lange erzählt und gelacht, bevor dann fast alle schliefen. Es
kam dann auch mal vor, dass diejenigen, die noch wach waren, etwas lauter wurden. Unser Chorleiter
brachte dann nur den Spruch: „Ihr seid akustisch sehr dominant!!“ Ein Wunder geschah,
nach dieser Aussage war es viel leiser, was wahrscheinlich daran lag, dass die meisten erst mal
über diesen Spruch nachdenken mussten um ihn zu verstehen.
Auf der weiteren Fahrt vertrieben wir uns die Zeit mit Musik hören, Karten spielen, schlafen,
usw. . Als große Überraschung wurden dann auch schon mal Filme wie Harry Potter1, Otto- Der
Katastrophenfilm und Free Willy2 aufgelegt. Damit verging die Zeit doch relativ schnell.
Spät am Abend kamen wir in der Toskana im Hotel ‚Europa’, wo wir die Nacht
verbringen sollten, an. Von außen und von der Eingangshalle her dachten wir alle zuerst, dass wir
da in ein super Hotel gekommen wären, aber leider entpuppte sich dies in manchen Fällen als Irrtum.
Zum Beispiel war in manchen Zimmern die Heizung kaputt und dadurch bitterkalt, in anderen Zimmern
lief das Klo über, usw., was allerdings gar nicht so schlecht war, war das Essen: Nudeln mit
Tomatensauce und Parmesan. Nach dem Essen machten noch einige einen kleinen Spaziergang an der
Abend- bzw. Nachtluft. Danach gingen die meisten ins Bett.
28.12.2005
Am nächsten Morgen gab es ab 7.30 Uhr Frühstück. Zirka eine ¾ Stunde später
verluden wir noch unsere Sachen in die Busse und dann ging es wieder los.
Weiter nach Rom!! Allerdings legten wir noch einen Zwischenstopp in der kleinen Stadt Lucca
ein, wo wir 1½ Stunden Zeit hatten unter der strahlenden Sonne die Stadt zu besichtigen und uns
evt. Noch Verpflegung für die weitere Fahrt zu kaufen.
Nach einer wunderschönen Besichtigung, wo wir, z.B. den Dom St. Michele und das Amphitheater
bestaunten, mussten wir uns wieder auf den Weg machen.
Auf der weiteren Fahrt waren wir alle in bester Stimmung und lachten viel, z.B. wenn dann so
ein Spruch kam wie: „Zeige sich wer kann!!“ wo eigentlich gemeint war, dass jemand
bestimmtes sich zeigen solle.
Irgendwann kamen wir dann endlich in unserem Gästehaus in Rom an, aber keine Zeit für
relaxen, nur kurz Zimmer verteilen, Sachen umpacken, direkt wieder in den Bus und losfahren zur
Eröffnungszeremonie in der Audienzhalle direkt neben dem Petersdom, welche um 18.00 Uhr starten
sollte.
Nach ¾ Stunde Hinfahrt waren wir da, am Petersdom. Schon als wir nur hören konnten was in der
Audienzhalle los war überkam uns ein leichter Schauer und als wir dann auch noch sahen wie viel im
Inneren abging, war es genug. Wir waren total überwältigt von dem Anblick dieser Massen.
Die Eröffnung begann. Mit den ganzen anderen Chören zu singen war einfach fantastisch. Nach
ein wenig mehr als 1½ Stunden war die Zeremonie zu ende und wir machten uns auf den Weg zum Bus.
Auf der Rückfahrt zum Gästehaus waren wir alle gut drauf uns sangen verschiedene Lieder, die
wir entweder alleine sangen oder mit den Mettmännern zusammen oder die Mettmänner alleine sangen.
In unserem derzeitigen Zuhause angekommen erwartete uns ein üppiges Abendessen. Danach hatten
wir dann Zeit für uns.
29.12.2005
Am nächsten Morgen ging es direkt nach dem Frühstück zu einer Messe die extra
für uns Deutsche in Deutsch zelebriert wurde. Die Lateranbasilika, in der wir die Messe feierten,
war wunderschön und riesengroß.
Nach einer tollen Messfeier gingen wir uns noch den Taufraum der Kirche angucken, der ein
wenig abseits der Basilika lag. Auch dieser Raum war reich mit Gold verziert und geschmückt. Nach
dieser Besichtigung knurrte uns allen der Magen und wir begannen nach einem Ort Ausschau zu halten,
in dem wir alle Platz hatten.
Da das Wetter ziemlich nass und kalt war, waren wir froh als wir endlich ein Restaurant
fanden, wo wir unser Mittagessen zu uns nehmen konnten.
Nach diesem Mahl stand uns eine Besichtigung der Katakomben bevor, die wir nach einigen
‚Reiseproblemchen’ zitternd und durchnässt antreten konnten.
Als wir diese, sehr interessante, Führung beendet hatten fuhren wir zurück um uns mit unserem
Bus zu treffen, der uns zurück ins Hotel bringen sollte.
Dort angekommen wartete schon das warme Abendessen auf uns. Wir waren glücklich endlich um
Trockenen und Warmen zu sein.
Nach dem Essen gab es noch eine gemeinsame Probe zu bewältigen. Danach hatten wir es dann
geschafft und hatten nun ein wenig Freizeit.
30.12.2005
Am folgenden Morgen hatten wir eine Probe um 10.00 Uhr in der Audienzhalle. Bei
der Probe wurde uns erst mal klar wie viele Menschen da waren. Es war ein super Gefühl mit all den
Menschen gemeinsam singen zu können. Direkt nach der Probe, um 12.00, sollten wir dann endlich den
Papst sehen. Wir waren alle sehr aufgeregt und warteten gespannt auf den Moment wo wir Benedikt
XVI. sehen würden. Dann endlich kam er. Leider wurde diese Audienz nur in Französisch gehalten,
sodass wir sehr große Probleme hatten, zu verstehen was gesagt wurde. Es war schade, dass nicht
auch noch Englisch geredet wurde, aber es war leider nicht zu ändern.
Nach der Audienz zogen wir los um unsere freie Zeit, bis zum nächsten Termin, zu nutzen. Wir
machten uns auf den Weg zu der deutschen Santa Maria dell’ Anima, wo wir an diesem Abend in
der Messesingen und danach noch ein kleines Konzert geben sollten. Vorher war natürlich noch mal
eine Probe angesetzt.
Da wir noch viel Zeit hatten und uns der Magen knurrte aßen wir in einer Pizzeria, in der
Nähe der Kirche, zu Mittag. Immer noch genügend Zeit in der Tasche gingen wir erneut los und
wollten eigentlich noch etwas besichtigen, allerdings beschlossen wir dann, doch lieber auf dem
Weihnachtsmarkt, der auf einem großen Platz in der Nähe der Pizzeria aufgebaut war, noch ein wenig
herumzubummeln.
Dann war es doch Zeit für die Probe und wir stiefelten wieder gemeinsam los.
Zwischen der Probe und der Messe hatten wir eine Stunde Freizeit, in der wir netterweise in
einem Raum im Pfarrheim der Gemeinde aufhalten durften.
Bald ging es wieder los zur Kirche und die Messe begann. Für das Konzert, das wir nach der
Messe noch veranstalteten, bekamen wir einen großen Applaus und noch zwei Postkarten mit Bildern
der Kirche Santa Maria dell’ Anima.
Nachdem wir das Programm für diesen Abend beendet hatten gingen wir zum Bus zurück, der uns
ins Gästehaus zurückfuhr, wo wir uns hungrig auf das Abendessen stürzten. Wie immer nach dem
Abendessen, hatten wir wieder Zeit für uns.
31.12.2005
Nach dem Frühstück ging es wieder los. An diesem Tag stand als erstes eine ca.
3-stündige Führung durch Rom auf dem Plan, allerdings hatte unser Chor beschlossen sich
zwischendurch (an der Spanischen Treppe) von der Gruppe zu lösen und auf eigene Faust die Stadt zu
erkunden.
An Sehenswürdigkeiten bekamen wir, z.B. zu sehen: die Spanische Treppe, das Kolosseum, das
Forum Romanum, das Pantheon usw. . Bei diesem Ausflug bemerkten wir, wie groß Rom wirklich ist. All
diese Sehenswürdigkeiten waren einfach toll anzusehen und wirklich sehr interessant. An diesem Tag
stand sonst nichts auf dem Programm, also hatten wir nach einem leckeren Mittagessen noch viel Zeit
einfach nur zu bummeln und in verschiedene Läden zu gehen.
Am Abend fuhren wir wieder zum Gästehaus wo uns ein Abendessen erwartete.
Wir hatten danach natürlich wieder Freizeit. Da es der 31.12.2005 war, machten wir eine
kleine Fete.
Und dann war es soweit: „Frohes neues Jahr!!!“ Gläser klirrten, herzliche
Glückwünsche wurden einander zugerufen, Umarmungen und Handschläge verteilt. Das neue Jahr hatte
begonnen. Obwohl es regnete blieben wir noch einige Zeit draußen und feierten, dann wurde uns das
aber doch zu nass und wir feierten drinnen noch bis tief in die Nacht weiter.
01.01.2006
Am nächsten Morgen mussten wir schon um 5.00 Uhr aufstehen, da wir pünktlich zum
Abschlussgottesdienst mussten. Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen in den Bus, überprüften
noch einmal die Zimmer, ob wir auch nichts vergessen hatten und wieder ging es los.
Als wir im Petersdom ankamen waren wir einfach baff!!! Es waren so viele Menschen da, einfach
unglaublich. Die Messe war einfach fantastisch. So viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene die
zusammen sangen und feierten. Einfach genial.
Nach der Messe stiegen wir, ein wenig bedröppelt, in den Bus.
Es war vorbei. Adè Rom!!
Diese paar Tage die wir in Rom verbrachten waren wunderschön. Man hat eine neue
Stadt kennen gelernt und neue Freunde gefunden. Ich bin überglücklich bei Pueri Cantores mitgemacht
zu haben- auch wenn manchmal etwas schief ging oder nicht so lief wie es sollte, war es ein
unbeschreibliches Erlebnis.
Ich möchte mich noch bei unserem Chorleiter Marcus Steven herzlichst bedanken, denn ohne ihn
wären die Tage in Rom nicht so toll gewesen wie sie waren.
VIELEN DANK!!!
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