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Wir saßen nicht alle in einem Boot...                                                      WIR 2/2008  

...sondern in 7 verschiedenen Kanus und paddelten am 16. August die Lahn abwärts. Ebenso viele Familien aus unserem Familienkreis mit insgesamt 13 Erwachsenen und 15 Kindern waren an diesem wunderschönen Spätsommer-Wochenende in Bad Ems an der Lahn unterwegs. Wir hatten ein gemeinsames Wochenende in der Jugendherberge organisiert.

Bei einem ersten Spaziergang nach der Ankunft am Freitagabend besuchten wir die Ufer- und Parkanlagen des ehemaligen Kaiserbades, die sich entlang der Lahn durch die Stadt ziehen. Postkartenreif begleitet wurden wir von einem riesigen, orangegelben Vollmond der hinter den vergoldeten Zwiebeltürmen der russisch-orthodoxen Kirche von Bad Ems erschien. Obwohl es dann schon schnell dunkel wurde, machten die Kinder munter mit und schafften auch noch den steilen Rückweg zur Jugendherberge.

Am Samstag ging es dann zur Paddeltour. Nach der Anreise mit der Bahn nach Obernhof erhielten wir die offenen Canadier, Schwimmwesten und eine Einweisung. Dann ging es los und alle kletterten in  ihre Boote. Das Wetter war warm und sonnig, und es waren viele Boote unterwegs. Auch die Ungeübten unter uns fanden bald ihren „Rhythmus“. Auf dem etwa 11 km langen Weg von Obernhof nach Dausenau sind zwei Schleusen zu überwinden. Vor der ersten Schleuse mußten wir leider längere Zeit mit vielen anderen Paddlern warten, weil der Schleusenwärter gerade Mittagspause machte. Unsere eigene  Mittagspause machten wir dann ein Stück flussabwärts am Bootsanleger von Nassau. Ganz zufällig gab es dort neben den Lunchpaketen der Jugendherberge auch einen Kiosk mit Eis und kühlen Getränken. Strahlender Sonnenschein, schöne Ausblicke und naturnahe Flussstrecken oder unsere gutgelaunt lärmenden Kinder trugen dazu bei, dass es ein richtig schönes Erlebnis wurde.   Am Ende der Tour war keiner richtig nass geworden und so gingen einige Kinder und Erwachsene  zum Abschluss noch in der Lahn schwimmen, obwohl das Wasser nicht wirklich warm war. Abends konnten wir uns dann am Grill der Jugendherberge wieder stärken.

Obwohl die Kinder spät in ihren Betten waren, machten wir uns am Sonntagvormittag nach unserer Morgenandacht wieder zu Fuß auf den Weg und wanderten auf den Spuren der alten Römer. Unweit der Jugendherberge verläuft der Limes. Die zum Unesco-Welterbe ernannte römische Grenzbefestigung ist hier im Wald noch als Wall und Graben erkennbar und Teile wie Palisaden oder Wachtposten sind rekonstruiert worden. Ob mit oder ohne Römer – die Kinder hatten ihren Spaß im Wald und alle hatten wieder Appetit auf’s Mittagessen. Zum Abschied gab es noch ein Schlückchen salziges Emser Mineralwasser. Danach ging es leider schon wieder nach Hause. Aber wir haben uns vorgenommen, im nächsten Jahr unbedingt wieder so ein Familien-Wochenende einzuplanen.


Irene Schmitz
 
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