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05.10.2008 – Pastor Jansen wird 65                                                      WIR 2/2008  

a, e, i, o, u - Feiern ohne Unterlass

Unser Chor gibt sein Allerbestes in dieser Messe von Charles Gounod*. „Nun jauchzt dem Herren, alle Welt“ schallt es eingangs von der Empore ins Kirchenschiff. Das Gotteshaus ist mehr als gut besucht, wie eben sonst nur an hohen Feiertagen. Aber heute ist ja auch ein solcher. Pastor Jansen hat sein 65stes Lebensjahr vollendet. Wer möchte ihm da nicht gratulieren?

Mit Pastor Jansen feiern an diesem Ehrentag Pater Mathieu Pouls, Pater Louis Bongers und Diakon Jürgen Wies aus Hilden die Eucharistie. Pastor Jansen erinnert an seinen ersten Gottes-dienst in St. Joseph, der vor genau 28 Jahren stattfand. Er dankt Gott für seinen bisherigen weitestgehend unbeschwerten Lebensweg, bei dem die Gemeinde - wie es Kardinal Meisner gern auszudrücken pflegt – ihm Helfer in der Danksagung sein möge. Beim volltönenden „Gloria in excelsis Deo“ des Kirchenchores singt er versonnen mit. Wenig später überbringt er der Gemeinde – auch bezugnehmend auf die Bankenkrise - die Worte des hl. Paulus an die Philipper: „Freut euch im Herrn, sorgt euch um nichts! Der Herr ist nahe!“ Es besteht kein Grund zur Panik, denn durch die Taufe ist uns das ewige Leben sicher. Die Kraft im Glauben soll uns allen helfen, an der Zukunft nicht zu verzweifeln. Denn wer den Herrn in seiner Nähe weiß, kann auch in dunkler Nacht seinen Weg gehen. Das ist die Botschaft unseres Pastors an diesem denk-würdigen Tage.

Launige Wort an die Gemeinde gibt es am Ende des Gottesdienstes: So lange der Kopf nicht unter dem Arm sei, hieße es ‚weiter arbeiten’. Pastor Jansen ist dankbar für die Vergangenheit und freut sich auf den Weg in die Zukunft mit der Pfarrgemeinde Ohligs und dem Pfarrverband Solingen-West. Kardinal Frings habe einmal gesagt: ‚a, e, i, o, u = alte Esel jubilieren oft und ohne Unterlass’. Da es mal wieder einen Anlass zum Jubilieren gäbe, solle es gleich im Pfarrheim weiter gehen.  Pastor Jansen lädt herzlich ein.

Mit dem ‚Rüstzeug’ aus ‚Maria breit den Mantel aus, mach Schirm und Schild für uns daraus’ eilt die Gemeinde dann auch an diesem äußerst feuchten Herbstabend ins wohlig warme Pfarrheim. Ein, zwei Schwätzchen zu viel und schon sind wie so oft alle Plätze belegt. Wer den Pastor ent-deckt, reiht sich gleich in die Reihe der zahlreichen Gratulanten ein.
Kirchenvorstand Ulrich Bohle ehrt unseren Jubilar mit einer kurzweiligen Rede. Das mit den alten Eseln hätte er sich nun doch nicht getraut zu sagen, räumt er ein. Aber es ginge ja insbesondere um die Vollendung bei unserem Herrn Pastor, wobei noch lange nichts vollendet sei. Wo winkt der Ruhestand, die Altersteilzeit? Alles in weiter Ferne. Alles jedoch gar kein Problem, Pastor Jansen habe die besten Vorbilder. Kardinal Meisner sei bald 75, Papst Benedikt gar 81, der Staat schreibe 67 als Ruhestandsbeginn vor. Und übrigens heißt es nicht  ganz richtig bei Udo Jürgens:

Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an,
mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran,
mit 66 Jahren, da kommt man erst in Schuss,
mit 66 ist noch lang noch nicht Schluss.

Zumal der Pastor nun auch ins Visier von Rom gelangt sei.  Rom blicke quasi nach Solingen. Was kein Wunder sei. Erinnert sich Ulrich Bohle doch an eine schriftliche Aussage eines Klassenkameraden: Rom sei mit Solingen zu vergleichen. Solingen sei auch auf 7 Hügeln erbaut. Der Klassenlehrer hielt dies seinerzeit für einen gewagten Vergleich, aber heute? Durch Pastor Jansen ist Solingen in Rom sichtbar geworden, insbesondere durch dessen neue Würde, die des Ehrenprälaten (Prälat seiner Heiligkeit) .

Den Stein ins Rollen brachte Wolfgang Ewers. Das 40jährige Priester-Jubiläum nahe, eine ge-bührende Anerkennung der Verdienste Pastor Jansens sei fällig. Weihbischof Manfred Melzer,  Caritasvorsitzendem Dr. Christoph Humburg, Dekanatsratsvorsitzende Dr. Ulrike Spengler-Reff-gen, Ober-Bürgermeister Franz Haug, Kirchenvorstand Ulrich Bohle, Pfarrgemeinderatsvor-sitzender Klaus Gladbach – um nur Einige zu nennen und quasi ‚alles, was Rang und Namen hat  – fällt es nicht schwer, Gründe für eine Ehrung zu nennen. Die Dokumente werden nach Köln übermittelt, von dort weiter nach Rom. Man solle nicht ungeduldig sein, teilt Weihbischof Manfred Melzer mit‚ Rom würde zu gegebener Zeit entscheiden.  Zur Sicherheit seien die gesammelten Werke per Einschreiben versandt worden. Strenges Stillschweigen sei oberstes Gebot.

Von da an schweigen die Solinger Eingeweihten voller Spannung, das im kommenden Jahr nahende Jubiläum im Blick.  Aber was geschieht? Rom entscheidet schnell, viel zu schnell. Be-reits Ende Juni 2008 erfolgt die schriftliche Ernennung zum Ehrenprälaten. Zu dieser ange-messenen Ehre und zum Geburtstag gratuliert Ulrich Bohle erneut herzlich. Bei der Vielzahl seiner Ämter und Ehrenämter wünscht er Pastor Jansen abschließend die rechte Balance zwischen Würde und Bürde und für die Zukunft viel Kraft.

Wolfgang Ewers stimmt an: Hä is ene Kölsche Jung, watt willste maache. He is ene Kölsche Jung und deit jän laache. He is auch söns nit schläch, wor immer brav. Si Levlings-Wötche is: ‚Kölle Alaaf’. Das ist fast ein Heimspiel für die Gratulanten. Wenig später erklingt im Canon: ‚Viel Glück und viel Segen’.

Pastor Jansen kommt auch zu Wort. Er erinnert an den 05.10.1980, als er die ‚Schafe’ von Pastor Schäfer übernahm, wie dieser es nannte. Nun würden aus den Schafen ‚Jänse’ von Pastor Jansen. Leider nehme die Anzahl der ‚Jänse’ ab, aber irgendwie auch nicht. Die Herden insgesamt werden größer, man denke an den Pfarrverband, Ja, vor 28 Jahren, da habe er durchaus mit Jeremia sagen können ‚Oh Herr, ich kann nicht reden, ich bin so jung’. In den ersten Wochen fühlte sich unser Pastor seinerzeit eher unwohl in Ohligs. Gerne hätte er es wahr gemacht, was er nun mit der Gemeinde aus vollem Herzen singt: ‚Isch möch ze Foß noh Kölle jonn. Erst als er 1981 Religionsunterricht in der Grundschule geben konnte und die Kinderarbeit viel Raum in seinem Leben einnahm, fühlte er sich richtig wohl und ist nun seit Langem in Ohligs heimisch. Die Ernennung zum Ehrenprälaten habe er nahezu nicht mitbekommen. Weihbischof Rainer Woelki habe ihn am 25. September am Ende der Messe bei der Domwallfahrt neben sich an den Altar beordert und ihm die Ehrung mitgeteilt. Überrascht und aufgeregt sei er gewesen.

Nun sei er im ‚Klub der alten Säcke’ mit lebenslanger Mitgliedschaft. Da komme er nicht mehr heraus. Pastor Jansen dankt zum Abschluss dem Herrgott, dass dieser ihn vor allzu großen Schwierigkeiten in der  Vergangenheit bewahrt hat. Wenn er stets so weiter arbeiten könne wie bisher, wenn er das Gefühl habe, dass die Menschen ihn brauchen, sei seine Aufgabe als Priester die schönste der Welt.

Der offizielle Teil ist nach diesen Worten beendet. Pastor Jansen darf weiter Hände schütteln. Die Gratulanten wenden sich gerne dem reichhaltigen Buffet zu . Ach ja, einmal müssen WIR Pastor Jansen noch unterbrechen. Das Riesen-Kirschkuchenherz muss angeschnitten worden, der jüngste Spross der Verfasserin kann es nicht länger erwarten.

WIR danken Pastor Jansen für dieses rundum stimmige Fest und wünschen ihm an dieser Stelle noch einmal Glück, Gesundheit und Gottes Segen für die Zukunft.

                                Erika Lachmann-Sturr


P.S.
Ein Dank geht an die zahlreichen Helferinnen und Helfer, die dieses gelungene Fest  erst  möglich gemacht haben. Besonders erwähnen möchten WIR an dieser Stelle Peter Schmitz (7 Jahre), der sich mit fleißiger Getränkeverteilung um das Wohl der Gäste verdient gemacht hat. Für das Fotoalbum von St. Joseph gesorgt hat in vorbildlicher Weise: Christiane Kohl.

Frauenpower am Altar
Am Weihrauchfass und -schiffchen versuchten sich am 05.10.2008 ungewöhnlich erfolgreich Lisa und Marie Güthues. Ein absolutes Novum. Die Herren Hock und Quadflieg wären vor Neid erblasst. Die letzte hart verteidigte Domäne der Ministranten ist ab sofort durch die Ministrantinnen erobert!
 
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