ERZBISTUM KÖLN  DOMRADIO     
Engel gibt es immer wieder                                                        WIR 2/2007   


Samstagmittag, 20.10.07, die Geburtstagsfeier einer der Töchter steht an. Sie wird 16, da ist noch einiges  zu tun. Schnell durchquere ich einen Supermarkt, meine Gedanken sind bei der abendlichen Feier. Die gekaufte Ware stecke ich in einen Beutel. Tief unten in diesem steckt der Autoschlüssel. Kein Problem, die Ware (?) wird auf das Fahrzeug gelegt, der Schlüssel herausgenommen und schon bin ich auf dem Weg zu meiner nächsten Besorgung. So weit soll es jedoch nicht mehr kommen. Vor dem nächsten Geschäft ereilt mich ein Riesenschreck: Das Portemonnaie ist weg! Mit ihm relativ viel Bargeld, Scheckkarten, Führerschein, Ausweis, KFZ Papiere, Krankenversichertenkarten der Kinder und meiner selbst und, und, und, und ... Verzweiflung macht sich breit. Wo war das gute Stück zuletzt in meiner Nähe? Zurück zum Supermarkt, zum Verkaufsleiter, zu den Kassen. Nichts, nirgendwo ward es gesehen. Ich durchsuche die Papierkörbe. Nichts! Ich schaue unter die parkenden Autos, in die leeren Einkaufswagen. Nichts! Ich fahre den Weg mehrere Male ab. Zwischendurch richte ich schnell einige Worte an den heiligen Antonius. Der hilft immer, hat meine Mutter stets gesagt. Auch meine Schutzengel sind durchaus tüchtig, so ist auf jeden Fall mein Eindruck. Aber wieder nichts! Ich kann es kaum glauben. Mein Gottvertrauen hat schon oft in den verschiedensten Lebenslagen geholfen, aber heute? Betrübt mache ich mich auf den Heimweg, bereits überlegend, was nun alles zu tun ist. Zu Hause angekommen empfängt mich meine Tochter, freudestrahlend mit dem Portemonnaie in der Hand. Ein Mann in einem Transporter sei vorbeigekommen, die Geldbörse sei ihm direkt vor das Fahrzeug geflogen. Sie solle schnell versuchen mich zu erreichen, damit ich mir nicht so viel Sorgen mache…

Wenn das kein Engel war, wer dann????

Gern hätt ich dem ‚Engel’ gedankt, der mir nun doch noch zu einem glücklichen ungetrübten Wochenende verholfen hat, jedoch er war schon verschwunden.

                                    Erika Lachmann-Sturr
 

 

 
 
 
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