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 Hochzeitsjubiläun am 12. Mai 2007                                      WIR 2/2007   
Valentinstag?           Im Mai?

Am 12. Mai mag mancher beim Blick auf festlich gedeckte Tische im Pfarrsaal gestaunt haben: weiße Tischdecken, liebevolle Blumenarrangements, gestreute Rosenblüten, Kerzen… Nicht auf dem Kalender, dennoch ein „Valentinstag“: denn es war das Fest für Hochzeitsjubilare.
31 Paare aus Remscheid, Solingen und Wuppertal waren der Einladung von Pastor Jansen, Pastoral-referenten Dr. Kleine und Herrn Kerkhoff vom katholischen Bildungswerk (u.a.) gefolgt, ihr Ehejubiläum in einem besonderen Rahmen zu feiern: das zehnte, das 25., gar das 55.; auch drei Goldehepaare waren dabei. Jedes Paar hatte ein Hochzeitsfoto mitgebracht, was für Schmunzeln, aber auch Rührung sorgte.
Nach gemütlichem Kaffeetrinken ging es in die Kirche, wo die Jubilare einen Festgottesdienst mit Herrn Weihbischof Melzer und Herrn Pastor Jansen feierten. Nach seiner lebhaften Predigt über Liebe und Liebeszeichen segnete Weihbischof Melzer die Jubilare einzeln.
Anschließend trafen sich alle wieder im Pfarrsaal für einen kleinen Imbiss und ein Theaterstück „Ein Stück Himmel“, eine von zwei Schauspielern des „Theaters Fayoun“ gespielte Geschichte über das Suchen, das Verlieren und das Wiederfinden der Liebe.

Dieser schöne Abend war für uns Anlass eines Gespräches mit einem der Organisatoren, Herrn Dr. Kleine. Wir fragten ihn, unter anderen, wie es zu dieser Feier kam.

Dr. Werner Kleine hat zahlreiche Aufgabegebiete:

- Er ist Referent für Citypastoral im Dekanat Wuppertal.
Dort hat er eine rein „missionarische“ Arbeit, meistens in der City von Wuppertal, manchmal auch in Elberfeld, Solingen oder Remscheid. Dabei versucht Herr Dr. Kleine speziell mit Leuten, die den Weg zur Kirche verloren haben oder ihn gar nicht kennen, ins Gespräch zu kommen: auf offener Strasse (z. B. in der Adventszeit in der Fußgängerzone, in einem Zelt mit Weihrauchausstellung), auf dem Markt, im Kino… Es kann Gespräche mit Passanten sein, eine Motorradsegnung - wie zuletzt im April-, oder die Segnung von Fahrzeugen und  Fahrern auf dem Laurentiusplatz vor den Sommerferien.  

- Herr Dr. Kleine ist geistlicher Berater bei dem Sozialdienst katholischer Frauen Wuppertal (Frauen- und Fachverband der Sozialen Arbeit in der Kirche) und Notfallseelsorger.

- Er ist tätig in der Ausbildung und Fortbildung von Pastoralreferenten.

- Seit dem 01.04.2006 ist er auch Pastoralreferent für Ehe und Familie für die Stadtdekanate Wuppertal, Solingen und Remscheid. Nach der Umstrukturierung im Generalvikariat ist Anfang 2006 ein eigenes Referat für diesen Bereich entstanden, der Kardinal Meisner besonders am Herzen liegt.
Unter anderen kümmert sich Herr Dr. Kleine dabei um die Ehevorbereitung in den drei Städten. Als das Jahr 2007 als „das Jahr der Ehe und der Familie“ von Kardinal Meisner deklariert wurde, reagierte Herr Pastor Jansen besonders schnell und schlug vor, gemeinsam ein entsprechendes Programm auf die Beine zu bringen. So wurde Solingen der Schwerpunkt dieses besonderen Jahres für die Gegend. Ein Arbeitskreis wurde gebildet. Angeboten wurden vor allem drei Gottesdienste, deren Thematik die Entwicklung einer Liebesbeziehung wiederspiegeln sollte:
    * der Anfang, mit einer „Segensfeier für Liebende“ im März in St. Clemens
    * die Höhepunkte, mit dem Gottesdienst für Hochzeitsjubilare im Mai in St.-Joseph. Einen solchen Gottesdienst feiert Kardinal Meisner übrigens alle vier Jahre für das Kölner Dekanat; dies ist bereits zweimal geschehen und brachte jeweils ca. 50 Paare zusammen; im Vergleich war die Feier in Ohligs (man hatte mit ca. 10  Paaren gerechnet, es kamen 31!) ein richtiger Erfolg!
    * das Ende der Beziehung, sei es durch den Tod des Partners, sei es durch Trennung/ Scheidung, mit einer Segensfeier für „Menschen, die einen Partner verloren haben“ im November in St.-Suitbertus.

Herr Dr. Kleine betont, wie wichtig es ist, gerade Menschen anzusprechen, die sich in Krisensituationen befinden. Viele Leute haben dann Schwierigkeiten sich auszusprechen, bzw. ein offenes Ohr zu finden.
Bei  solchen Segensfeiern (Wortgottesdienst mit Predigt) soll jeder eine Möglichkeit finden können, seine Trauer „rituell“ zu begehen. Die Anonymität bleibt gewahrt. Kerzen, und/oder Weihrauch steigen zum Himmel und bringen Gebete und Gedanken zu Gott, ein Labyrinth bietet diverse Stationen, die zum Nachdenken anregen, es gibt auch das Angebot eines offenen Ohres für ein persönliches Gespräch; die Gesprächspartner sind dann in der Regel Leute von der Caritas für Ehe- und Lebensberatung; es gibt auch eine Trauerbegleitung, sogen. „Trauerkreise“.
In Wuppertal finden Gottesdienste für Menschen in Krisensituationen zweimal im Jahr statt; manchmal kommen nur fünf  Besucher dorthin, manchmal sind es zwanzig. Allerdings eignet sich nicht jede Kirche für ein solches Angebot, das Gebäude sollte „Ecken“ bieten, die die Gestaltung von Stationen und ein Gefühl der Geborgenheit ermöglichen.

Eine andere Form von Gottesdienst, die Herr Dr. Kleine gerne mitorganisiert, ist die Feier einer Vigil. Vigil (von lateinisch vigilare: wachen), ist ein Teil des monastischen Stundengebets. Neben dieser liturgischen Form des Nachtgebets gibt es auch nicht-liturgische Nachtwachen vor bedeutenden Anlässen (z.B. die Osternacht). Zur Tradition ist die Nachtwache unter freiem Himmel zum Abschluss der katholischen Weltjugendtage geworden, bei der Jugendliche Nachtwache halten, um sich auf den Höhepunkt (die Abschlussmesse) vorzubereiten. Seit der ergreifenden Vigilfeier mit Papst Benedikt XVI. auf dem Marienfeld im August 2005 zum Beispiel werden die in Wuppertal angebotenen Vigilfeiern wieder gerne besucht (zwischen 10 und 80 Menschen). Musik und gesungene Psalmen wirken sowohl auf regelmäßige Kirchgänger als auch auf Menschen, die der Kirche fern stehen, und verbinden alle miteinander.

Herr Dr. Kleine macht auch Anregungen und hilft bei der Planung von Sonder-Gottesdiensten (Mariä Lichtmesse, Trauermette am Karfreitag, Pfingsten, Erzengelfest, Verkündigung des Herrn…) Auch da spielt Musik eine große Rolle.

Herr Dr. Kleine hat noch viel mehr Ideen für eine lebendige Kirche.
Zum Beispiel eine kostenlose katholische Zeitung für Wuppertal, die zur Mitnahme z. B. in  Wartezimmern von Arztpraxen liegen würde.

Oder das Wiederbeleben vom Angelus. Das Angelus (Der Engel des Herrn) ist ein Gebet, das morgens, mittags um 12:00 Uhr und abends (je nach Gegend) gebetet wird/wurde. Der Papst betet es jeden Sonntag um 12:00 Uhr vom Fenster seiner Wohnung aus.
Als Gebetseinladung erfolgt in der Regel das wenige Minuten andauernde Angelusläuten.  Das Gebet beinhaltet die Betrachtung der Menschwerdung des Gottessohnes in der Zeit, vorbereitet durch den Verkündigungs-Dialog zwischen dem Erzengel Gabriel und Maria. Nach jedem der drei Betrachtungsworte wird ein Ave Maria gebetet. Den Schluss bildet die Oration, das Gebet.
Herr Dr. Kleine stellt sich vor, dass alle Glocken in Remscheid, Solingen und Wuppertal  wieder jeden Tag um 12 Uhr  das Angelus läuten, um in diesem Moment die Katholiken für ein paar Minuten in einem gemeinsamen Gebet zu vereinen.


Bei so vielen Aufgaben und immer neuen Ideen ist die Zeit von Herrn Dr. Kleine knapp bemessen. Es wird bereits Zeit, das interessante Gespräch zu beenden, denn der nächste Termin steht schon an.
Als Abschluss gibt es noch den Text des Angelus.

Und für diejenigen, die ebenfalls ihr Ehejubiläum in einem besonderen Rahmen feiern möchten: Solche Gottesdienste, wie der im Mai in St.-Joseph, sollen von nun an regelmäßig angeboten werden.

O. Canévet-Schlömer


Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft, und sie empfing vom Heiligen Geist.
Gegrüßet seist du, Maria…

Maria sprach: Siehe, ich bin  die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort.             Gegrüßet seist du, Maria....

Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt  
Gegrüßet seist du, Maria...

Bitte für uns, heilige Gottesgebärerin, auf dass wir würdig werden der Verheißungen Christi.
Lasset uns beten.
Allmächtiger Gott, gieße Deine Gnade in unsere Herzen ein.
Durch die Botschaft des Engels haben wir die Menschwerdung Christi, Deines Sohnes, erkannt. Lass uns durch Sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung gelangen.       Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn.  Amen.

 

 
 
 
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