auf neuen Wegen in die Zukunft
Nach Beratung in allen wichtigen Gremien des Erzbistums hat unser Erzbischof den äußeren Rahmen für die Gemeindepastoral festgelegt:
- das Erzbistum wird in 180 Seelsorgebereiche aufgeteilt
- die Gemeinden - in Solingen sind es 12, jeweils 4 in 3 Seelsorgebereichen – können selbst entscheiden, ob sie mit ihren Nachbargemeinden im Seelsorgebereich eine „Pfarreiengemeinschaft“ bilden oder zu einer Einheit fusionieren. Bei Fusion lösen sich die einzelnen Pfarreien auf und gründen eine, neue, große, gemeinsame Pfarrei. Bei Wahl der Pfarreiengemeinschaft bleiben die einzelnen Pfarreien bestehen, gehen aber eine enge Kooperation miteinander ein.
- in beiden Fällen ernennt der Erzbischof ab 2009 für jeden Seelsorgebereiche einen leitenden Pfarrer, der mit einem Seelsorgeteam - in der Regel ein weiterer Priester als Vikar/Kaplan, ein Diakon und zwei LaienSeelsorgerInnen - die Pasto-ral im Seelsorgebereich verantwortlich leitet.
- jeder Seelsorgebereich wählt im Frühjahr 2009 einen, neuen, gemeinsamen Pfarrgemeinderat.
- bilden die Gemeinden eine Pfarreiengemeinschaft, dann übertragen sie ihre Ein-richtungen (z.B. Kindergärten) und die dort tätigen Angestellten an einen „Kirchengemeindeverband“, der die Verwaltung übernimmt. Die örtlichen Kirchenvorstände bleiben bestehen, ihre Aufgaben sind dann aber reduziert.
Diese organisatorische Neuordnung steht unter dem verheißungsvollen Motto
„Wandel gestalten - Glauben entfalten“
Dabei möchte der Erzbischof, dass die Seelsorgebereiche ein gemeinsames Pastoral-Konzept erarbeiten, das die Schwerpunkte der Seelsorge zeitgemäß und zukunftweisend zum Heil der Menschen entwickelt und entfaltet. Das bedeutet, auch neue Wege zu gehen und manches Alte, Vertraute, Liebgewonnene und Gewohnte zugunsten Zukunftsverheißendem loszulassen und aufzugeben.
„Neuen Wein füllt man nicht in alte Schläuche. Sonst reißen die Schläuche, der Wein läuft aus, und die Schläuche sind unbrauchbar. Neuen Wein füllt man in neue Schläuche, dann bleiben beide erhalten“
Das ist keine modische Erkenntnis progressiver Christen heute, sondern ein Wort Christi, des Herrn der Kirche ( nachzulesen im Matthäus-Evangelium Kap. 9 Vers 17 ).
Schwerpunkte der künftigen, gemeinsamen Seelsorge sind :
Die Sorge um eine lebendige Feier der Liturgie
solide Glaubensverkündigung - missionarische Ausstrahlung
Engagement für Jugend und Familie - caritatives Handeln
Wenn wir uns als Christen und Gemeinden nicht voreinander verschließen und ab-schotten, sondern die Zeichen der Zeit erkennend gemeinsam aufbrechen und neue Wege gehen - die Zukunft ist für gläubige Christen ja nicht finster, da Christus, Haupt und Herr seines Volkes, der Kirche, mit uns geht und uns den Weg weist –
und unsere Gnadengaben entdecken, aktivieren und zusammentun, wird es uns – erleuchtet durch den Hl. Geist – mit der Gnade Gottes gelingen, die Kunde von Gott und den Glauben an Christus in unserem Erzbistum und damit auch bei uns in So-lingen zum Heil der Menschen wach und lebendig zu halten.
Dazu ist aber das verantwortliche Mittun aller Getaufter notwendig: der Priester, Diakone und Laien-SeelsorgerInnen, aber ebenso unverzichtbar auch aller Laien, der gewählten Mandatsträger in den Pfarrgemeinderäten und Kirchenvorständen, aber auch der vielen anderen, auf vielen Feldern der Seelsorge ehrenamtlich Tätigen jeden Alters. Jede/r ChristIn hat in Taufe und Firmung von Gott Charismen, Talente für den eigenen Glauben und ein Leben aus dem Glauben empfangen, aber auch zur Stärkung des Glaubens der Schwestern und Brüder und um allen Mit-menschen die Botschaft vom Heil und Leben in Wort und Tat zu bezeugen. Gibt es eine schönere und größere Aufgabe, als „Mitarbeiter und Partner Gottes“ sein zu dürfen, zugunsten der Menschen und der Welt in seinem Dienst zu stehen? Wie froh und glücklich können wir in unseren Gemeinden doch sein, dass es in der Ver-gangenheit Ungezählte waren, die das Licht ihres Glaubens haben leuchten lassen und andere damit angesteckt haben. Möge das auch in Zukunft so sein!
Neben der Seelsorge in den Seelsorgebereichen gibt es aber auch noch die immer bedeutsamer werdende sog. „Kategorial-Seelsorge“ in Form von z.B. Krankenhaus- Schul- und Hochschulseelsorge, Jugend-, Familien-, Alten- und Behindertenseelsor-ge, aber auch in der City-Pastoral, in den Bildungswerken und -häusern, in den Cari-tasverbänden und den vielen, vielen anderen kath. Organisationen und Verbänden. Durch sie werden viele Menschen angesprochen, die über die sog. „Pfarrseelsorge“ nicht bzw. nicht mehr zu erreichen sind, auf die wir aber als missionarische Kirche nicht verzichten können und dürfen.
So lade ich alle KatholikInnen unserer Stadt Solingen ein, dass wir gemeinsam hoff-nungsfroh und zuversichtlich in der Spur Christi hinter ihm her in die Zukunft ge-hen. Er, der zu uns gekommen und einer von uns geworden ist, und dessen Geburts-tag wir Weihnachten wieder feiern, war nicht nur in der Vergangenheit bei und unter uns, er wird auch künftig mit uns sein – nicht nur zur Weihnachtszeit und im neuen Jahr 2008 – sondern zu allen Zeiten, auf allen Wegen und an allen Orten.
Allen Pfarrmitgliedern und Freunden von St. Joseph/Ohligs, aber auch in anderen Gemeinden Solingens wünsche und erbitte ich ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und Gottes Geleit für uns alle – einzeln und gemeinsam – und ebenso für alle Menschen guten Willens in unserer Stadt.
Ihr Pastor und Stadtdechant
Msgr. Heinz – Manfred Jansen |