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Warum fährt der Madrigalchor im Herbst 2006 in die Schweiz?               WIR 1/2007   

Markus Dorenkamp, ein ehemaliges Madrigalchormitglied, begann aus beruflichen Gründen ein neues Leben in der Schweiz. Marcus und Markus beschlossen, dass ein musikalische Reise durchaus für alle Beteiligten lohnenswert und vergnüglich sein könnte. Gesagt, getan. Markus arbeitete ein gelungenes Programm für den Madrigalchor aus.

Am Samstag, den 30. September 2006 begann die lustige Reise frühmorgens am Ohligser Busbahnhof. Mehr oder weniger ausgeschlafen fanden sich die 15 SängerInnen samt 5 Familienmitgliedern und einem Chorleiter bald in einem Original-70er-Jahre-Bus wieder. Wir sollten später noch erfahren, was es mit diesem Bus auf sich hatte. Pünktlich zum Abendessen erreichten wir unser nüchternes Domizil; das Ibis-Hotel in Kriens, Nähe Luzern. Die Koffer blieben 7 Tage bestückt, in Ermangelung einer Kleideraufbewahrungsstätte.

Gesungen wurde auf dieser Chorfahrt im Jägerstübli, aber hauptsächlich in Kirchen. So sollte unsere erste gesangliche Darbietung in der Piuskirche in Meggen stattfinden. Als der Bus vor einem großen Gebäude hielt, sahen wir uns erstaunt nach einer Kirche um. Das vor uns liegende Objekt, ähnelte einem fensterlosen Hochregallager. Der wirkliche Charme dieser Kirche eröffnete sich jedoch beim Betreten derselben. Die einzigartige Bauweise mit Außenwänden aus lichtdurchlässigem Marmor vermittelte uns ein unvergeßliches Erlebnis. 
Nach der Mitgestaltung der dortigen Messe, wurden wir von dem Cantus Meggen (Markus’ neuem Chor) herzlich empfangen.

Unser Konzertprogramm fand großen Anklang bei den Zuhörern in der Kirche von Weggis und der Wallfahrtskirche Hergiswald. „Cantate Domino“ - dieser Aufforderung kamen wir gerne nach und sangen dem Herrn unter anderem Werke von Heinrich Schütz, Hans Leo Hassler, Josef Gabriel Rheinberger, Knut Nystedt und dem Schweizer Willy Burkhard. Es war ein schönes Gefühl, im besonderen Ambiente der Wallfahrtskirche Hergiswald singen zu dürfen! Die Besonderheit dieser Kirche ist zum einen die Gnadenkapelle, welche die schwarze Madonna beherbergt und sich im Inneren der Wallfahrtskirche befindet.  Zum anderen ziert eine riesige Bilderdecke mit rätselhaften Mariensymbolen, dem weltweit größten Zyklus gemalter Sinnbilder, dieses Gotteshaus.

Die Schweiz hat außer vielen Kirchen auch noch pure Natur zu bieten.
Wir erklommen zum Beispiel die Rigi zu Fuß bzw. per Bähnli. Zum Gipfel mußten aber jeden die eigenen zwei Beine tragen. Von dort hatten wir einen wunderbaren Blick auf den Vierwaldstättersee, welchen wir 2 Tage später mit dem Schiff beschipperten. Wir erkannten Schloß Meggenhorn, eine Sehenswürdigkeit aus dem 13. Jahrhundert, wieder, da wir dies am zweiten Tag unserer Reise bereits besichtigt hatten.

Luzern war die einzige Stadt, die wir mit einer kompetenten Stadtführerin und auf eigene Faust erkundet haben. Bekannt ist Luzern vor allem wegen der 1993 teilweise abgebrannten Kapellbrücke. Mittlerweile ist sie wieder in Stand gesetzt; leider ist ein Großteil der Giebelbilder nicht mehr zu retten gewesen. Der adrette Flair Luzerns
lädt zum Verweilen ein. Dies taten wir an unserem letzten Abend im Herzen der Altstadt von Luzern: im historischen Restaurant „Schiff“. Wir verabschiedeten und bedankten uns dort bei Markus Dorenkamp für die nette Reisegestaltung und
–begleitung.

Am Freitag hieß es dann Abschied nehmen von Pilatus, dem Hausberg Luzerns, und der Schweiz. Nach einer angenehmen Heimfahrt in einem 15-Meter-Bus (da es für die defekte 70er-Jahre-Prototyp-Rarität keine Ersatzteile in der Schweiz gab) kamen wir wieder glücklich, zufrieden und voller positiver Eindrücke in Ohligs an.

Nun ist auch die Frage beantwortet, warum der Madrigalchor in die Schweiz fuhr.

Die Autoren: Jacqueline Martin und Manuela Karabentsch
Die Fotos sind von: Manuela Karabentsch

P.S.
Wir haben auch noch die phantastische Präsentation einer Glashütte (Glasi) erlebt.

 
 
 
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