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Welche Mutter, welcher Vater kannte sie nicht? Sei es aus der frühen Kindheit
oder später mit dem eigenen Nachwuchs!
Am 2. Juli 2006 verstarb –wie es in der Todesanzeige stand– in ihrem Haus an der
Talstraße 71
Frau Dr. Barbara Weber im Alter von 84 Jahren.
Wenn jemand „unser Ohligs“ mitgeprägt hat, dann war sie es.
Tag und Nacht für ihre kleinen Patienten im Einsatz wurde ihr nichts zuviel.
Aber auch die Sorgen der Mütter, ihre Angst wegen noch so kleiner Befindlichkeitsstörungen beim
Nachwuchs, die Unsicherheit in der Kindererziehung— alles war bei ihr gut aufgehoben. An so
manchen Tagen tobte das Chaos in der Praxis: ungezählte Säuglinge und Kleinkinder gaben ein
Konzert, das Telefon klingelte, es schellte an der Tür...: Frau Dr. Weber mittendrin blieb ruhig.
Den Rhythmus ihrer Tage bestimmten die Kinder. Nach einem anstrengenden Praxistag besuchte
sie die Familien abends zu Hause. Trepp auf— Trepp ab: Frau Dr. kommt!
Sicher erinnert sich noch so manche Ohligser Mutter : stand ein Hausbesuch an, so sollten ein
Kaffeelöffel, ein frisches Handtuch und Seife bereitliegen!
Nur ungern gab sie mit 75 Jahren ihre ärztliche Tätigkeit auf (So sieht es die Gesetzlage bei
Ärzten vor!). Aber auch nach beendeter beruflicher Arbeit blieb sie dicht dabei und besuchte
Fortbildungen. Sie war weiter Ansprechpartnerin, wenn sie in Ohligs spazieren ging und wurde nicht
müde, nach dem Wohlbefinden und den Fortschritten der Kinder zu fragen.
Sie starb nach kurzer, schwerer Krankheit, gelassen und angstfrei. Die Ohligser
konnten es nicht begreifen, war sie doch kurz vorher vital und munter gesehen worden.
Einen Tag bevor sie starb, klingelte es an der Praxistür: eine besorgte Mutter mit Kind und
Zeckenbiss. „Kann Frau Doktor helfen?“ -“Nein, jetzt nicht mehr!“
Sie hat ihre Beruf-ung wirklich gelebt, die Ohligser Mütter wissen, was sie an
ihr hatten!
Danke, Frau Dr. Weber!
Hannelore Schmid
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