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5 Jahre Kaplan Yesudas Puthenvila in Ohligs … Abschied … 5 Jahre Kaplan Yesudas
Puthenvila in Ohligs … auf ein baldiges Wiedersehen!
IN OHLIGS BEKOMMT MAN GRAUE HAARE
ODER
MEIN SOHN HAT DEN FÜHRERSCHEIN GEMACHT!
Ohligs, 3. September 2006, 18.00 h. Weit und breit ist kein Parkplatz mehr zu
sehen. Menschen strömen zur Kirche. Was ist los? Des Rätsels Lösung: Kaplan Yesudas
Puthenvila verabschiedet sich in einem feierlichen Gottesdienst von seiner Lieblingsgemeinde
St. Joseph in Ohligs. Die Ohligser wiederum verabschieden sich von einem ihrer liebenswertesten
Kapläne. Das drückt sich auch in der Vielzahl der Gottesdienstbesucher und der Predigt von unseres
Kaplans aus: Erfreut misst er die Verbundenheit der Gemeindemitglieder mit seiner Person an der
gefüllten Kirche, dennoch stellt er fest: ‚In Ohligs bekommt man graue Haare’.
Letzteres hat wohl die Natur so eingerichtet, die Ohligser von St. Joseph waschen ihre Hände in
Unschuld. ‚Als ich nach Ohligs kam, sprach ich komisch, jetzt spreche ich immer noch
komisch’, davon ist Kaplan Yesudas überzeugt. WIR natürlich nicht, WIR können ihn blendend
verstehen. In einer zu Herzen gehenden Rede lässt Kaplan Yesudas sein Leben als Kaplan in Ohligs
Revue passieren. Sein Dank gilt besonders seinem Vater im Geiste, Pastor Manfred Jansen, der
ihn diese 5 Jahre begleitet hat, aber auch allen anderen Gemeindemitgliedern, denen er im
Laufe der 5 Jahre begegnet ist und zu denen er besondere Bindungen aufgebaut hat, wobei hier
besonders die Messdiener zu nennen sind. Nur ungern verlässt Kaplan Yesudas seine Freunde, seine
Gemeinde. Ein Trost ist ihm und uns allen, dass er zunächst nicht ‚aus der Welt ist’.
53844 Troisdorf, Lahnstr. 35, so lautet des Kaplans Einladung an alle, die in den nächsten Jahren
mit ihm Verbindung aufnehmen möchten. Seine Tür steht offen. Viele wischen sich während dieser
offenen Worte die Tränen aus den Augen. Pastor Jansen verabschiedet mit bewegten Worten einen
guten Freund, dem er Vatergefühle entgegen bringt. Er dankt ihm für die gemeinsame Zeit in Ohligs.
Einfühlsam hat Kaplan Yesudas diesen während der Zeit des Abschiednehmens von der Mutter
unterstützt. Hoffnung für die Zukunft ist das Versprechen, den Kontakt nach Kräften aufrecht zu
erhalten.
Mit Kaplan Yesudas feiern diesen Gottesdienst befreundete Geistliche: Pater
Antony, Pater Francis und Pater Jacob. Ein besonderer Höhepunkt ist die Tanzdarbietung zweier
junger Inderinnen in Festgewändern und die Einladung Kaplan Yesudas zu indischen
Spezialitäten im Pfarrheim. Das Pfarrheim im übrigen ist kaum wiederzuerkennen. Durch die festlich
gedeckten Tische und einem riesigen blauen Wandschmuck mit der Aufschrift: ‚Alles Gute, Pater
Yesudas’ kommen die neuen Stühle erst richtig zu Geltung. Im Nu sind alle Plätze besetzt. Wer
Glück hat, ergattert noch ein Plätzchen an einem der Stehtische. Die Mitglieder des
Pfarrgemeinderates sind an diesem Tag sozusagen ‚im Service’ und erledigen ihre Arbeit
mit Perfektion. Vielleicht beflügelt jedoch die safrangelbe Kennzeichnung, die jeder Gast zu Beginn
der Feier auf die Stirn bekommen hat. WIR haben versäumt, nach dem Grund dieses Brauches zu
fragen. Andererseits eine schöne Gelegenheit, Kaplan Yesudas in dieser Angelegenheit in Troisdorf
zu kontaktieren.
Die Messdiener intonieren ‚You never walk alone’. Der
Pfarrgemeinderatsvorsitzende Klaus Gladbach dankt für die schöne Zeit in Ohligs und überreicht dem
passionierten Fahrradfahrer ein Geschenk des Pfarrgemeinderats: Zwei durch Klaus Gladbach selbst
erprobte formschöne regensichere Fahrradtaschen bester Qualität… Kaplan Yesudas strahlt, da
hält es Pastor Jansen nicht mehr auf seinem Stuhl: ‚Mein ‚Sohn’ hat am Mittwoch
den Führerschein gemacht’. Gratulation von allen Seiten und ein Kaplan, der versichert:
‚Fahrrad fahren werde ich auch in Zukunft’. WIR überreichen Kaplan Yesudas eine
Erinnerungsbroschüre an seine Zeit in Ohligs, die WIR im Anschluss gegen Entgelt unter die
Gemeindemitglieder bringen. Kaplan Yesudas hat längst zum Festmahl gerufen. Aber die Schlange in
Richtung Buffet wird nicht kleiner, so dass wir davon ausgehen müssen, dass zahlreiche
Mitchrist(inn)en mehrfach anstehen. Endlich ist es soweit, ein schmackhaftes Speisenpotpourri
befindet sich auch auf dem Teller der Chronistin, die ahnungslos und nicht sehr bewandert in der
indischen Küche zugreift… Man hätte sie warnen sollen, ohne ein Glas Wasser in der Nähe kann
man leicht in Atemnot kommen. Hilfreiche Hände reichen ein solches sofort, so dass ohne weitere
Zwischenfälle auf das Angenehmste gespeist werden kann. Unser Dank gilt unserem Kaplan und den
zahlreichen Freunden aus seiner Heimat, denen wir diese Köstlichkeiten und die Präsentation dieses
wunderschönen Abends zu verdanken haben.
Eine besondere Note bekommt der Abend durch zwei Tanzvorführungen einer
traditionell gekleideten jungen Inderin, die detailliert die Bedeutung der Tänze erklärt. Die
vollzählig erschienen Messdiener, die einen besonders engen Kontakt zu ihrem Kaplan haben, erinnern
nach einer Ansprache von Lisa Güthues in einer kurzweiligen Videovorführung an die Stationen des
Lebens unseres scheidenden Yesudas in Ohligs. Da sehen wir ihn mit einer Art
‚Kreissäge’ als Kopfbedeckung , im Fußballtor, mit Handtuchturban oder unter Decken am
Strand, auf dem Fahrrad, in der Kirche, mit Mikado im Haar und, und, und. Jugendbetreuung liegt
Yesudas Puthenvila sehr am Herzen. Die Fotos sprechen eine deutliche Sprache. Die
Jugendlichen lassen ihn nur ungern ziehen. Zahlreiche Geschenke – zum großen Teil
selbst entworfen - werden zur Erinnerung überreicht: Ein Kalender, die Umrisse von Texel auf
einem Betttuch, Bilder mit Aufschriften wie ‚Danke für die tollen Jahre’, um nur einige
zu nennen. So manche Träne wird vergossen. Kathrin Zoedler spricht noch einige Worte und wird ihrer
Stimme kaum Herr. Kaplan Yesudas dankt allen herzlich, er ist ebenso wir WIR von dieser
Verabschiedung überwältigt:
Gemeindemitglied Marlene Boll bringt es stellvertretend für viele auf den
Punkt:*
Unser lieber Herr Kaplan wird weiterziehen, es ist sein Plan.
5 Jahre durften wir ihn haben, die ihm wie uns bestimmt was gaben.
Aus Indien ist er hierher gereist, weil hier die Kirche ist verwaist.
Er hat gewiss in diesen Jahren manch Glückliches, manch Trauriges erfahren.
Gut deutsch zu reden war ihm wichtig, er hatte es studiert ganz richtig.
Er hat geübt wie sonst wohl keiner, jetzt spricht er fast wie unsereiner.
Er ist ein liebenswerter Mensch, gewann uns alle schnell,
wenn wir ihn treffen oder sehen, wird unser Herz ganz hell.
Wir sind heut traurig, dass er geht, es bleibt die Lücke offen,
doch dass es ihm stets gut ergeht, dass wollen wir alle hoffen.
So wünsch ich ihm persönlich heut
Ein gutes Weiterkommen und Gottes Segen allezeit.
Den guten Wünschen schließen WIR uns an. WIR wünschen Pater YESUDAS alles Gute und Gottes
Segen für seinen weiteren Lebensweg und sein Wirken in der Zukunft. Auf dass seine Wünsche und
Vorstellungen in Erfüllung gehen mögen. AUF WIEDERSEHEN!
Erika Lachmann-Sturr
* Auszüge aus dem Vortrag von Frau Boll
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