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Unser Friedhof – eine Stätte des Gedenkensl                                       WIR 1/2009 

Gedanken und Informationen

Ganz anders haben WIR ihn uns vorgestellt: unseren katholischen Friedhof der Pfarrgemeinde St. Joseph.  Still und schön liegt er vor uns, während Friedhofsverwalter, Herr Walter Hock , Einzelheiten erklärt. Mit Recht ist er ein wenig stolz auf diese parkähnliche gepflegte Anlage, die er seit 8 Jahren mit Leidenschaft betreut.

Ihm liegt dieser Ort der Trauerbewältigung und des Gedenkens am Herzen. Die Grabstätten zeigen unser aller Vergänglichkeit. Die Gewissheit, dass Gott uns auferwecken wird zum ewigen Leben, nimmt dem Tod den Stachel. Walter Hock wie auch Pastor Jansen ist es wichtig, die Verstorbenen nicht der Anonymität preiszugeben, sondern eine letzte würdige Ruhestätte zu bieten.  Der Friedhof soll zeigen, was uns unsere Verstorbenen wert sind, so Walter Hock.

Heute möchte Herr Hock insbesondere die noch in Zusammenarbeit mit Herrn Linden gestalteten relativ neuen Urnenstellen vorstellen. Der Friedhof bietet wie folgt:

Die pflegefreie Urnenstelle, abgedeckt mit einer Namenplatte, für 25 Jahre. Es gibt keine Verlängerungsmöglichkeit.

Die pflegefreie Doppelurnenstelle für 25 Jahre. Auch hier gibt es keine Verlängerungsmöglichkeit, außer für den zuletzt Verstorbenen bis Ruhezeit Ende.

Das rund gestaltete Urnen-Wahlgrab für zwei Urnen. Nach Ablauf der Ruhezeit von 25 Jahren ist eine Verlängerung möglich. Die Gestaltung des Urnenwahlgrabes obliegt dem Nutzungsberechtigten mit geringen Vorschriften.

Die pflegefreien Reihengräber für Einzelpersonen für die Sargbestattung. Es gibt keine Verlängerungsmöglichkeit. Die Pflege erfolgt durch die Kirchengemeinde. Auf den Grabstätten können nur bewegliche Gebinde verwendet werden.

Die Reihengräber für Sargbestattung. Auch hier ist nach 25 Jahren keine Verlängerung möglich. Die Gestaltung der Pflege erfolgt durch den Nutzungsberechtigten.

Die Wahlgräber für Einzelpersonen und Familien / Verwandte/ Freunde. Hier gibt es eine Verlängerungsmöglichkeit nach 25 Jahren. Die Grabgestaltung erfolgt durch den Nutzungsberechtigten ohne nennenswerte Vorschriften.

Diese vielfältigen Wahlmöglichkeiten erstaunen sehr, sind jedoch in Zeiten, wo die einzelnen Familienmitglieder durch Heirat und Beruf oft weit entfernt voneinander wohnen, sehr sinnvoll. Dennoch ist Herr Hock immer wieder erstaunt, dass gerade die pflegefreien Urnenstellen häufig mit Blumen geschmückt oder mit frisch angezündeten Grablichtern versehen sind. Selbst wenn die Familie weit entfernt wohnt, gibt es wohl Freunde und Nachbarn, die der Toten gedenken und die Grabstätte aufgrund der mit Namen versehenen Grabplatte auch entdecken.  

Urnenbestattungen werden immer beliebter. Inzwischen machen sie fast 30 % aller Bestattungen aus.

Eine erste Urnengrablösung war eine mit Namen versehene Stele. Links und rechts neben der Stele waren die nicht näher gekennzeichneten Urnengräber. Das hat sich als nicht sinnvoll erwiesen. Die Hinterbliebenen, ob Freund oder Familienmitglied, haben lieber einen festen Platz für den Besuch, Blumenschmuck oder ein Licht.

Zur Beratung steht Walter Hock montags bis freitags von 10.00 bis 12.00 h unter Tel. 76866 im Verwaltungsbüro oder auf dem Friedhof zur Verfügung. Oft wandert er über die Anlage, um den Pflegezustand der Gräber zu überprüfen und Gräber zu kennzeichnen, deren Ruhezeit abgelaufen ist. Seit zwei Jahren kann er den Festnetzanschluss der Friedhofsverwaltung auf sein Mobiltelefon weiter leiten, so dass er sich zwischen Friedhofrundgang und Schreibtisch nicht entscheiden muss .  

Die Zusammenarbeit mit Herrn Reichle, dem Friedhofgärtner, ist besonders wichtig und klappt hervorragend, wie der gepflegte um nicht zu sagen schmucke Zustand des Friedhofes beweist.  

Die Büroarbeit kommt bei Herrn Hock auch nicht zu kurz. Detailliert erklärt er uns ein von Herrn Linden junior erstelltes Friedhofverwaltungsprogramm, dass dem eines Großkonzerns in nichts nachsteht. Nutzungsberechtigte werden über den Ablauf der Ruhezeit oder selten auch über verwilderte Grabstätten informiert, Aufträge für einzuebnende Grabstätten werden vergeben, Rechnungen werden geschrieben, die Urnengrabplanung wird weiter voran getrieben, und, und, und.. Zwei Mal in der Woche wird eine Sicherungskopie erstellt, damit auch keine Änderungsmitteilung verloren geht. Ein großer Friedhof-Lageplan ziert die Wand des Büros und in alten Archivrollen ist eine Nachforschung möglich, wo der Großvater oder die Großmutter früher ihre letzte Ruhestätte fand.

Die persönliche Beratung und das Gespräch mit den Hinterbliebenen schätzt Walter Hock sehr. Besonders anfangs hat er jedoch zu sehr mitgetrauert. Pastor Jansen musste ihn so manches Mal ermahnen, nicht ‚mit zu sterben’.  An diese Gespräche hat sich unser Friedhofverwalter inzwischen gewöhnt. Gern hört er den Hinterbliebenen zu, wenn diese über den Verstorbenen sprechen möchten. „Es hat gut getan, mit Ihnen zu sprechen.“ Das ist der schönste Lohn für Walter Hock, und WIR hoffen, er ‚bekommt’ ihn noch unzählige Male.

WIR danken Herrn Hock für die Friedhofsführung und das interessante Gespräch über seine vielfältigen Aufgaben und Tätigkeiten.
                        EL
 
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