ERZBISTUM KÖLN  DOMRADIO     
Zum 40jährigen Priesterjubiläum meines Mitstreiters
Prälat Heinz-Manfred Jansen                                                             WIR 1/2009
 

Am 3. Februar 1969 wurden im Kölner Dom neun Diakone zu Priestern geweiht, darunter Heinz-Manfred Jansen und ich.

Es war ein kalter, aber klarer Wintertag. Von dem fast erblindeten Kardinal Frings und seinem in dieser Weihemesse verkündeten Nachfolger, Bischof Josef    Höffner, wurden uns die Hände aufgelegt. Von 1963 an hatten wir im gemeinsamen Bonner Theologiestudium eine Wegstrecke zurückgelegt, die nun ihre krönende Mitte fand: die Priesterweihe.

Danach trat unser heutiger Jubilar mit ‚aufgekrempelten Ärmeln’ seinen Dienst als Kaplan in St. Joseph, Wesseling, an und wurde nebenamtlicher Religionslehrer an Grund-, Haupt-, Realschule und Gymnasium. Ein besonderes Anliegen war ihm die Umsetzung seiner theologischen Arbeit über die ‚participatio actuosa’ – also: über die aktive Mitfeier der Gläubigen in der Heiligen Messe. Es war ein beglückender Start seines Priesterlebens zusammen mit seinen Eltern, die mit ihm gezogen waren. Leider verstarb sein Vater schon im März 1970.
Die zweite Kaplansstelle trat er in St. Mauritius in Köln-Buchheim an mit ebenfalls umfangreicher Arbeit als Religionslehrer.

Nach dem Tode von Pfarrer Theodor Schäfer, der ein sehr spiritueller Seelsorger war, übertrug ihm am 03. August 1980 Kardinal Höffner die Ohligser Gemeinde St. Joseph. Wie sehr er sich hier verwurzelte zeigt schon die Tatsache, dass er seinen verstorbenen Vater 1982 von Köln aus auf den hiesigen Friedhof umbetten ließ. An dessen Seite wurde am 5. April 2004 auch seine liebe Frau, Mutter Anna, wie unser Semester sie auch gerne titulierte, beigesetzt.

Ohligs wurde Pfarrer Heinz-Manfred Jansens große Liebe. Die Aufgabenbereiche wuchsen: Er blieb nicht nur Pfarrer, sondern wurde 1986 Stadtdechant und soeben auch noch leitender Pfarrer von vier Gemeinden: St. Joseph, Liebfrauen, St. Mariä Empfängnis und St. Katharina.
Vor wenigen Tagen konnte man in der Kölner Kirchenzeitung seinen Ausspruch lesen: „Ich muss gestehen, dass ich das Amt auch mit gemischten Gefühlen antrete. Ich hatte mir meinen Weg mit 65 Jahren etwas anders vorgestellt.“ (4/09)

Der inzwischen 1993 zum Monsignore avancierte und jüngst gar als Prälat ausgezeichnete Seelsorger spürt – wie wir alle – die veränderte Situation heute.
Wir müssen einen wachsenden Gläubigen- und Priestermangel konstatieren. Die Zahl der geistlichen Berufungen geht dramatisch zurück. Natürlich gibt es dafür Gründe. Schmerzlich bleibt es allemal. Die Konsequenz: Größere territoriale pastorale Strukturen, die sich in den großen Pfarrverbänden niederschlagen.

Unsere Stärke ist die Christusfreundschaft! Der Verzicht auf Ehe und Familie ist zwar eine immer wieder angefochtene Lebensweise, aber im Grunde ein Ausdruck der Ganzhingabe an Gott, die nicht mit einer Unterschrift sondern mit der täglich gelebten Treue sichtbar eingelöst wird. Gott schenkt uns dafür die beglückende Erfahrung seines Mitgehens und damit seiner realen Nähe.

Dr. Friedhelm Hofmann
Bischof von Würzburg
 
 
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