ERZBISTUM KÖLN  DOMRADIO     
03.02.1969 – 03.02.2009:
40 Jahre Priester – Pastor Heinz-Manfred Jansen                               WIR 1/2009
 

Dä kölsche Jung…

15.02.2009, 14.00 h „Das ist heute wie Weihnachten“, wissen die Gemeindemitglieder, „nur wer rechtzeitig kommt, kriegt einen Sitzplatz.“ Und WIR sind rechtzeitig da. Eine Stunde vor Beginn der Festmesse. Der Chor probt. Mit melodischem ‚Ha Ha Ha Ha’ wird die Stimme gelockert. Nehmen WIR jedenfalls an. Die Probe am Samstag war schwierig, hören WIR, aber heute wird es sicher ein Erlebnis. Einen positiven Vorgeschmack gibt es bereits in dieser Stunde Wartezeit. Die Kirche füllt sich. Es ist tatsächlich wie Weihnachten, um 14.30 h sind alle Plätze vergeben.

15.00 h – die Festmesse beginnt.
Mit „Ein Danklied sei dem Herrn“ erfreut uns der Chor. Etwa 20 Ministranten schreiten feierlich durch den Mittelgang, etwa doppelt so viele festlich gekleidete Würden-träger folgen. Sozusagen als krönender Abschluss erscheint der Jubilar. Unter den zahlreichen Wegbegleitern der vergangenen 40 Jahre begrüßt Pastor Jansen seine Freunde, Bischof Dr. Friedhelm Hofmann aus Würzburg und Domkapitular Karl-Heinz Teut aus Krefeld. Bischof Dr. Hofmann hat ebenfalls am 03. 02.09 sein 40-jähriges Priesterjubiläum gefeiert. Der Besuch von Stadtdekan a. D. Dr. Julian Zolnierkiewicz aus dem fernen Olzstyn (Allenstein/Ostpreußen) freut den Jubilar besonders. Zugegen sind auch die ehemaligen Kapläne aus St. Joseph:  Michael Berning – mittlerweile Militärdekan in Köln -, Willi Steinfort, Pfarrer in Grevenbroich und Dominik Schultheiß – Schul-Pfarrer in Bonn, die zahlreichen Mitbrüder aus dem Dekanat, die evangelischen Pfarrer Hammes und Krüger, um nur Einige zu nennen. Selbst OB Franz Haug hat es sich nicht nehmen lassen, heute in den schönsten Stadtteil Solingens zu kommen        (O-Ton Pastor)! Und natürlich die Gemeinde Ohligs, das „28 Jahre geliebte Kind“ und die „neuen, jungen Kinder“:  die Gemeinden von Liebfrauen Löhdorf, St. Mariä Empfängnis Merscheid und St. Katharina Wald, für die Pastor Jansen nun auch da ist und die er auch schon liebt.

Der persönliche Dank des Pastors geht an Gott. Für die Berufung, für die Führung und dafür, dass es bisher nie größere Probleme gab. Gottes Hand hat unser Prälat stets gespürt. Als Danksagung trägt Pastor Jansen ‚Mein Magnificat’ von Paul Weismantel vor:

Mit dir, Maria, will ich einstimmen
in den Lobpreis deiner Seele,
in das Staunen deines Herzens,
in den Jubel deines Liedes.
 
Mit dir, Maria, will ich danken
für die Großtaten Gottes an mir,
für die Wunder seiner Liebe,
für die Fingerzeige seiner Treue.
 
Mit dir, Maria, will ich mich freuen
am Erbarmen Gottes mit den Kleinen,
an jedem seiner wunderbaren Werke,
an allem, was er wirkt und neu schafft.
 
Mit dir, Maria, will ich singen
meinen Lobpreis auf den gütigen Gott,
mein Danklied für seine Hilfe,
meinen Jubelruf über seine Größe.
 
Mit dir, Maria, will ich vertrauen
auf jedes Wort des lebendigen Gottes,
auf seine geschenkten Verheißungen,
auf seine immerwährende Gegenwart.
Pfarrgemeinderatsvorsitzender Klaus Gladbach überreicht das Geschenk der Gemeinde nach einer Idee von Wolfgang Ewers: ein wunderschönes, neugotisches, restauriertes Vortragekreuz aus dem Jahre 1880, welches  bisher in einer Klosterkirche am linken Niederrhein zu finden war.

Pastor Jansen dankt allen für das Geschenk und dem Chor einschließlich  Orchester für die musikalische Gestaltung. Mit der Missa in Honorem Sti. Johannis de Deo von Joseph Haydn unter der Leitung von Kantor Marcus Steven und Frau Drießen an der Orgel ist man über sich hinausgewachsen. Alle verdienen ein großes Lob.  Bei der hervorragenden Solistin handelte es sich um  die international bekannte Anja Paulus. Pastor Jansen lädt ins Pfarrheim, zur Agape.

Im Schneegestöber machen WIR uns auf den Weg. Im Pfarrheim empfängt uns Kantor Steven mit dem Präludium D-Dur von J.S. Bach. Noch hat keine Festrede begonnen. Das Buffet ist nicht eröffnet, aber es wird im Sturm genommen.
Kirchenvorstand Bohle beginnt mit der ersten Rede. Vorbei ist es mit den Lachsschnittchen, jetzt wird aufgepasst. Wolfgang Ewers gibt Informatives über die Vortragekreuzsuche Preis und Ulrich Bohle erinnert daran, dass als Lohn für die Erfüllung einer Aufgabe bereits die nächste Aufgabe winkt. Das sei im Hauptberuf so, im Ehrenamt und eben auch bei Pastor Jansen. Er freut sich, den Wandel in den Pfarrgemeinden mitgestalten zu dürfen. Im Namen der Gemeinde dankt er dem Herrn, dass dieser uns Pastor Jansen gegeben hat und er bittet, dass dieser uns allen noch lange erhalten bleibt. WIR denken, dem können WIR nur beipflichten.
Oberbürgermeister Haug verspricht, sich kurz zu fassen.  Er erinnert an sein Geburtsjahr (1942) und das von Pastor Jansen (1943). Hinein geboren seien sie beide in Zeiten des Mangels, allerdings auch in Zeiten riesiger Hilfsbereitschaft aller. Die jetzige Krise sei noch lange kein Grund zur Mutlosigkeit. Stolz sei Solingen auf Pastor Jansen, der mit 37 jüngster Pfarrer, mit 43 jüngster Dechant war und nun mit 65 jüngster Prälat ist. Pastor Jansen habe einmal gesagt, er sei eigentlich nicht Pastor / Hirte, sondern ein Hirtenhund, der die Schäfchen Christi zusammenhalte. Aber jedermann wisse, dass ein Hirtenhund auch beiße, um besonders die schwachen Schafe Gottes zu beschützen. Das habe er als Vertreter der Stadt durchaus zu spüren bekommen. Dennoch könne er immer wieder mit Pastor Jansen aus vollem Herzen lachen.
Dr. Humburg vom Caritas-Verband dankt Pastor Jansen, dass dieser den Verband immer ohne Wenn und Aber unterstützt hat. Frau Dr. Spengler- Reffgen – amtierende Dekanatsratsvorsitzende - und Frau Winkelhoch (a.D.)  erkennen zusammen mit der Gemeinde

Du bist der Weg, du bist die Wahrheit,
du bist das Leben
und stellen fest: „Das hat Düren nicht verdient, dass es so selten genannt…“ Denn wer hätte es gedacht: Düren und nicht Köln ist des Pastors Geburtsstadt. Eine Mischung aus Pragmatismus und Kölsche Jung, das sei er, unser aller Pastor.  Er reise gerne, auch nach Italien, wegen der Kultur natürlich. Man weiß je-doch, Wein und Essen sind dort auch nicht ganz schlecht. Aber wenn Pastor Jansen seine Auszeit in Maria Laach nehme, dann dauere die Predigt danach 30 Minuten…. Am Schluss des Vortrags stimmen alle mit ein:
Bleibe bei uns, bleibe bei uns bis ans Ende der Welt!.

Superintendent Klaus Riesenbeck dankt Pastor Jansen als gutes Gegenüber. Er genießt die Geschwisterlichkeit in der Zusammenarbeit. Axel Stein freut sich über das konstruktive Miteinander in der Zusammenarbeit mit Pastor Jansen und Bischof Dr. Hofmann erinnert an Papst Leo XIII. Als dieser 90 wurde, bat man den lieben Gott, dass er 100 Jahre werden möge. Worauf Papst Leo erwiderte, man solle der Gnade Gottes keine Grenzen setzen.
Antonius Kerkhoff – Leiter des Kath. Bildungswerkes und Initiator der Sendung ‚Himmel und Erde’ von Radio RSG - stellt einen launigen Radiomitschnitt aus der Sendung mit Pastor Jansen vor. Stefan Baur bringt mit kölschen Liedern kölsche Gemütlichkeit in das Fest, und Pastor Jansen dankt für das Gefühl, gebraucht zu werden. Mit Freude stimmt er an: „Kölsche Mädcher, kölsche Junge, sin dem Herrjott jot gelunge.’ Die Gemeinde begleitet ihn, textsicher.

„Und übrigens,“ stellt der Jubilar richtig „das mit Düren, das war gar nicht so.“  Mutter Anna war während des Krieges in Zeiten der Schwangerschaft zurück zu den Verwandten nach Düren gezogen, weil der Vater als technischer Mitarbeiter der Lufthansa viel unterwegs war. Gott sei Dank erfolgte 1944 die Evakuierung nach Sachsen, sonst wären Jansens bei der totalen Bombardierung Dürens im November 1944 umgekommen. Zum Glück kamen sie im Juni 1945 unversehrt nach Köln zurück. Was wäre sonst bloß aus unserem Pastor geworden? WIR hätten ihn auf ewig vermisst: unseren Kölschen Jung.
 
WIR gratulieren ihm hiermit nochmals herzlich zu seinem 40jährigen Dienstjubiläum und wünschen ihm Gesundheit, Gottes reichen Segen jetzt und in Zukunft und weiterhin so wundervolle Gemeindemitglieder, die mit viel Liebe und Arbeit dieses Fest gestaltet und unterstützt haben. Es war einzigartig!
                    EL
 
 
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