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Warum läuten eigentlich mittags die Glocken ?

Das Läuten der Kirchenglocken frühmorgens, mittags und abends wird nach katholischer Tradition von einem Gebet begleitet, das "Angelus" genannt wird. Dieses Gebet beginnt mit "Der Engel des Herrn" , es hat nach den lateinischen Anfangsworten
(= angelus domini) seinen Namen.
Glockenturm
Das „Angelus“ läuten ist in unserer Kirchengemeinde aus technischen Gründen nicht so möglich, wie in anderen Gemeinden.
 
Bei uns beginnt die kleinste Glocke, die "Engelglocke" - auch Taufglocke - genannt und läutet ca. 30 Sekunden. 
Danach folgt ein drei minütiges Läuten der "Engelglocke" und der nächst Größeren, der "Elisabethglocke" .


Glockenturm St. Elisabeth
Birken-Honigsessen

  Das "Angelus" läuten:




Zum ersten Anschlag der Glocke betet man: "Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft und sie empfing vom Heiligen Geist". Dann wird ein "Gegrüßet seist du Maria" gesprochen. Nach dem für dieses Gebet erforderlichen Zeitraum schlägt die Glocke zum zweiten Mal an und parallel dazu zitiert man aus dem Lukas-Evangelium: "Maria sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort." Es schließt sich erneut ein "Gegrüßet seist du Maria" an. Zum dritten Glockenanschlag wird folgender Vers aus dem Johannesprolog gesprochen: "Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt". Danach betet man wiederum ein "Gegrüßet seist du Maria". Während die Glocke nun richtig zu läuten beginnt, erfolgen eine kurze Anrufung an die Gottesmutter Maria und ein Schlussgebet, das die Dankbarkeit über Menschwerdung, Leiden und Auferstehung Christi zum Ausdruck bringen will. (Der genaue Wortlaut ist im Gotteslob unter 2, 7 abgedruckt.)

Das Läuten zu bestimmten Tageszeiten,

wie das Angelusläuten, hat sich im 13. Jahrhundert von den Klosterkirchen ausgehend verbreitet. In den Klostergemeinschaften gab und gibt es vielfältige Gebetszeiten. Davon haben im Leben der christlichen Gemeinde jedoch nur noch Laudes (zum Sonnenaufgang), Sext (gegen Mittag zur ehemals 6. Stunde) und Vesper (zur Abenddämmerung) eine Bedeutung. Die Themeninhalte der Stundengebete, nämlich Auferstehung, Kreuzigung und Menschwerdung, sind in kurzer, volkstümlicher Form im Angelusgebet erhalten geblieben. Daher spricht man auch von einem "verkürzten Volksbrevier".



Die Glocken von St. Elisabeth hier

 
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