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Das Apostelbild von Gerd Mosbach

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Das Bild zeigt elf junge Männer, die teilweise in Tuniken gehüllt an die römische Antike erinnern, andererseits mit aktuellen Farben und Frisuren die heutige Zeit zitieren. Eine Dreier- und zwei Zweiergruppen sind jeweils in Kommunikation: Sie stärken und trösten sich gegenseitig, indem sie sich umarmen, einander helfen, das Wort des Evangeliums vermitteln und das Brot teilen. Ein Einzelner hält tief versunken ein Kreuz in den Händen. Ein Letzter schließlich schaut den Betrachter des Bildes an und reicht diesem das Brot.

 
Der Gegensatz von Gewandung und Nacktheit macht auf die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen aufmerksam und auf das von Gott geschenkte Heil. Die Kommunikation in Gruppen weist darauf hin, dass die Kirche eine Gemeinschaft ist und Jesus daher seine Jünger zu zweit oder zu dritt aussandte. Die Versunkenheit eines Einzelnen in der Umarmung des Kreuzes bezeichnet die Gottesliebe als notwendige Vorraussetzung für die Nächstenliebe. Die Verbindung antiker und aktueller Formen zeigt die Vergegenwärtigung des Christus-Ereignisses und seines apostolischen Auftrages jetzt und hier.
 
Die vier Grundvollzüge des christlichen Lebens sind dargestellt:
 
Martyria – Zeugnis geben (Heilige Schrift, Gespräche)
Diakonia – tätige Nächstenluebe (Gefesselte befreien, Hungernde speisen, Trauernde trösten)
Liturgia – Gebet und Gottesdienst (Umarmung und Festhalten des Kreuzes, Spendung und Empfang des eucharistischen Brotes)
Koinonia – Gemeinschaft miteinander und mit Gott (Zuwendung der Gruppen und der Einzelnen zu Gott, zueinander und zum Betrachter des Bildes).
 
Der letzte Apostel fehlt auf diesem Bild wohl nicht, weil Judas Iskariot nach seinem Verrat an Jesus ausgeschieden wäre, sondern weil der Künstler den Betrachter und die ganze christliche Gemeinde als zwölften Apostel in sein Kunstwerk einbezieht.

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