• Das Sakramentshäuschen

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sakramentshaeuschen-TabernakelLupe Nach den schweren Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges gestaltete man 1955 die Altaranlage in St. Andreas nach Plänen des Architekten Karl Band als Confessio über dem Grab des hl. Albert. 1955 war in Köln der eucharistische Kongress und zu diesem Anlass wurde sowohl im Dom wie in St. Andreas ein Altar in der Vierung errichtet. Beide Altäre waren umschreitbar, was in der damaligen Zeit gegen die Vorschriften verstieß. Der Altar von St. Andreas wurde aus Eifeler Basaltlava gefertigt. Die Sedilien wurden nach der Ordnung des dominikanischen Ritus aufgestellt. Das zuvor auf der nördlichen Seite beim Hauptaltar sich befindende Sakramentshaus wurde nun auf die südliche Seite in die Nähe des neuen Altares versetzt.
   

Dieses Sakramentshäuschen ist eine vortreffliche Arbeit aus Kalkstein und entstand in den Formen der niederländischen Renaissance um 1550. Der dreigeschossige Aufbau ruht auf einem Sockel, der von Löwen getragen wird. In dem aufbauenden Flachrelief erkennt man den Mannasegen, der das Vorbild der Eucharistie darstellt, und die darüberliegende lateinische Inschrift, die auf das eucharistische Brot hinweist, das hier aufbewahrt wird: "Hier ist jenes wahre Brot, das vom Himmel herabgestiegen ist, das Brot des Lebens, das lebensspendende Brot, das lebendige Brot, das Fleisch Christi, der Leib Christi, schließlich er selbst, ganz Gott und Mensch, Christus. Er gab sich denen, die ihn fürchten, zur Speise hin, wobei er dieses Brot zur Erinnerung an sein wunderbares Handeln machte, damit die, die so gesättigt werden, durch ihn in Ewigkeit leben."

Der Tabernakel selbst befindet sich darüber hinter einem schmiedeeisernen Gitter aus spätgotischem Maßwerk und wird von einer Eichenranke umkränzt. In den seitlichen Muldennischen stehen der ehemalige Patron der Kirche, der hI. Matthäus (rechts) und unser heutiger Patron, der hI. Andreas (links).

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Im dritten Geschoß liegt hinter einer triumph-bogenartigen Drei-bogenstaffel - wie auf einer Bühne - die Szene des letzten Abend-mahles. Der mittlere Bogen endet in einer Muschelnische, in der die Taube des Heiligen Geistes überleitet zum abschließenden Drei-ecksgiebel des Sakramentshäuschens, in dem das Relief des segnenden Gottvaters zu sehen ist. Über dem Dreiecksgiebel thront das Kreuz.
Marcel Oswald
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