• Die Fenster von Markus Lüpertz in St. Andreas

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Lüpertz-Fenster im MarienChor,  Totale

Schon seit 1990 gab Überlegungen zur zeitgenössischen Farbverglasung der Querhäuser.

Am 27. November 2005 konnte das erste Fenster im südlichen Querhaus von St. Andreas in Köln eingebaut und gesegnet werden.

Fertiggestellt wurden die Fenster im nördlichen Marienchor (links) und im südlichen Machabäerchor (rechts) am 19. Juni 2010.

Lüpertz-Fenster im MachabäerChor,  Totale
Zu den einzelnen Fenstern
im Marienchor
  Zu den einzelnen Fenstern
im Machabäerchor

 

Der Marienchor in der Nordkonche

Namensgebend für den Chor ist die kostbare Pietà aus dem frühen 14. Jh. Das farbig gefasste Schnitzwerk aus Lindenholz, das Maria mit dem toten Erlöser auf dem Schoß ruhend darstellt, stammt aus der Klosterkirche der Dominikaner Hl. Kreuz.

Nach Aufhebung des Klosters infolge der Säkularisierung (1806) wurde die Pietá neben den Gebeinen des Hl. Albertus Magnus und vielen anderen Reliquien und hochrangigen Kunstwerken nach St. Andreas verbracht.



Die Gestaltung der neuen Fenster ist, wie schon im Machabäerchor, von der Thematik des Raumes inspiriert.

So erscheint auf dem Mittelfenster ebenfalls die Pietá, die sich gestalterisch erkennbar an der Statue des 14. Jh. orientiert, aber doch in zeitgenössischer Formensprache umgesetzt ist. 

Die zwei schmalen gotischen Fensterbahnen, die das Mittelfenster flankieren, schlagen thematisch den Bogen zum Hl. Albertus Magnus. Neun Bildfelder enthalten Lehrsätze Alberts zu einer christlichen Lebensführung zum Thema.

Der Machabäerchor in der Südkonche

Das südliche Querhaus der Andreaskirche ist nach dem dort aufgestellten Machabäer-Schrein benannt.

Bei den sieben machabäischen Brüdern und ihrer Mutter, deren Reliquien im Schrein ruhen, handelt es sich um alttestamentalische, jüdische Märtyrer, deren Zeugnis im 2. Buch der Machabäer detailreich beschrieben ist. Typologisch wird dort jeweils eine Szene der Passion Christi dem Martyrium der Machabäer gegenübergestellt. Das Leiden der alttestamentlichen Blutzeugen wurde als Vorausbild des Leidens Christi verstanden, woraus die christliche Verehrung dieser jüdischen Heiligen resultiert.

Die Fenster greifen die Thematik des Martyriums der Machabäer wieder auf und stellen sie, in Parallelität zum Schrein, typologisch der Leidensgeschichte Jesu gegenüber.

Sowohl inhaltlich als auch formal ist, bei aller zeitgenössischen Darstellungsweise, ein direkter Bezug zur Tradition gegeben. Dadurch fügen sich die stark farbigen Fenster optimal in das historische Raumgefüge der Andreaskirche ein.

 

Entworfen wurden die Fenster durch Prof. Markus Lüpertz, einer der renommiertesten Maler und Bildhauer der Gegenwart und langjähriger Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie.

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Hergestellt wurden sie von der Fa. Wilhelm Derix, Taunusstein. LogoDerix
Finanziert und der Andreaskirche geschenkt wurden die Fenster aus vielen großen und kleinen Spenden vom Förderverein Romanische Kirchen Köln e.V.. LogoFoerderverein