Die Dominikanerkrippe

Mehr als ein halbes Jahrhundert alt ist die Dominikanerkrippe in Sankt Andreas. Gefertigt wurde die Hauptfigurengruppe im Jahr 1952. Der Dominikanerbruder Adolf Guttenbacher fertigte neun Figuren, nämlich die Heilige Familie, einen Knaben, ein älteres Paar sowie die drei Könige.

Bei den Figuren handelt es sich um bekleidete Gliederpuppen, der Körper ist mechanisch und nur grob mit Metallgelenken angelegt. Köpfe und die nicht von Bekleidung bedeckten Teile der Gliedmaßen sind aus dem vollen Lindenholz gearbeitet.
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krippe5 Schaut man sich die Krippenfiguren näher an, so fallen zunächst die markanten Gesichter der beiden alten Leute ins Auge.
Sie stellen Menschen aus einem bäuerlichen Umfeld dar, der Erbauer gestaltete die beiden nach den Gesichtszügen seiner tief gläubigen Eltern.

Die Vorlage des jungen Knaben, der eine Geige in den Händen trägt, holte sich Adolf Guttenbacher in der Gestalt eines jungen Messdieners zur damaligen Zeit. Viele Jahre später besuchte dieser als nun erwachsener Mann die Krippe seiner Kindheit. Er ist heute Berufsmusiker und als Violinist in einem symphonischen Orchester tätig.
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 krippe6 Die Heiligen Drei Könige finden zunächst ihren Platz auf der Orgelempore und ergänzen erst zu Epiphanie am 6. Januar das Krippenensemble.

In den Figuren der Könige finden sich Angehörige mehrerer Kontinente wieder:

Da Adolf Guttenbacher durch seine elfjährige Missionarstätigkeit in China einen besonderen Bezug zu Asien hatte, gestaltete er einen der Könige mit chinesischen Attributen, das Gesicht mandeläugig, den typischen Bart der Chinesen und die Gabe in Form von Räucherstäbchen.
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Ein weiterer König repräsentiert den afrikanischen Kontinent in Gestalt und Gaben,

der dritte ist einem babylonischen König ähnlich, er bringt Gold zur Krippe.
 
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Unter der Küsterfamilie Heideler fand die Krippe in den siebziger Jahren liebevolle Betreuung. Mit großem Engagement arbeitete der Küster an der weiteren Ausgestaltung der Krippe und ergänzte sie mit Engel- und Tierfiguren. Die Tiere stammen teils aus bäuerlichem Umfeld, wie etwa ein Schäferhund, der neben der Krippe wacht. Auch um die Gewandung der menschlichen Figuren kümmerte sich die Küsterfamilie, Joseph erhielt ein Gewand in den Farben schwarz und weiß, also das Äußere eines Dominikaners, Maria trug damals ein weißes Kleid mit rotem Mantel.
 
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      Köln, im Dezember 2010,
unter Verwendung eines Textes
von Marcel Oswald