Die Brauerkrippe

 

Als die Brauer vor einigen Jahren ihren Wunsch nach einer eigenen Krippe äußerten, wurde im Gemeinderat beraten, wo man diese Krippe wohl aufstellen könnte: vor der Kirche oder in der Kirche vielleicht in die Vorhalle. Man einigte sich auf die Kapelle "St. Petrus von Mailand" im linken Seitenschiff unserer Kirche. Dort steht der Altar, den die Brauer 1911 für die Kirche stifteten und den sie 1960 erneuerten.

Angedacht war, die Krippe nur das erste Jahr 2001 in der Kirche aufzustellen, danach sollte sie von Brauhaus zu Brauhaus wandern. Schnell sah man aber ein, dass die Brauerkrippe nicht nur gut in unsere Kirche passt, sondern auch ganz speziell in diesem Kapellenraum auf großes Interesse stößt und sinnreich aufgestellt ist. Seitdem wird sie jedes Jahr hier aufgebaut.

Die Bildhauerin Hildegard Neunkirchen, aus dem rechtsrheinischen Unkel wurde von den Brauern gebeten, eine Kölschbrauer-Krippe zu bauen. Sie machte sich eine Freude daraus, aus dunkelbraunem Ton Figuren herzustellen, die mit dem Bierbrauergewerbe zusammenhängen.
 
brauerkrippe1  

Um das neugeborene Kind herum sieht man, wie die Brauer, die Mälzer und andere verwandte Handwerker vor ca. 130 - 150 Jahren in kleinen rheinischen Hausbrauerein Bier herstellten. Dazu benutzten sie in mühsamer Arbeit einfache Geräte.
Da ist der Böttcher, der das Braugeschirr mit Hammer und Amboss herstellt. Da ist der Fassbinder, der die kleinen und großen "Pittermännchen" herstellt. Ein Mälzer wendet mit seiner großen Holzschaufel das Gerstenmalz, das zum Trocknen auf der Malztenne ausgebreitet wird. Ein anderer Mälzer bringt das fertige Malz in einem Sack auf den Schultern in die Brauerei. Hier rührt der Bierbrauer im Maischbottich. Ein Gehilfe gießt das Bier in ein großes Fass. Der Schröter bringt die Bierfässer mit einem Handkarren von Haus zu Haus.

  
Alle diese am Bierbrauen beteiligten Personen versammeln sich an Weihnachten um die Krippe mit den neugeborenen Jesuskind. Das liegt in einem Bierfass. Daneben Maria, die Hände gefaltet und Joseph mit einer Laterne. Über der Krippe sieht man den heiligen Petrus von Mailand, den Schutzpatron der Bierbrauer.

Ein Brauerlehrling sitzt auf einem Fass und ruft: Kommt herbei!  Eine Hopfenpflückerin hört den Ruf und kommt mit ihrem Korb voll Hopfen. Ein junges Mädchen kniet nieder und schenkt dem Christuskind einen Hopfenstrauß. Und neben einem Messdiener, einem Behinderten und dem Engel Gabriel darf einer natürlich an der Krippe nicht fehlen:

Ein Köbes trägt einen Kranz mit Kölsch-Stangen.

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(Nach einem Text von
Marcel Oswald)

 

Zur Weihnachtszeit 2011/2012 hat die Krippe eine neue Umgebung bekommen
und zeigt nun die Brauertätigkeiten in einem typischen Kölner Milieu: 

 

Sehen Sie sich hier die einzelnen Figuren näher an (klick!):

St. Andreas, Köln: Brauerkrippe St. Andreas, Köln: Brauerkrippe St. Andreas, Köln: Brauerkrippe
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