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Christus trägt den roten Mantel des Königs und Siegers, seine Wunden als Zeichen der Erlösung zeigend. Er thront auf einem Regenbogen, Symbol des Bundes, den Gott immer wieder mit den Menschen schließt. Die beiden Engel mit den Trompeten, die die Toten aus den Gräbern rufen, beugen sich neben Christus über den Regenbogen. Christi Füße ruhen auf der Erdkugel. Zu beiden Seiten von ihm stehen unsere Fürsprecher, Maria und Johannes der Täufer. Dies alles geschieht im Himmel, verdeutlicht durch die Wolken.
Im unteren Bereich sieht man in der Mitte Tote aus den Gräbern steigen. Zur Rechten Christi gehen die Geretteten hoffnungsvoll dem ewigen Licht entgegen, angedeutet links neben und unter den Wolken. Sie werden von einem Engel begleitet. Auf dieser Seite, auf der Seite der Guten, kniet der Stifter im Kanonikergewand, vor ihm sein Birett und sein Wappen: drei Eichen- oder Ilexblätter mit zwei Blumen.
Zur Linken Christi sind die Verdammten. Überall auf dieser Seite sieht man fliegende schwarze Teufel und Drachen. Die Menschen laufen in ihr Unglück, sie verbrennen in den Flammen. Eine nackte Frau tanzt noch in den Flammen und ein Mann schaut ihr begehrend zu. Unten rechts im Bild wird ein Mann von den Flammen verschlungen.
Es gibt drei Rückenfiguren - Rückenfiguren stehen stellvertretend für den Betrachter. Da ist jener, der vom Engel geleitet wird. Sein Leben war ein Ja zum Guten. Bin ich das? Eine zweite Rückenfigur steht fast in der Mitte des Bildes. Dieser Mensch ist noch auf Erden. Er erkennt Gut und Böse, er hat noch die Freiheit sich zu entscheiden. Er schaut zu Maria auf und bittet sie bei ihrem Sohn für ihn einzustehen. Ein Teufel versucht ihn hinunter zu zerren. Wird es ihm gelingen, dem Teufel zu entfliehen, sind Glaube, Hoffnung und Liebe so groß bei ihm, dass er dem Teufel entrinnen kann, dass der Teufel ihn nicht in seine Gewalt bekommt. Bin ich das?
Eine dritte Rückenfigur wendet sich ebenfalls Maria zu, doch seine Kraft ist nicht groß genug. Er scheint freiwillig in die Flammen hineinzugehen, denn kein Teufelchen zieht ihn herunter. Bin ich das, lasse ich mich einfach gehen?
Wir sind also durch dieses Bild herausgefordert. Was können wir in unserem Leben tun, um dem Bösen zu entfliehen?
Es sei noch darauf hingewiesen, dass es neben diesem Tafelbild noch zwei Wandgemälde zum Thema Weltenrichter in St. Andreas gibt, und zwar in einer Kapelle auf der Südseite und auf einem Pfeiler im Mittelschiff.
P. Marcel Oswald OP
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