• Der Apostelschrein
   mit der Armreliquie des hl. Andreas

   (auch "Andreasschrein" genannt)

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Die Reliquien Albert des Großen wurden in einem hölzernen Barockschrein mit der halb aufgerichteten bischöflichen Liegefigur in die St. Andreaskirche überführt.

Die Gebeine bettete man 1859 um in einen gotischen Schrein, der heute Apostelschrein, auch Andreasschrein genannt wird. Der Kölner Stadtbaumeister Johann Peter Weyer (1794 - 1864) hatte ihn aus dem Kunsthandel erworben und nach gründlicher Restaurierung für die Reliquien des damals noch seligen Albertus Magnus gestiftet.
 
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apostelschrein_3 Den Großteil der Reliquien brachte man 1953 in die nach dem Krieg frei­gelegte alte Krypta von St. Andreas, in der sie in einem antiken Steinsarkophag beige­setzt wurden. Ein kleiner Reliquienanteil blieb im mittelalterlichen Holzschrein. Bis 1994 wurde der Schrein zum Fest des Heiligen Albert am 15. November vor den Vierungsaltar gestellt.
Der Apostelschrein, der vom Ende des 14. Jh. stammt, befand sich bis zum 19. Jh. in der Johannis Stiftskirche in Niederlahnstein bei Koblenz. Er gleicht einer gotischen Kapelle und ist in Kreuzform angelegt. Auf dem Dachfirst besitzt er eine durchbrochene Galerie, die mit einem gotischen Kamm bekrönt wird. Fischblasenmaßwerk, Kreuzblumen, Krabben und Fialtürmchen verzieren den vergoldeten und bemalten Schrein.

Auf der Vorderseite sind von links nach rechts dargestellt: Bartholomäus (Schlachtmesser), Jakobus der Ältere (Muschel), Petrus (Schlüssel, Buch), Christus als Erlöser, Maria mit dem Kind, Johannes (Kelch), Andreas (Andreas-Kreuz), Matthäus (Buch, Fahne)

Auf der Rückseite sieht man von links nach rechts: Philippus (Kreuz), Simon den Zeloten (Säge), Thaddäus (Schwert), Bischof mit Stifter, Bischof Dionysius (Haupt unter dem Arm), Thomas (Winkelmaß), Matthias (Schwert), Jakob den Jüngeren (Walkerstange).
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Dr. Max Reiners, Ur-Ur-Enkel des Stadtbaumeisters Weyer, hat das Kunstwerk restaurieren lassen und setzte damit die Familientradition fort. Der Schrein hat 1997 einen würdigen Platz im Chor der Kirche St. Andreas gefunden. Passend zum Patrozinium der Kirche St. Andreas wurde eine Armreliquie des hl. Andreas hineingelegt.

Kardinal Peter von Kapua brachte im 13. Jh. Reliquien des Apostels Andreas von Konstantinopel nach Amalfi in Italien. Von dort gelangte eine Armreliquie in die Stiftskirche von Rees am Niederrhein.

Auf die in­ständigen Bitten des Dechanten von St. Andreas in Köln überließ das Reeser Stift dem Kölner St. Andreas­ Stift diese Reliquie im Jahre 1257. Sie war in einem kunstvollen silbernen Arm verschlossen. Dieser wurde 1795 durch die Franzosen veräußert.
Im Jahre 1898 fand man jedoch die Reliquie in einer Kiste im Archiv. Sie war in rote, golddurchwirkte Seide eingehüllt. Lange lag sie bei den anderen Reliquien im Reliquienschrank. Seit 1997 hat sie nun einen ehrwürdigen Ort gefunden.

Marcel Oswald