ERZBISTUM KÖLN    |    DOMINIKANERPROVINZ TEUTONIA     

Die Dominikaner in Köln

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Im Jahr 1221 werden vom Generalkapitel der Dominikaner in Bologna Bruder Salomon, Bruder Christian und andere nach Köln geschickt, um dort einen Konvent zu gründen. Sie werden von den Stiftsherren von St. Andreas aufgenommen. Diese stellen ihnen das Hospiz St. Maria Magdalena zur Verfügung. Dieses hatte 1180 der Arzt und Chorherr des Andreasstiftes Petrus an der Stolkgasse zusammen mit einer Kapelle erbaut.

Durch Schenkungen und Ankäufe der angrenzenden Privatgrundstücke (z.B. von Herzog Walram von Limburg) wird aus dem Hospiz nach und nach ein großer Klosterkomplex mit Konvents- und Wirtschaftsgebäuden sowie einem Platz zum Predigen.

Um 1250 entsteht eine dreischiffige spätromanische Hallenkirche mit flacher Decke. Das Mittelschiff ist 35 m lang und 8,5 m breit. Die Nebenschiffe messen 35 m in der Länge und je 5 m in der Breite. Den geraden Abschluss der Schiffe bildet der Hauptchor mit zwei Nebenchören. 1271 erhält die Kirche einen 19,9 m langen hufeisenförmigen Hochchor in gotischem Stil. Das Apsis-Fenster ist heute noch als “Jüngeres Bibelfenster” in der Stephanskapelle des Kölner Doms zu besichtigen. Andere Fenster wie das Dominikus-, Petrus-Martyr- und Johannes-Evangelista-Fenster befinden sich heute im Kapitelsaal des Kölner Doms. An die Seitenschiffe werden Kapellen angebaut.

 Hinter dem Kreuzgang, der 20 x 15 m umfasst, befindet sich ein Obstgarten mit Rebstöcken. Die Kreuzreliquie, die Albertus Magnus von König Ludwig IX. aus Frankreich geschenkt bekommen hat, gibt der Kirche den Namen Heilig Kreuz.

Zeitweise leben mehr als hundert Dominikaner im Konvent, zu denen Thomas von Aquin, Meister Eckhart, Johannes Tauler, Heinrich Seuse und besonders Albert der Große zählen.

Es gibt nur wenig Quellenmaterial, da die Bibliothek des Klosters und Teile des Klosterarchivs bei einem Brand 1659 vernichtet worden sind. Auch die spätere Bibliothek mit wertvollen Manuskripten ist spurlos verschwunden.

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An der Wende vom 12. zum 13. Jh. vollzieht sich in dem wirtschaftlichen und geistigen Leben des Mittelalters eine wahre Revolution. Die Bevölkerung der Stadt Köln hat seit Beginn des 12. Jh. stark zugenommen. Durch den Handel wird sie bald zur ersten Stadt Deutschlands. Die Handelswege führen nicht nur ins Umland, sondern auch in die reich entwickelten Städte Flanderns und nach England. Die Kapitalkraft der Bürger wächst außerordentlich und damit ihr Selbstbewusstsein. Sie verlangen ihren Anteil an der Regierung der Stadt und wissen sie dem bisherigen Stadtherrn, dem Erzbischof, mehr und mehr abzugewinnen, zunächst im finanziellen, dann nach und nach in allen anderen Bereichen. Im gleichen Zuge wenden sich die Bürger von den Stiften ab und mehr und mehr den Bettelorden zu, den Franziskanern und den Dominikanern. Die Dominikaner bekommen Nachwuchs aus allen Ständen, den einflussreichen Familien Overstolz, Hardefust, Blitterwich usw., den Handwerkerfamilien und den Gewerbetreibenden. Auch bilden sich bei den Dominikanern Bruderschaften, so z.B. um 1250 die Petrus-von-Mailand-Bruderschaft der Kölner Brauer. Die geistliche Betreuung obliegt bis heute den Dominikanern.

1248 kommt Albertus Magnus aus Paris, wo er einen Lehrstuhl für Theologie innehatte, nach Köln. Dort erhält er den Auftrag, die erste Ordenshochschule der Dominikaner auf deutschem Boden zu errichten. Sie wird die Vorläuferin der 1388 gegründeten städtischen Universität.

Jede Provinz hat das Recht, zwei jüngere Brüder, die das theologische Grundstudium abgeschlossen haben, zur Vertiefung ihrer wissenschaftlichen Ausbildung und zur Vorbereitung auf die eigene Lehrtätigkeit nach Köln zu schicken. So ist bekannt, dass Studenten aus Skandinavien, Ungarn und aus Böhmen in Köln weilten.

Im Umfeld des Klosters entstehen zahlreiche Beginenhäuser. Beginen sind Frauen, die in geistlichen Gemeinschaften zusammenleben und nach außen hin sozial tätig sind, ohne jedoch ein Gelübde abgelegt zu haben.

Die Dominikaner werden vom Erzbischof Konrad von Hochstaden mit ihrer Betreuung beauftragt. 1255 wird dann auch ein Dominikanerinnen-Kloster, St. Gertrud, an der Nord-Westecke des Neumarktes errichtet (siehe Foto). Hier hält im 14. Jahrhundert Johannes Tauler einige seiner großen Predigten.

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Die Begine Christina von Stommeln berichtet, dass die Dominikaner an Festtagen in ihrer Dorfkirche predigten. Die Dominikaner verfügten nämlich über das Privileg, außerhalb ihrer Kirche zu predigen und Beichte zu hören.

Viele Bürger vererben ihre Häuser und Grundstücke den Bettelorden. Dadurch gehören diese Häuser zum Immunitätsbereich der Klöster und bringen der Stadt keine Steuern ein - sie sind der weltlichen Gewalt entzogen. Dies führt zwischen 1343 - 1351 zum Konflikt: Die Stadt versucht die Immunität der Klöster einzuschränken. Nach langen Verhandlungen geben zuerst die Minoriten, dann die Augustiner und später die Karmeliter nach.

Die Dominikaner wehren sich dagegen weiter gegen die Einmischung des Rates in die kirchlichen Erwerbsrechte, und müssen deshalb 1347 die Stadt verlassen. Ihre Häuser werden konfisziert und den früheren Besitzern oder Erben zurückgegeben. Die Dominikaner ziehen nach Bonn, wo sie ein Studienhaus errichten. Nach dem Schiedsspruch von 1351 kehren sie zurück.

In dem Schiedsspruch wird festgehalten, dass alles, was der Rat verkauft hat, zu Recht verkauft worden ist. Was die Dominikaner in Zukunft an Immobilien geschenkt bekommen, muss der Konvent in weltliche Hand übergeben, z.B. an Verwandte der Dominikaner.

In dieser Zeit geben die Dominikaner, trotz ihrer finanziellen Schwierigkeiten, die Pietà, die sich jetzt in St. Andreas befindet, in Auftrag.

Einen wichtigen Aufschwung erhält das Generalstudium des Klosters, als 1388 die alte Hansestadt Köln mit Unterstützung des Papstes Universitätsstadt wird. In der Stolkgasse, dem Dominikaner-Kloster gegenüber, nimmt die Artistenfakultät (Geisteswissenschaften) ihren Sitz.

Der Dominikanerorden erkennt die Bedeutung der Universität. Viele Studenten der Dominikaner studieren an der Universität, an der gleichzeitig auch eine Reihe von Dominikanern als Professor tätig ist. Im Zeitraum von 1388 - 1521 sind von insgesamt 191 Theologie-Professoren 55 Dominikaner. So kann man auch verstehen, dass sich am Ende des 15. und am Beginn des 16. Jh. der Kampf der neuen Geistesrichtung, des Humanismus, vor allem gegen die Dominikaner in Köln richtet, denn sie geben in dieser Zeit den Ton an und halten dabei streng an der scholastischen Tradition des Thomas von Aquin fest. Selbst in theologisch-kanonistischen Fragen greifen die Dominikaner stets auf Thomas zurück.

Es sei erinnert an ein Gutachten von 69 meist rheinischen Gelehrten zu Gunsten von St. Andreas in Köln aus dem Jahre 1426, in dem die Dominikaner ihre Meinung mit der Ansicht des hl. Thomas begründen.

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Im Streit zwischen scholastischer und humanistischer Philosophie wird der Prior des Dominikanerkonventes, Jakob von Hoogstraeten (1516-1527), in seiner Funktion als Inquisitor in den sog. Dunkelmännerbriefen lächerlich gemacht.

Ende des 15. Jh. ist ein Ereignis zu erwähnen, das für die Volksfrömmigkeit und die Seelsorge von großer Bedeutung gewesen ist:

Im Anschluss an die Belagerung von Neuss durch Karl den Kühnen von Burgund 1474/75 errichtete Jakob Sprenger, Professor an der Universität und Prior des Dominikanerkonventes, die Rosenkranzbruderschaft (1475). In Köln erinnert noch heute das berühmte Rosenkranzbild in St. Andreas (einst in der Dominikanerkirche) an die Entstehung der Bruderschaft. In dem im Vordergrund knienden Dominikaner (mit der Doktormütze) sieht man ein Porträt Jakob Sprengers. (siehe Foto)

Der Name Jakob Sprenger wird in der Welt der Gelehrten nicht gerne gehört, wird er doch fälschlicherweise als der Mitherausgeber des malleus maleficarum, des Hexenhammer betrachtet. Dieses Buch hat eine traurige Berühmtheit in den Hexenprozessen der späteren Zeit erlangt.

Der Hexenhammer schildert die angeblichen Praktiken der Hexen, wie man sie überlisten kann und den Prozess gegen sie führen soll. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass Sprenger mit dem Hexenhammer überhaupt nichts zu tun hat. Der Dominikaner Heinrich Institoris aus Schlettstadt (Sélestat) hat den Hexenhammer verfasst. Um einen bekannten Namen einzubringen, hat Institoris das Gutachten der Kölner Universität gefälscht und Jakob Sprenger als Verfasser genannt. Während Heinrich Institoris es mit den klösterlichen Regeln nicht so genau nahm, war Jakob Sprenger ein Verfechter des observanten, strengen klösterlichen Lebens. Als Prior und Provinzial hat Jakob Sprenger die strenge Observanz in Köln eingeführt. Unter Jakob Sprenger erlebt das Dominikanerkloster zwischen 1464 - 1525 eine Blütezeit.

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Die große Reformbewegung, die während des ganzen 15. Jh. in den Konzilien einerseits, in den Reformversuchen des Ordens- und Weltklerus andererseits zum Ausdruck kommt, findet ihren traurigen Abschluss in der Kirchenspaltung. Die Kirche Deutschlands wird in ihren Grundfesten tief erschüttert. Am wenigsten von der Spaltung betroffen sind die Gebiete am Mittelrhein.

Ihre Hauptstütze finden sie in der Universitäts- und Reichsstadt Köln, die selbst gegen den Bischof dem katholischen Glauben treu bleibt. Bei den Dominikanern gibt es eine ansehnliche Zahl von eifrigen Verteidigern des katholischen Glaubens, z. B. Bernhard von Luxemburg oder Tilmann Smeling aus Siegburg.

Jedoch im Blick auf Gesamtdeutschland ist die Situation bedrohlich. Die meisten Klöster befinden sich in einer protestantischen Umgebung und sterben aus. Deshalb werden Mitbrüder aus Spanien und Italien gebeten, die Leitung der Klöster und den Unterricht zu übernehmen. Auch an der Universität Köln sind jetzt ausländische Dominikaner tätig. Doch allmählich bessert sich die Lage wieder. Die Seelsorge nimmt von neuem einen großen Aufschwung, vor allem widmet man sich der Verbreitung des Rosenkranzes.

Am 2. März 1659 brennt das alte Dominikanerkloster in Köln aus. Die Manuskripte und andere wertvolle Dinge werden vernichtet. Das Feuer ergreift auch das flach gedeckte Langhaus der Kirche und die Bedachung des Chorwerks, wodurch dessen Bleiplatten schmelzen. Beim Neubau des Klosters durch Prior Gumpertz wird der Kreuzgang auf 30 x 40 m vergrößert und das Kloster dreigeschossig errichtet.

1794, als die Franzosen in Köln einrücken, gibt es nur mehr 31 Dominikaner im Kloster (15 Priester, 6 Studenten, 7 Brüder und 3 Novizen). In diesem Jahr erscheint der letzte erhaltene Katalog der Namen der Brüder der Provinz Teutonia. Das Dominikanerkloster wird zunächst mit französischen Soldaten belegt, die später in die Kartause überwechseln. Am 17. Juni 1799 erhalten die Dominikaner den Befehl, innerhalb von zwei Stunden ihr Kloster zu räumen, da es von der französischen Militärverwaltung zur Kaserne für 1500 Mann bestimmt sei. Die Kanoniker von St. Andreas nehmen die Vertriebenen gastfreundlich auf. Nur einige wenige Manuskripte dürfen die Dominikaner mitnehmen, einige Rechnungsbücher und dazu die Reliquien der Heiligen, freilich ohne die kostbaren Reliquiare, sie bleiben in den Händen der Revolutionäre und werden eingeschmolzen. Ebenso werden die Reliquien des Hl. Albert und einige Kunstschätze wie die Pietà, die Rosenkranzmadonna und das Altarbild der Rosenkranzbruderschaft mitgenommen.

Die Dominikaner können nur kurze Zeit in St. Andreas bleiben, denn 1802 wird auch dieses Stift aufgelöst. Während die älteren Dominikaner bei Verwandten in Köln unterkommen, übernehmen die jüngeren Pfarrstellen, z.B. Bruchhausen, Fischenich, Dieblich.

Das letzte Mitglied des Konventes, P. Pius Wiand, der 1794 Novize war, stirbt am 10. Juli 1860. Nach der Aufhebung des Klosters war er Pfarrer in Dieblich, Subsidiar in Fischenich, Schwadorf und an St. Alban in Köln.

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Das Archiv des Klosters wird von der französischen Verwaltung übernommen. Es befindet sich heute im Staatsarchiv Düsseldorf. Die sehr reichhaltige Bibliothek hingegen ist spurlos verschwunden. Die Ordenskirche, ein Prachtbau des 13. Jh., wird am 28. September 1802 geschlossen und der Plünderung rücksichtslos ausgeliefert. 1804 wird die Kirche bis auf die Grundmauern abgerissen und die noch vorhandenen Denkmäler werden zertrümmert. Sie ist nach dem Dom die größte Kirche der Stadt gewesen.

1814 wird das ehemalige Kloster in eine preußische Artilleriekaserne umgewandelt, 1828 wird auch der letzte mittelalterliche Rest des Klosters, das gotische Eingangstor zum Klostergebäude, von der Militärbehörde beseitigt. 1889 fällt alles der Spitzhacke zum Opfer.

In den Jahren 1889 - 1892 entsteht an der Stelle des Klosters die Reichshauptpost (Foto links)

Beim Bau werden die noch vorhandenen Grundmauern und Grabstätten der ehemaligen Klosterkirche aufgedeckt und aufgezeichnet. Die Reichshauptpost wird im zweiten. Weltkrieg vollständig zerstört.

1948 baut die Post an die selbe Stelle das schlichtere Hauptpostamt, das sie 1998 aus wirtschaftlichen Gründen aufgibt. Heute befindet sich an dieser Stelle eine Senioren-Residenz (Foto rechts).

Im Jahre 1898 kehren die Dominikaner nach Köln zurück. Sie bewohnen zunächst ein Mietshaus (Melchiorstraße 35).

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Alsbald jedoch beginnen sie mit dem Neubau von Kloster und Kirche außerhalb der alten Umwallung an der Lindenstraße. Der Grundstein zur neuen Klosterkirche wird am 2. Oktober 1902 gelegt und am 10. Mai 1904 wird sie konsekriert.

Am 31. Mai 1942 werden Kirche und Kloster zunächst stark zerstört, und dann am 2. März 1945 durch die Bomben buchstäblich zermalmt. 1947 wird ein neues Gotteshaus erbaut (siehe Foto), das 1952 konsekriert wird.

Am 1. Mai 1947 kommen die Dominikaner nach St. Andreas. Da die Reliquien ihres Mitbruders Albertus Magnus dort liegen, überträgt Kardinal Frings ihnen die Seelsorge an dieser Kirche. Das alte Pfarrhaus wird abgerissen und an seiner Stelle entsteht 1954 ein Gebäude, das 10 Dominikanern Unterkunft bietet, ausgestattet mit Sprechzimmer, Pforte, Refektorium und Gemeinschaftsräumen. Die Dominikaner machen sich einen Namen durch die Predigten in der 11-Uhr-Messe von P. Laurentius Siemer und dessen Bruder P. Alexander Siemer, P. Rochus Spieker, P. Wunibald Brachthäuser u.a.m. Auch als Beichtkirche ist St. Andreas bekannt, hier sei vor allem an den blinden P. Candidus Wiedemann erinnert.

Als 1971 Kardinal Höffner St. Andreas visitiert, regt er die Bildung und Förderung von kleinen Gruppen an, die sich intensiver mit Fragen des Glaubens und dem Leben aus dem Glauben befassen sollen. Die pastoralen Säulen Predigt und Beichte sollen durch weitere Säulen ergänzt werden. P. Titus Braun macht hiermit einen Anfang, der in den folgenden Jahrzehnten von P. Werner Po, P. Manfred Entrich, P. Johannes Bunnenberg, P. David Kammler, P. Thomas Krauth und P. Nikolaus Natke weitergeführt wird.

Man entdeckt dabei auch, wie wertvoll es ist, eine Kirche über dem Grab eines Heiligen zu haben. Namhafte Professoren und Wissenschaftler werden eingeladen, um über Albertus Magnus zu referieren. Der Besuch des Papstes am 15. November 1980 bedeutet einen wichtigen Meilenstein in der Verehrung des Hl. Albert. Nach und nach wird die jährliche Albertuswoche liturgisch und wissenschaftlich fundiert. Dazu tragen Bischöfe, Vertreter des Albertusinstitutes und des Albertinums bei, die zu den Feierlichkeiten eingeladen werden.

Seit dem Beginn des 21. Jh. feiern die Elektro-Innung und die Apothekergilde regelmäßig Gottesdienste am Grab des Hl Albert. Die Verbindung zu den Schulen, die Albertus als Namenspatron haben, führt dazu, dass viele junge Menschen nach St. Andreas kommen, um hier etwas über ihren Patron zu erfahren.

Die Lage von St. Andreas im Herzen der Stadt fordert einen intensiven Kontakt zu den anderen Pfarreien der Innenstadt. So wird regelmäßig ein Pilgerweg organisiert, der die Kirchen der Innenstadt miteinander verbindet. Die kunsthistorisch wertvolle Architektur und eine Vielzahl alter Kunstwerke sorgen für einen ständig steigenden Besucherstrom aus dem In- und Ausland. An manchen Tagen stehen mehrere Führungen in der Kirche an. Zusammen mit den Dominikanern arbeitet eine ganze Reihe von ehrenamtlichen Männern und Frauen an St. Andreas.

Der vielfältige Einsatz von engagierten Laien ist in St. Andreas nicht mehr weg zu denken, u.a. wird versucht, auf konkrete Nöte in der Stadt einzugehen, sei es durch Kleiderausgabe oder durch ein regelmäßiges Obdachlosenfrühstück. An St. Andreas spiegelt der Gemeinderat das vielfältige Engagement der Personalgemeinde wider: In ihm sind alle Gruppen der Gemeinde repräsentiert.

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Von 1993 bis 2005 war St Andreas auch Ausbildungskonvent, dann wohnten hier Dominikanerstudenten, die das Grundstudium oder ein weiterführendes Studium in Bonn absolvierten und in der Gemeinde mithalfen.

In den Monaten Juli und August wurden donnerstags abends Vorträge angeboten, die regelmäßig von ca. 120 Interessierten besucht wurden. Zu den Themen gehörten u.a. Dominikanische Mystik (1995), Martin Luther (1996), Prophetischer Widerspruch (1997), 750 Jahre Gründung des Generalstudiums (1998), Ethische Aspekte der Globalisierung (1999), 800 Jahre Albertus Magnus (2000), Israel-Palästina zwischen Verheißung und Konflikten (2001).

Von besonderer Wichtigkeit mit erheblichen Auswirkungen auf den Kirchenbesuch waren: 1970: tausendjähriges Bestehen von St. Andreas 1980: Papstbesuch 1983: Generalkapitel der Dominikaner 1985: Jahr der Romanischen Kirchen 1980 - 1987 jährliches Treffen der Dominikanerinnen 1997: 50 Jahre Dominikaner an St. Andreas mit dem Ordensmeister, Professen, Diakonats- und Priesterweihen 2005: Dominikanisches Zentrum zum Weltjugendtag

Das Dominikanerkloster in der Lindenstraße beherbergt die Provinzleitung. In diesem Kloster wohnten einst die Volksmissionare. Schwerpunkt bilden hier Predigten und Vorträge sowie Ausstellungen. Die Nähe zum Universitätsviertel birgt viele Chancen. Durch Beschluss des Provinzkapitels der Teutonia wurden die beiden Dominikanerkonvente in Köln am 1. Dezember 2004 zusammengelegt. St Andreas ist Filialhaus des Klosters Heilig Kreuz in der Lindenstraße. In St. Andreas selbst gibt es nur mehr eine kleine Anzahl von Dominikanern, die zusammen mit Brüdern von der Lindenstraße die Kirche St. Andreas betreuen.

Köln, im Oktober 2005
P. Marcel Oswald OP


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