Literatur in St. Agnes
St. Agnes hat sich zu einem besonderen Ort der Literatur in Köln etabliert. Namhafte Autorinnen und Autoren aus der ganzen Welt haben in den vergangen Jahren in St. Agnes ihre Texte vorgestellt und Auskunft über ihr literarisches Wirken gebeben.
Ziel der literarischen Reihe ist es, einen Austausch mit der modernen Kultur zu organisieren, der nach dem Selbstverständnis der Kirche notwendig ist. Da die christliche Religion sich auf ein Buch – die Bibel – beruft, ist der Kontakt zur modernen Literatur ein wichtiger Bestandteil dieses Austausches.
Hans Nieswandt unterstützt von seiner TochterDie Pfarrgemeinde St. Agnes versteht sich als Kulturträger in ihrem Viertel und versucht daher auch für die Menschen im Viertel mit ihren kulturellen Anliegen offen zu sein. Daher wird auch ein großer Teil unserer Lesungen von Autoren bestritten, die in unserem Viertel wohnen (zuletzt: Navid Kermani, Stefan Weidner, Richard David Precht).Ziel unserer Reihe ist es auch, als katholische Kirche in den kulturellen Austausch mit anderen Religionen zu treten. Daher werden auch gezielt Autoren eingeladen, die einen anderen religiösen Hintergrund haben. (Lily Brett, Navid Kermani, Efrad Gal Ed und Lizzy Doron).
"Literatur in St. Agnes" wird in Kooperation mit der Agnesbuchhandlung, dem katholischen Bildungswerk und Unterstützung der Stadt Köln durchgeführt.
Leider kann der Diaolg mit der zeitgenössischen Literatur zur Zeit nicht in der gewohnten Form weitergeführt werden. Generalvikar Dominik Schwaderlapp hat der Fortsetzung der Reihe im eigentlichen Kirchenraum seine Zustimmung verweigert. Die Diskussion wurde auch im Pfarrbrief 2008 / 2 geführt. Die Diskussionsbeiträge können Sie hier nachlesen.
Ort einiger vergangenenAutorenlesungen:
Kirchturm St. AgnesNach einer Denkpause hat der Literaturkreis entschieden, dass St. Agnes weiterhin Ausgangspunkt für Literatur im Viertel sein soll. Einen festen Ort für die kommenden Lesungen haben wir nicht – bewusst wollen wir zunächst provisorische Lösungen nutzen, indem wir passende Orte zu den Themen der Bücher suchen. Lassen Sie sich überraschen.
Die Liebe zur Literatur war größer als die Verärgerung über die Entscheidung des Generalvikars. Daher wird es auch weiterhin „Literatur in St. Agnes“ geben.
Zur Erinnerung: acht Jahre lang haben Autorinnen und Autoren aus dem Viertel, aber auch aus der Israel, USA, Spanien u.a. Ländern ihre Texte in der Kirche präsentiert. Weiteren Lesungen in der Kirche hat Generalvikar Schwaderlapp jedoch seine Zustimmung verweigert.
Die Mitarbeiter im Literaturkreis wollen auch weiterhin Lesungen organisieren, weil die Resonanz so überwältigend war: die zahlreichen Briefe, Mails, Gespräche, und die Unterschriftenaktion haben uns gezeigt, dass Bücher und Autoren weiterhin einen Ort um die Kirche herum haben sollen. Für diese Ermutigung möchten wir uns ganz herzlich bedanken.
Vergangene Literaturlesungen
"Literatur in St. Agnes" konnte an einem ganz besonderen Ort die letzte Lesung im Jahr 2009 präsentieren.Leider konnte der Autor Christian Linder wegen Erkrankung persönlich nicht daran teilnehmen. Der Literaturwissenschaftlerin Dr. Gabriele von Siegroth-Nellessen gelang es jedoch eindrücklich, in das Werk Heinrich Bölls einzuführen. Anschließend lasen der Schauspieler Bernt Hahn und Rupert Neudeck, der Gründer von Cap Anamur, zwei Stunden aus der Biographie vor.
Ein ergreifendes Erlebnis für die 90 Literaturfreunde, die sich in der ehemaligen Wirkungsstätte Bölls versammelt hatten.
Einen Zeitungsbericht aus dem "Kölner Stadtanzeiger" zu dieser Lesung finden Sie hier.
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| Las am 08. Oktober 2009 im Kirchturm: Norbert Scheuer |
Mit Norbert Scheuers aktuellem Roman "Überm Rauschen" setzte "Literatur in St. Agnes" am 08. Oktober 2009 seine Reihe mit Autorenlesungen im Kirchturm der Agneskirche fort.
Auch in diesem Roman skizziert Scheuer mit einer ruhigen und poetischen Sprache das Leben in einem kleinen Eifel-Ort, insbesondere die Faszination, die das Angeln im nahe gelegenen Fluss auf den Ich-Erzähler ausübt.
"Überm Rauschen" war für den Deutschen Literaturpreis nominiert.
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| Las am 26. Juni 2009 im Kirch- turm: Stefan Weidner |
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"Hilde Domin hätte sich gefreut"
Anja Schlüter„Irgendwann war ich zuhause, und auch gut zuhause. Davon lebe ich das Leben lang. Das war in Köln, in der Riehler Straße.“ Mit diesen Worten begrüßte der Buchhändler Uli Ormanns im Namen des Literaturkreise St. Agnes die Besucher einer ganz besonderen Veranstaltung.100 Rosen hatte Herr Ormanns für den literarischen Abend gekauft, zu dem der Literaturkreis St. Agnes anlässlich der Benennung des Hilde-Domin-Parkes eingeladen hatte. Jede Besucherin, jeder Besucher sollte eine Rose zu Erinnerung an Hilde Domin und ihr Gedicht „Nur eine Rose als Stütze“ erhalten. 100 Rosen reichten bei weitem nicht aus, so viele Interessierte kamen zu diesem Abend in die
Gedichte im RosengartenKrypta der Agneskirche. So freute sich auch Bezirksbürgermeister Andreas Hupke über das so große Interesse an Hilde Domin und der Benennung des Parks.Prälat Erich Läufer, langjähriger Chefredakteur der Kölner Kirchenzeitung stellte das Gedicht „Bitte“, das die Lyrikerin der Kirchenzeitung gewidmet hat, an den Anfang seines Statements. Literatur und insbesondere der Lyrik Hilde Domins gelingt etwas, so Prälat Läufer, woran Kirche und Theologie oft scheitert. Dem Unaussprechlichen Raum zu geben, ohne ins Gerede zu verfallen.
Hilde-Domin-Park: offizielle Eröffnung mit Ingeborg Zanders, Oberbürgermeister Schramma und Bezirksbürgermeister HupkeIm Mittelpunkt des Abends stand der Film "Ich will dich" von Anna Ditjes. "Hilde Domin, die als Kind oft in der Agneskirche war, würde sich sehr freuen, wenn sie wüsste, dass der Film heute Abend hier gezeigt würde.“, so die Kölner Regisseurin der das Kunststück gelungen ist, mit ihrem filmischen Porträt Hilde Domin den Zuschauern und Zuschauerinnen ganz nahe zu bringen.
Den Abschluß fand dieser bewegende Abend im Rosengarten, einem Teil des Hilde Domin Parkes.
In der Dämmerung las die Schauspielerin Anja Schlüter Gedichte Hilde Domins vor, die sie zusammen mit Clemens Zahn ausgewählt hatte. Die letzten Worte gehörten so wieder der Dichterin: „Nicht müde werden / sondern dem Wunder / leise // wie einem Vogel / die Hand hinhalten“






