Kunst
Die lebendige Kultur einer solchen post-säkularen Gesellschaft braucht eine nicht-triviale autonome Kunst, die sich nicht religiös vereinnahmen lässt. Sie braucht aber auch eine nichttriviale Religiosität, die nicht bloß museal ist, ein Zitatenschatz für die Gebildeten und Geschmäcklerischen unter ihren Freunden und Verächtern. (Thomas. M. Schmidt)
Seit 1990 lädt die katholische Kirchengemeinde St. Agnes Künstler und Künstlerinnen ein, in der Kirche Ausstellungen zu realisieren. Ziel dieser Ausstellungsreihe ist es, als Christen mit der Kultur, die für unsere Gesellschaft prägend ist, in einen Dialog zu treten.
Papst Paul VI. hat 1975 in "Evangelii Nuntiandi" einen "Bruch zwischen Evangelium und Kultur" als "das Drama unserer Zeitepoche" beklagt. Dieser Bruch ist nicht rückgängig zu machen. Kunst und Kirche stehen sich heute als autonome Bereiche gegenüber - mit ihrer jeweiligen Autonomie können sie sich jedoch gegenseitig bereichern.
Deshalb laden wir als Kirchengemeinde gerade diese so genannten ‚autonomen' Vertreter der Gegenwartskunst zum Austausch ein, weil wir ihre Werke - um mit Papst Johannes Paul II zu sprechen - als ‚Stimme der universalen Erlösungserwartung' begreifen. Kirche wird durch die Impulse zeitgenössischer Kunst angefragt und erfährt auf diesem Wege eine neue Selbstvergewisserung. Zugleich nimmt die Kirchengemeinde, die die Ausstellungen im Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk im Erzbistum Köln durchführt, ihren Bildungsauftrag in ihrem Innersten wahr.
Nächste Ausstellung
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Kunst in St. Agnes präsentiert im Herbst 2010 den Kölner Künstler Franziskus Wendels, der unter dem Thema Zeichen und Wunder zwei Videoarbeiten in der Agneskirche zeigen wird.
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30. Oktober 2010:
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Eröffnung der Ausstellung nach der Vorabend-
Messe um 19:00 Uhr. Eröffnungsrede: Herr Georg Elben (Bonn), Musik: M. Hoppe
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03. Dezember 2010:
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Ende der Präsentation.
Künstlergespräch mit Pfarrer Dr. Dominik Meiering um 21:00 Uhr |
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Einige zurückliegende Ausstellungen

Marion Menzel - Litaneien (Tee-Objekte)
10. Mai - 7. Juni 2009
Die Kölner Künstlerin Marion Menzel nutzt mit Tee für die Oberfläche ihrer Skulpturen einen besonderen Werkstoff. Die speziell behandelten Teeblätter verleihen den Objekten eine geheimnisvolle Optik zwischen einem tiefen Schwarz und einem dunklen Braun.
Marion Menzel entreißt alltägliche Materialien und Gegenstände ihrer vertrauten Umgebung und zwingt den Betrachter, sie neu wahrzunehmen. Sowohl die Produktionsweise als auch die Serie der entstandenen Elemente ihrer Objekte haben der Ausstellung in der Agneskirche den Titel "Litaneien" gegeben, einer Gebetsform, die sich durch Wiederholungen und Gleichförmigkeit auszeichnet.
Die Objekte Menzels zwingen den Betrachter, genau hinzuschauen und das Sehen neu zu lernen, "denn man sieht nichts, wenn man das Sehen nicht gelernt hat." (H.-J. Höhn)

David Rankin - Passage & Crossings
6. April - 27. April 2008
Der 62-jährige New Yorker malte die großformatigen Bilder eigens für das Hauptschiff der zweitgrößten Kirche Kölns. In den drei großformatigen Bildern tauchen vertikale, rot flackernde Linien auf schwarz changierenden Flächen auf. Laut eigenen Aussagen verweist Rankin mit seinen kontemplativen Arbeiten auf unterschiedliche Wahrnehmungsebenen, auf das Ringen zwischen Faktizität und Kontingenz.
Die Idee zur Ausstellung kam dem Maler im November 2006, als er mit seiner Frau, der Autorin Lily Brett, im Rahmen einer Lesereise zu Gast in der Agenskirche war. Das Triptychon ist weiterhin in der Agneskirche zu sehen.

Michael Royen - Zweites Gebot
18. November - 9. Dezember 2007
Der Kölner Künstler Michael Royen präsentierte großformatige abstrakte Bilder, kleine Objekte aus der Serie "Versunkene Religion" als auch eine in Vergessenheit geratene Marien-Figur, die der Künstler in einem Abstellraum der Kirche entdeckte.
"Diese Autoreflexivität der Kunst von Michael Royen wird in dieser Ausstellung von Bildern und Objekten in der St. Agnes-Kirche besonders deutlich. Denn hier, in diesem Raum, setzt er seine Bilder, die Ausdruck von kreativer Bewegungsenergie sind, in ein Verhältnis zu fertigen Produkten der Kunst. Diese Produkte sind "fertig", weil sie vertrautes und seit Jahrhunderten gebrauchtes Bildgut sind, mit festgelegten Bedeutungen, wie die Bilder und Plastiken von Maria, Jesus und den Heiligen. Bis in den Faltenwurf der Gewänder und bis in die kleinsten Körperhaltungen hinein sind die Bedeutungen dieser Objekte der Verehrung festgelegt. Diese Spannungen zwischen der reinen Bewegung der abstrakten Bilder, die nichts anderes darstellen als den Prozess der Darstellung selbst und den alten, vertrauten Bildern und Skulpturen, mit denen wir scheinbar "fertig" sind, sie sind das Spannende dieser Ausstellung in St. Agnes." (Prof Dr.Thomas Schmidt bei der Ausstellungseröffnung)

Peter Bömmels - Gratkür-Bilder
16. Oktober - 5. November 2006
Peter Bömmels, Mitbegründer der Künstlergruppe Mülheimer Freiheit und der Musikzeitschrift Spex zeigte Skulpturen und Zeichnungen.
Aus kräftigem Holz hat Bömmels Köpfe geschaffen, die wie Gregor Schwering in seinem Katalog zur Ausstellung sagt, "das Problem der Wahrnehmung des Angesichts der Welt aufgreifen". Bömmels Zeichnungen konzentrieren sich hingegen mit zarten und zurückhaltenden Linien auf die Brüche des Daseins.
Mit "Gratkür", einer Wortkomposition aus Gratwanderung und Kür, behandelt der Kölner Künstler die Fragilität des menschlichen Lebens.

Michael Bleyenberg - SPERO LUCEM
Der Kölner Künstler präsentierte 2003 die holographische Installation SPERO LUCEM, die weiterhin in der Agneskirche zu sehen ist.
SPERO LUCEM ist eine in Holographic Optical Elements-Technik gestaltete Lichtinstallation, die "absichtslos, ohne sakralen Bedeutungshintergrund als Teil einer Werkgruppe umgesetzt wurde. Mit der Hereinnahme in den Kirchenraum wächst ihr eine neue Bedeutung zu." (Michael Bleyenberg, in: Planungshilfe SPERO LUCEM, Erzbistum Köln, 2003)
"Die überwältigende Lichtfülle ist auch ein Thema der Installation von Bleyenberg, die Faszination der Farben und Farbkontraste, der collagierten Firmen und ihrer räumlichen Wirkung. Das Licht reißt aus der Trauer oder Interesselosigkeit heraus." (Hans-Ulriche Wiese, Leucht in meines Herzen Schrein, Münster 2008)
SPERO LUCEM ist eine in Holographic Optical Elements-Technik gestaltete Lichtinstallation, die "absichtslos, ohne sakralen Bedeutungshintergrund als Teil einer Werkgruppe umgesetzt wurde. Mit der Hereinnahme in den Kirchenraum wächst ihr eine neue Bedeutung zu." (Michael Bleyenberg, in: Planungshilfe SPERO LUCEM, Erzbistum Köln, 2003)
"Die überwältigende Lichtfülle ist auch ein Thema der Installation von Bleyenberg, die Faszination der Farben und Farbkontraste, der collagierten Firmen und ihrer räumlichen Wirkung. Das Licht reißt aus der Trauer oder Interesselosigkeit heraus." (Hans-Ulriche Wiese, Leucht in meines Herzen Schrein, Münster 2008)

Hella Berent - Auferstehung 15. Station
1993/1994
Ein Bild der Künstlerin Hella Berent ist in der Petruskapelle (vorne links) zu sehen. Es trägt den Titel: Auferstehung 15. Station.
Pfr. Hans-Ulrich Wiese nutzte dieses Bild 1994 zu einer Osterpredigt:
"Ein schwarzes Bild haben Sie vor sich. Ganz oben sehen Sie viele bunte Funken: rot, gelb, blau, weiß - wie ein Silvesterfeuerwerk oder die bunten Lichter einer Stadt vom Flugzeug aus gesehen. Oder ist es eine Langzeitaufnahme des Sternenhimmels mit Rotverschiebung? Für mich ist es ein persönliches Bild von Auferstehung. Es fragt mich nach meiner persönlichen Beziehung zum Auferstandenen. Jesus, der für uns gestorben ist, ‚beginnt' hier aufzuerstehen. Die Auferstehung muss sich in unserer Welt erst durchsetzen. Gott ist oft verdunkelt und fern. Aber mitten im Dunkel sehe ich schon die Funken Gottes, sein Licht und seine Sterne. Gott, der mit uns leidet, beginnt mit uns aufzuerstehen." (Hans-Ulrich Wiese, Leucht in meines Herzens Schrein, Berlin 2009, 34)



