Der Turm von St. Gertrud


von Ursula Jeschewski

In die Häuserzeile Krefelder Str. integriertIn die Häuserzeile Krefelder Str. integriertWie ein Pfeil ragt der Turm von St. Gertrud 40 m in den Himmel.
Schon bei der Zahl 40 kommt mir die Zahlensymbolik in den Sinn. In der Bibel ist sie die Zahl der Erwartung, der Vorbereitung, der Buße, des Fastens oder der Strafe.
Ungewöhnlich der Grundriss des Turmes, ein Fünfeck, ein Pentagon, steht für Verteidigung.
Zu der Zahl 5 fallen Ihnen sicher viele Beispiele ein: Die 5 Bücher Mose. Nach antiker Auffassung ist sie die Zahl der Hochzeit: Das Gleichnis von den 5 klugen und den 5 törichten Jungfrauen.
Interessant die Grundfläche, 25 qm, Ergebnis von  5 x 5 oder die Summe der ungeraden heiligen Zahlen.

Der Turm löst  sich nach oben in dreieckige Flächen auf.
Die Zahl 3 ist schon in vorchristlichen Religionen der Inbegriff höchster Heiligkeit und Vollendung. Für Christen steht die Drei für Dreifaltigkeit.
Die Spitze nach Osten gerichtet weist auf das Licht, die aufgehende Sonne und Auferstehung hin.
Bekrönt durch den Hahn als Wächter. Er erinnert uns an die Verleugnung des Petrus bei der Gefangennahme Jesu.

Interessant ist noch, dass im Turm eine einzige Glocke hängt. Sie hat eine bewegende Geschichte.
Nach dem 2. Weltkrieg wurden die nicht eingeschmolzenen Glocken als Leihglocken vergeben. St. Agnes erhielt eine Glocke aus Oberschlesien. Von 1952 bis 1960 war sie hier zu hören. Als 1960 für St. Agnes neue Glocken gegossen wurden, bekam die gerade gegründete Pfarrei St. Gertrud die Leihglocke geliehen. Sie stammt aus der Pfarrkirche Schillersdorf/Kreis Ratibor, (heute Tschechien), wiegt 540 kg und hat einen Durchmesser von 99 cm. Die Inschrift lautet: „Im Jahre 1764. Die Nacht zerstört mit grellem Blitz Turm und Glocken. Im Feuer verglüht der klare Ton ihrer Stimmen. Diese Glocke wurde von Franz Stanke aus Oppeln neu gegossen.“
Der Zugang zur Glocke ist nur durch das Wohnhaus rechts des Turmes möglich.

Der Turm ist aber nicht nur Glockenturm. Im unteren Bereich, von der Straße aus zugänglich, ist eine Marienkapelle eingerichtet. In ihr steht eine Pietà. Sie ist von der Basilika St. Ursula geliehen und stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Neugierig geworden? Dann gehen Sie doch einfach mal hin. Schauen Sie sich den Turm, die Kapelle und wenn Sie Lust und Zeit haben die Kirche an. Auch hier gibt es symbolträchtige Zahlen zu entdecken.
 

Als Hilfe für Ihre Entdeckungstour finden Sie hier ein Informationsblatt.


Seelsorgebereich Köln Innenstadt-Nord 

 

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2012 / 1

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