Reisholz bestand ursprünglich aus Heide-, Wald- und Ackerflächen mit wenigen Gehöften. Um die
Jahrhundertwende erwarb der Besitzer der Gerresheimer Glashütte, Hermann Heye, das Gebiet und
gründete die Industrieterrains AG, die es für die Industrie erschloss und Wohnungen für die
Arbeiter baute.
1907 schenkte sie dem "Erzbischöflichen Stuhl" eine kleine neugotische Kirche. Architekt war
Caspar Clemens Pickel. Patronin wurde die Hl. Elisabeth von Thüringen. 1930 wurde St. Elisabeth zur
Rektoratspfarre. Es folgte die Erhebung zur kanonischen Pfarre im Jahr 1951.
Weil ein benachbartes Werk das Kirchengelände gerne erwerben wollte und zudem die Kirche für
die wachsende Katholikenzahl zu klein wurde, plante man nach dem 2. Weltkrieg eine neue Kirche. Sie
entstand nach Grundstückstausch an der Kappeler Straße nach Plänen des Architekten Heinz Thoma und
wurde am 23.10.1955 von Weihbischof Ferche konsekriert.
Die Kirche St. Elisabeth
Die Kirche erinnert an den Stil der alten Basilika. Andererseits ist die Kirchenhalle (Länge
37,80 m, Breite 14,50 m) einer Fabrikhalle nachempfunden.
Im vorderen Teil ist sie nach links und rechts erweitert. Links vom Chorraum entstand eine
Werktags-Kapelle. Rechts in der Erweiterung, unten durch eine Holzwand abgetrennt, befindet sich
die Sakristei. Darüber liegt die Orgelempore.
Der Umgebung angepasst sind auch die Baumaterialien: Die Mauern sind aus Ziegeln und die großen
Fensterflächen der Seitenkapelle, der Orgelempore, der Rückseite und der Taufkapelle bestehen
aus verglasten Betonfertigteilen. Betonrahmen unterteilen das Kirchenschiff vom Eingangsbereich bis
zum Chor in vier gleich große Anschnitte. Diese Teile sind in Sichtbeton gestrichen. Ebenso die
Deckenstreifen links und rechts der durchgehenden Holzdecke bis zu den Lichtbändern, die oben die
Wände beschließen, und die schräg laufenden Decken über Seitenkapelle und Orgelempore. Über den
Haupteingängen an der Westseite ragen die je 20,85 m hohen Türme mit Pultdächern empor, die
seitlich in die Kirche einbezogen sind. In jedem Turm sind zwei Glocken untergebracht.
Zwischen den Türmen ist die Taufkapelle der Kirche vorgelagert. Sie ist durch einen Gang mit der
Kirche verbunden. Von den Seiten der Taufkapelle fällt das meiste Licht in die Kirche.
Die Ausstattung
Von der Taufkapelle besteht zum Tabernakel hin ein Sinnzusammenhang durch die jeweilige
Darstellung einer Taube als Sinnbild des Heiligen Geistes. Auf der Taufkapelle wurde sie von
Professor Szehessy aus Kupferblech gestaltet. Auf dem Tabernakel ist sie aus Bergkristallen
zusammengesetzt. Von dieser Taube aus gehen sieben Flammenzeichen, Sinnbilder der sieben Gaben
des Heiligen Geistes oder auch der Sakramente.
Der Tabernakel ist in eine Stele eingebaut, den Lebensbaum. Sie ist aus Aluminiumguss
gefertigt, wie auch Ambo, Priestersitze und Kreuzweg, alles Arbeiten von Willi Dirks, Wuppertal,
zusammen mit der Firma Stefan Gotzes, Krefeld.
Die Marienstatue von Herbert Belau, aus weißem Stein gehauen, wurde im Mai 1958 gesegnet. Maria
ist fast im kubistischen Stil dargestellt, im Gegensatz zu dem sehr realistisch dargestellten Kind.
Maria öffnet zaghaft demütig und empfangend die Hände, die zugleich das Kind behüten.
Ehrfürchtig staunend neigt sie ihr Haupt, hört aufmerksam hin. So drückt auch das Gesicht noch eine
tiefe Innigkeit aus.
Erst 1991 entstand die Elisabeth-Darstellung aus Bronze nach einer Idee von Pastor Schwelm.
Entworfen und gefertigt wurde sie von Willi Dirks und der Werkstatt Stefan Gotzes. Zwei für
Elisabeth typische Haltungen sollen hier miteinander verbunden werden: In der Kirche legte sie
ihren goldenen Kronreif vor dem Dornengekrönten ab und in Armen und Kranken sah sie Jesus Christus
selbst. Ihm gibt sie nicht irgendetwas, sondern sich selbst mit ihrer ganzen Habe, ihrer
Arbeitskraft und Zeit, ihrer fürstlichen Würde und Ehre. Zeichen dafür ist ihre Krone, die sie dem
Bettler schenkt.