Das bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts ländlich geprägte Hassels kam 1929 als Teil der
Bürgermeisterei Benrath zu Düsseldorf. Ab den 1920er Jahren entstanden rund um den bestehenden
Friedhof neue Siedlungen. Bereits 1911 wurde in Hassels ein Kirchbauverein gegründet und im Jahr
1918 eine erste Notkirche, untergebracht in einem Saal, eingerichtet.
Im Jahr 1927 errichtete der Düsseldorfer Architekt Hermann Schagen die Kirche St. Antonius
von Padua nebst Pfarrhaus. Der Patron der Kirche lebte von 1195 bis zum 13.06.1231 und wurde am
30.05.1232 heilig gesprochen. Nach der Grundsteinlegung am 03.07.1927 konnte bereits am 13.11.1927
die erste Hl. Messe in der neuen Kirche gefeiert werden. 1930 wurde St. Antonius von Padua zur
Rektoratspfarre. Es folgte die Erhebung zur kanonischen Pfarre im Jahr 1951.
Die Kirche St. Antonius
Die einschiffige Kirche ist außen als reiner Ziegelbau mit Backsteindekor gehalten. Die eiserne
Dachkonstruktion ist im Dachraum verborgen, darunter liegt die aus Drahtputz gefertigte
Tonnendecke.
Der schlanke achteckige Dachreiter mit Schallöffnungen beherbergt eine Bronzeglocke der Fa.
Ulrich aus Apolda aus dem Jahre 1928 und eine Stahlglocke (Piusglocke) des Bochumer Vereins aus dem
Jahre 1955, die nach Papst Pius X. benannt wurde.
In der geometrischen Mitte der Frontansicht ist ein großes Rundfenster (Schmitz-Steinkrüger
1960) eingefügt, das sich durch hell gestrichenes sternförmiges Maßwerk zu einer Fensterrose
untergliedert.
Die Kirche wird betreten durch drei Portale an der Westfassade, deren mittleres heute für den
dahinter eingerichteten Taufort verglast ist. Das Fenster wurde 1965 eingefügt und von Paul
Weigmann gestaltet. Der Taufstein, aus der Gründungszeit der Kirche, besteht aus gelbem Naturstein
und steht auf vier würfelförmigen Füßen.
Die beiden kubischen Vorbauten an der Westfassade weisen mittig jeweils drei schmale
Rundbogenfenster auf und sind in ihrer äußeren Gestaltung spiegelbildlich gehalten, nehmen
innerräumlich aber unterschiedliche Funktionen wahr. So befindet sich im nordwestlichen Vorbau eine
Marienkapelle, die eine Mutter-Gottes-Ikone und eine Gedenktafel der Gefallenen des ersten
Weltkrieges aus der Gemeinde beherbergt. Daneben ist unter der Empore in den 1980 Jahren ein
Beichtstuhl eingebaut. Im südwestlichen Vorbau befindet sich der Treppenaufgang zur
Orgelempore.
Die Orgel der Fa. Weimbs aus Hellenthal ist mit 27 Registern, 3 handbetätigten Tastenreihen
(Manual) und Pedal ausgestattet. Die Orgelweihe fand am 11.03.1990 statt. Im Jahr 1997 wurde
die Orgel einer Generalüberholung mit Dispositionserweiterung unterzogen.
Der Vorbereich unter der Orgelempore öffnet sich durch drei große Rundbögen zum Gemeinderaum.
Die hochliegenden Fenster im Kirchenschiff wurden in der Zeit von 1944 bis 1946 von der Fa. Derix
in Kaiserswerth nach Vorlagen aus dem Jahr 1939 von Wilhelm Schmitz-Steinkrüger gefertigt. Die 8
Glasfenster zeigen die O-Antiphonen, also die Gebete der letzten Tage im Advent.
Im Zuge der Neugestaltung und Renovierung, unter der Leitung der Architekten Günter Müller und
Walter Nitsch, von 1985 bis 1988 wurde der Innenraum farblich akzentuiert. Die Wand- und
Deckenmalereien schuf Gerhard Wind. In die Deckenmalerei integriert sind dunkelgrau genoppte
Schalldämmelemente. Der Chor ist mit einer hölzernen Faltwerkdecke von Karl Josef Bollenbeck
ausgestattet.
Die Chorrückwand ist farblich mit einem hellgrauen Kreuz inmitten leuchtend farbiger
geometrischer Formen gestaltet, wobei das Kreuz wie ein Schattenwurf des Hängekreuzes wirkt. Das
Hängekreuz wurde 1965 von Hans Rheindorf aus afrikanischem Wengeholz (Eisenholz) aus dem Kongo
geschaffen. Der Korpus ist aus getriebenem Silber hergestellt.
Die Fenster im Chorraum (Manna in der Wüste) sind späte Arbeiten von Schmitz-Steinkrüger aus den
1960er Jahren.
Die Ausstattung
Die Ausstattung entstammt unterschiedlichen Ausstattungsphasen.
Bei der Neugestaltung um 1965, unter Leitung des Reg. Baumeisters Otto Bongartz, wurde die
alte Altarplatte aus Anröchter Dolomit auf einen neuen Unterbau aus hellgrauem Stein gesetzt.
Die in den Altar eingelassenen Reliquien stammen von der Hl. Pia von Karthago, die um 300 das
Martyrium erlitt, vermutlich durch Kreuzigung sowie des Hl. Victorianus, der 484 das Martyrium
erlitt.
Angelehnt an die Gestaltung des Altars ist auch der seitliche Marienaltar. Die Marienstatue
darauf wurde 1940 von dem Künstler Bussmann geschaffen, ebenso die dazugehörige Josefstatue.
Der Tabernakel ist ein dunkler Bronzewürfel, dessen Seiten ein aus erhabenen Linien gebildetes
Kreuz zieren und der vermutlich ebenfalls aus den 1960er Jahren stammt. Der Neugestaltung der
1980er Jahre entstammen Tabernakelstele und Ambo, dessen gezeigte Kreuzform die Malerei an der
Chorrückwand aufgreift.
Der Kreuzweg des Kunstmalers Bongartz aus Issum, der sich seit 1953 an der Süd-Außenwand befand,
wurde im Zuge der Renovierung in den 1980er Jahren an den Seitenwänden im Kirchenraum
angebracht.
Die Apostelleuchter aus Glasmosaik der Fa. Derix aus Kaiserswerth befinden sich im Kirchenraum
und sind mit den Namen der Apostel versehen.
Der Fußboden, der im Jahr 1965 erneuert wurde, besteht aus Marmorplatten (zwei Reihen dunkler,
weiß geäderter Steine wechseln sich jeweils mit einer Reihe hellem, grau gewölktem Stein ab).
Ebenso wurden im Zuge dieses Umbaus 32 Sitzbänke aus Sipo-Mahagoni aufgestellt.