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Die Maria-Ablass-Kapelle

St. Ursula (Bild: Basilika) - (Sept. 2006)Zum Bezirk von St. Ursula gehört auch die Maria-Ablass-Kapelle, die auch Kirche St. Maria im Felde heißt und nach den Ablässen benannt ist, die hier in früheren Zeiten am Palmsonntag verkündet wurden.

Sie befindet sich am idyllisch gelegenen Maria-Ablass-Platz und ist eine kleine Gnadenkapelle, die als Relikt der schon 927 urkundlich erwähnten und 1808 abgebrochenen Pfarrkirche St. Maria Ablass zurückblieb.

An der Außenwand der abgebrochenen Kirche befand sich das Fresco-Bild einer verehrten Madonna. Um dieses herum wurde zwischen 1431 und 1467 die Kapelle selber erbaut. Im 17. Jahrhundert wurde eine kleine Sakristei angebaut.

Der rechteckige Innenraum wird überspannt von einem Kreuzrippengewölbe ohne Konsolanfänge.

Das Gnadenbild, welches Anlass für die Errichtung der Kapelle war, befindet sich an der südlichen Wand. Darauf ist Maria mit dem auf ihrem Knie stehenden Jesuskind dargestellt. Das Gnadenbild wurde zweimal restauriert: im 19. Jahrhundert durch Simon Meister und nach dem Zweiten Weltkrieg durch Rita Paasche-Hecker.

Auffallend sind die beiden unter dem Gnadenbild hängenden Eisen-Fesseln. Sie gehen auf die Legende eines Kölnischen Kreuzfahrers zurück, der durch die Hilfe Mariens aus dem Verlies eines türkischen Gefängnisses befreit worden ist.

Wir finden noch ein weiteres Marienbild in der Maria-Ablass-Kapelle. Es stammt aus dem 18. Jahrhundert und berichtet von der Verehrung des Gnadenbildes.

An der östlichen Wand hinter dem Altartisch befindet sich ein Triptychon von Barthel Bruyn dem Jüngeren aus unserer Basilika. Der mittlere Teil zeigt die Kreuzigung Christi, im Hintergrund die Stadt Jerusalem und vor dem Kreuz knieend die Stifterin, eine Äbtissin. Auf dem linken Seitenflügel ist einer der Kreuzfälle Christi dargestellt. Eine Darstellung der Himmelfahrt Christi befindet sich auf dem rechten Flügel.

Erwähnenswert ist auch eine Holz-Skulptur König Heinrichs II., ein Modell der abgebrochenen romanischen Pfarrkirche haltend.

Sehenswert sind auch die Grabtafeln, die in der Kapelle an die Verstorbenen aus Stift und Pfarrkirche erinnern.

Im 19. Jahrhundert erhielt die Kapelle eine neugotische Ausstattung durch Vincenz Statz, die nach dem Zweiten Weltkrieg im Rahmen der Wiederherstellung nicht mehr beibehalten wurde.

Einige Jahre lang war die Kapelle Heimat der italienischen Gemeinde, bevor diese ihre Gottesdienste in der Kirche St. Mariä Himmelfahrt feierte. Zur Zeit wird sie der Russisch-Orthodoxen Gemeinde zur Feier ihrer Gottesdienste überlassen. Gelegentlich finden an Marienfesten Gottesdienste unserer Pfarrei in der Maria-Ablass-Kapelle statt. Sie ist ebenso Ort der jährlichen Palmweihe am Palmsonntag und Ausgangspunkt der Palm-Prozession zu unserer Basilika.