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Das Misereor Hungertuch der Jahre 2011/2012
Das Hungertuch 2011/12 "Was ihr dem Geringsten tut"
Die großen Städte Lateinamerikas, Asiens und Afrikas werden immer größer. Aus dem armen Umland
kommend, landen die Zuwanderer in den Elendsvierteln der Vorstädte – ohne Arbeit und in einer
von Gewalt und Kriminalität geprägten Atmosphäre. Wer seiner Wurzeln beraubt ist, findet nur schwer
neue Kontakte. Der Weg in die Stadt ist oft genug ein Weg in die Armut. Weltweit lebt bereits jeder
dritte Stadtbewohner in Slums, in den Entwicklungs- und Schwellenländern sind es sogar über 40%.
Diese Wohn- und Lebensraumsituation trifft heute schon in absoluten Zahlen über 1 Milliarde
Menschen – also jeden 6. Menschen weltweit. Prognose: Verdoppelung in den nächsten 25 Jahren
(UN). Die stark anwachsende Armut in den Städten ist eine der großen Herausforderungen der
kommenden Jahre.
Der togolesische Künstler Sokey A. Edorh gestaltet das Hungertuch 2011.Sokey Edorh ist 1955
in Tsevié geboren und lebt heute in Lomé/Togo. Sokey Edorh zählt heute zu den herausragenden
zeitgenössischen Künstlern Afrikas.
Beschreibung des Bildes
Auf den ersten Blick mutet das Bild unruhig und sogar chaotisch an, keine klare Struktur weist Wege
durch den Dschungel des Armenviertels. Hütten und Verschläge stapeln sich an den Rändern des Bildes
übereinander, nebeneinander, die Dächer schief gegeneinander gesetzt, es ist eng, es ist staubig,
Menschengewimmel, umherirrende Tiere - Straßenszenen eines Elendsviertels in Afrika, Asien oder
Lateinamerika.
Der Blick bleibt schnell hängen an der kraftvollen Frau, die ihren viel zu schweren Karren
hinter sich her zerrt, unterstützt von zwei sich abmühenden Kindern, die ihre Beine in den Boden
stemmen.
Vom blauen Himmel, vom Geist Gottes her, öffnet sich ein Dreieck, ein afrikanischer
Ashanti-Stuhl darunter, noch leer, wie blank geputzt in seiner Klarheit. Der Weltenrichter
(Mt 25, 31) hat seinen Platz noch nicht eingenommen.
Schaut man länger auf das Treiben, nimmt der Blick einzelne Szenen in dem Gewimmel wahr: die
durch Wellpappe akzentuierten Dächer der Hütten, Blechfässer als Hauswände aufgeschichtet, Bagger,
die beginnen, die Behausungen zu zerstören. Man sieht die warmen Farben, das Azurblau des Himmels,
die rote afrikanische Erde, die Kinder im Staub, versunken in ihr Spiel.
Am Horizont ragen Öltürme auf, Geschäftshäuser rechts daneben, die immer weiter in die
Armenviertel hineindrängen, ein lächerlich kleines Kirchlein mitten hineingezwängt, fast zerdrückt
von den mächtigen Türmen. Nur wenige Straßenzüge trennen die gegensätzlichen Welten von Reich und
Arm.
Die Texte sind der Homepage von Misereor entnommen. Dort finden Sie weiterführende
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