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Die neue Pfarrkirche in Büttgen


Von außen

Der preisgekrönte Entwurf des Kölner Architekten E. Schiffer führte zum Bau der neuen Pfarrkirche; sie schließt, durch den niedrigen Sakristeibereich mit ihr verbunden, westlich an die alte Aldegundiskirche an.
In die Bruchsteinverkleidung der Westfassade wurden zwölf große Stein aus römischer Zeit, die bei der Renovierung der romanischen Kirche unter dem Fußboden zutage traten, integriert.
Mit Bezug auf das Thema des Kirchenbaues "Der Lebensbaum" wurden diese Steine nach einem Entwurf von Schiffer in der Weise angeordnet, dass sie einen Lebensbaum symbolisieren.
Das Thema der äußeren Architektur, der Lebensbaum, wies auch bei der Innenausstattung die Richtung. Mit den Ausdrucksformen unserer Zeit sollte eine in sich stimmige Gesamtkomposition geschaffen werden.

Die neue PfarrkircheDie neue Pfarrkirche Jan van WerthJan van Werth Zwischen alter und neuer KircheZwischen alter und neuer Kirche

Die Fenster

Mit dem Entwurf der Fenster wurde der Künstler Franz Pauli Köln beauftragt. Sie sind nur mäßig bunt, weil der Altar Mittelpunkt der Kirche ist und die Blicke nicht durch auffällige bunte Fenster von ihm abgelenkt werden dürfen.
Die Darstellungen unten im Westen, von woher die Finsternis kommt, zeigen die Erzengel Michael und Gabriel als Wächter an den Eingängen, dem Bösen zu wehren.
Das nächste Fensterpaar zeigt zwei andere Wächter, zwei Bischöfe unserer Heimat, St. Ludger, den ältesten bezeugten Glaubensboten für Büttgen, und St. Heribert, den Kölner Erzbischof.
Dann kommen die Vertreter der beiden größten Gemeinschaften der Pfarre, St. Sebastian als Patron der Schützenbruderschaft, und St. Monika als Sinnbild der in tiefer Sorge betenden Mutter.
Schließlich finden wir vordem Altar St. Cäcilia als Schutzherrin der Kirchenchöre und St. Aldegundis als Patronin der Pfarre.
Wie sinnvoll also nicht nur die Darstellungen, sondern auch die Anordnung im Raum.

St. AldegundisSt. Aldegundis Erzengel MichaelErzengel Michael Der hl. SebastianDer hl. Sebastian

Der Innenraum als Gesamtkomposition

Innenansicht der neuen PfarrkircheInnenansicht der neuen Pfarrkirche

Der AltarraumDer Altarraum

Das TabernakelDas Tabernakel

Das Thema der äußeren Architektur, der Lebensbaum, wies auch bei der Innenausstattung die Richtung. Mit den Ausruckformen unserer Zeit sollte eine in sich stimmige Gesamtkomposition geschaffen werden, die keine Anleihen an Stilformen früherer Epochen zuließ. Diese Kunstauffassung korrespondierte auch mit der Vorgehensweise bei der Restaurierung der alten Kirche. Hierbei wurde das romanische und gotische Gotteshaus auf die ursprünglichen Baustile beschränkt, und Ausbauten und Ausschmückungen späterer Jahrhunderte weitgehend beseitigt.

Der Architekt Schiffer entwarf viele Ausstellungstücke in der Kirche, wie Altar, Bänke, Beichtstuhl, Beleuchtung als überlegte konforme Teile der Gesamtkomposition selbst.
Der Altar.
Der Architekt entwarf u.a. im Juni 1960 einen schlichten auf zwei Füßen stehenden Altar aus Basaltlava. Im Zuge der Chorgestaltung im Jahre 1968 wurde die Altarplatte auf einen Fuß gestellt, um den Tisch-Charakter noch zu verstärken. Gleichzeitig wurde der Altarbereich um eine Stufe abgesenkt und näher an die Laiengemeinde herangerückt. Im Rahmen dieser Neuordnung des Altarbereiches, der Trennung von Opfer- und Sakramentsaltar, bekam das Tabernakel einen vom Altartische abgerückten Platz zugewiesen.

Das Tabernakel.
Der Bildhauer Friedel Denecke erbaute aus 672 Eisenstäben und einer entsprechenden Anzahl von Bändern eine 2,55 m hohe und 0,75-1,15m breite Säule. Diese Säule steht seitlich versetzt zum Altar im Chorraum, und in diese wurde das Tabernakel integriert.

Zu seinem Werk sagt der Künstler selbst:

Das Tabernakel zeigt unsere religiöse Situation: Völker und Welten sind aufgebrochen, um in Organisationen, in Gemeinschaften oder gar in Massen aufzutreten und ihre Forderungen an die Welt zu stellen. Angst hat uns im Schauen der Massen befallen. Doch für uns eine begnadete Angst! Denn wir wissen, dass wir erlöst werden können. (Damit sind die Innenseiten des Tabernakels gemeint.) (...)
Wir sind noch auf der Außenseite des Gottesreiches, sind streitende Kirche, sind arme Sünder, die täglich des Opfers Christi bedürfen, um in seinem Blute geheiligt zu werden. Wir gehören noch der Masse an, die geschieden werden muss in Gerechte und Ungerechte. Wir müssen noch geläutert werden, wie durch Feuer. Doch voller Hoffnung schauen wir auf das Lamm, unser einziges Siegeszeichen und unsere ewige Zuversicht. (...)









Die Orgel

Die Schorn - OrgelDie Schorn - OrgelIn der Gestaltung der Innenräume der beiden Kirchen ist es zu einer Annäherung gekommen. Die Schornorgel wie auch eine große Anzahl der restaurierten Heiligenfiguren aus der romanischen Kirche kamen in der neuen zur Aufstellung und bilden durch ihre dortige Anwesenheit eine lebendige und stets gegenwärtige Symbiose mit dem Glaubens- und Kunstverständnis der früheren Epochen der Büttgener Kirchengeschichte.
Eine erstmalige Erwähnung einer Orgel in St. Aldegundis stammt aus dem Jahr 1669. Sie hatte einen barocken Prospekt, wurde 1759 um ein Register erweitert. Im Jahre 1839 schlug der Blitz in die romanische St.Aldegundis ein und durch den entstehenden Brand wurde auch die Orgel zerstört. Nach einer Reparatur 1844 war sie zwar wieder spielbar, doch der Zustand verschlimmerte sich und am 5.Okt. 1884 beschloß der Kirchenvorstand auf Anraten des Orgelbauers Schorn aus Kuchenheim (Eifel) eine neue Orgel zu bauen.

1887 konnte die neue Schorn-Orgel dann auf der neu errichteten Westempore aufgestellt werden. Als mit der Renovierung der romanischen St.-Aldegundis-Kirche auch diese Empore abgerissen wurde, war in der alten Kirche kein Platz mehr, die Orgel ebenerdig aufzustellen. Die Orgel wurde bei der Fa. Seiffert (Kevelaer) eingelagert.

1973 beschloß der Kirchenvorstand, die Orgel restaurieren zu lassen. Dabei wurde auf Anraten Prof. Zimmermanns die Disposition verändert, nicht mehr brauchbare Pfeifen und andere Teile erneuert. Die Orgel wurde auf der neu errichteten Orgelempore der neuen St.-Aldegundis-Kirche aufgestellt und konnte am 4.April 1976 eingeweiht werden.
In der Folgezeit stellte sich heraus, dass die Orgel, die ursprünglich für den kleineren Raum der alten Kirche konzipiert war, den großen Raum der neuen Kirche nicht adäquat beschallen konnte, was auch eine Folge des Standortes ist, denn der Orgelklang kann sich durch die quer verlaufenden Seitendächer nur ungenügend in den Kirchenraum fortpflanzen.
1990 wurde versucht, durch eine Anhebung des Winddrucks die Orgel klanglich zu verstärken, was jedoch nicht zum gewünschten Ergebnis führte. Bei dieser Gelegenheit wurde die Orgel gereinigt und neu intoniert.
Der Winddruck wurde im 1. Manual von 60mm auf 78mm, im 2. Manual und im Pedal von 65mm auf 72mm erhöht.
Durch Umbauarbeiten im Bereich des Altarraumes im Jahr 1997 ist die Orgel durch große Staubentwicklung stark in Mitleidenschaft gezogen, so dass eine Generalreinigung unumgänglich ist. In einem Gutachten vom 8.12.1997 schlägt Prof. Möller (Orgelsachverständiger des Erzbistums) vor, das Instrument zu verkaufen und eine neue Orgel bauen zu lassen.
Am 28. November 1992 konnte die Kreienbrink-Orgel in der alten Kirche eingeweiht werden. Sie steht ebenerdig im hintersten Bogen zwischen Mittelschiff und nördlichem Seitenschiff. (Bild s. Orgel alte Kirche)




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