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St. Aldegunis Büttgen

Das Innere der alten Kirche

Das Kreuz im Vorraum der KircheDas Kreuz im Vorraum der Kirche Die PietaDie PietaBetritt man die Kirche, gelangt man zunächst in die Turmhalle, die, durch ein Ziergitter vom Langhaus abgetrennt, zu einer Tageskapelle umgebaut worden ist. In dieser Kapelle, die die Möglichkeit zum stillen Gebet außerhalb der Öffnungszeiten der Kirche bietet, befinden sich das nebenstehende Kreuz und eine Pietà aus dem 18./19. Jahrhundert, Holz gefasst. Das Ziergitter wurde 1982 vom Kunstschmied H. Sauer angefertigt.
 Das MittelschiffDas Mittelschiff Lässt man die Tageskapelle hinter sich, öffnet sich ein weiter Blick in das Mittelschiff der Kirche und auf den Chorraum.

Zunächst aber sticht das Deckengemälde ins Auge. Das Langhaus der St.-Aldegundis-Kirche war schon ursprünglich nicht für eine Einwölbung vorgesehen, sondern sollte mit einer Holzdecke abgeschlossen werden. Über die Vorläufer der 1895 erneuerten und von dem Maler Wunderwald ausgemalten heutigen Holzdecke ist nichts bekannt. Frühere Malereien in den Gotteshäusern hatten nie rein dekorativen Charakter. Sie stellten eine theologische Belehrung für die meist des Lesens und Schreibens unkundigen Gläubigen dar. In sechs Groß - Quadraten folgen in dieser Decke aufeinander: Der Sündenfall mit der Vertreibung aus dem Paradies - die drei Propheten Jesaja, Jeremia, Daniel, die auf den kommenden Erlöser hinweisen sollen, - Maria - Christus. Im Rahmenwerk ordnen sich als kleinere Darstellungen: die Paradieses-Flüsse, Könige aus dem Stammbaum Christi, Aposteln, Heilige und Evangelisten - also eine groß angelegte Komposition.
 Deckenbemalung der SeitenschiffeDeckenbemalung der Seitenschiffe Der Maler der Ende des 19. Jahrhunderts gemalten Gewölbe-Fresken ist nicht mehr zu ermitteln. Die später übertünchten Fresken wurden vom Restaurator Hans Fuchs während der letzten Restaurierungsarbeiten wiederhergestellt.
 bue_25 Rechts und links debue_24s Chorraumes laden zwei Holzfiguren zum Betrachten ein - der heilige Sebastianus (spätgotisch aus Bayern oder Südböhmen) und die heilige Aldegundis (16. Jhdt.)
 bue_26 An der Nordwand, also links, des Hochaltares befinden sich zwei Ölgemälde auf Leinen, beide 17./18. Jhdt. ca. 250 x 160 cm groß. Sie stellen die Geburt Jesu und die Anbetung der drei Weisen dar. Vermutlich sind sie Tafeln vom früheren Barock-Hochaltar.
 bue_27 Die Kanzel, in Holz gefasst, stammt aus der neugotischen Ausstattung von 1890, und zeigt die Darstellungen der vier Evangelisten. Bei der Restaurierung der 70er Jahre wurde sie am Anfang des Hochchores als Ambo aufgestellt.
 bue_28 Das Tabernakel, aus Bronze, wurde von Professor Hein Minkenberg (1889-1968), wohnhaft in Büttgen (1934-1959) 1950 für den Hochaltar des Quirinus-Münsters in Neuss gefertigt, dort aber im Zuge der Liturgiereform entfernt und ist seit den 70er Jahren Dauerleihgabe. Die Türen der Frontseite zeigen Reliefs von Engeldarstellungen; die Türen der Rückseite sind als Tafeln an der Wand angebracht und zeigen Pfau und Pelikan. Die Schranken vor dem Tabernakel, in Holz gefasst, sind Teile der ehemaligen Kommunionbank; sie zeigen Rundbilder von sakramentalen Darstellungen und zwei Engelfiguren von der 1890er Ausstattung. 
 bue_33 Der Altar wurde 1983 durch Weihbischof Dr. Hubert Luthe geweiht. Dabei übertrug er Reliquien der heiligen Ursula und ihrer Gefährtinnen aus Köln in die Altarmensa. Gleichzeitig fanden die Reliquien des hl. Paulinus, des hl. Agilolfus und des hl. Gereon und seiner Gefährten, die sich schon in der Kirche befanden, an der gleichen Stelle einen würdigen Platz.

Die Altarplatte, bei den Grabungen 1970 im Rahmen der Restaurierung unter dem Hochchor gefunden, ist aus Basalt und wird fachlich datiert 9.-11. Jhdt. Der Unterbau ist Teil eines neugotischen Hochaltares von etwa 1890, wohl gleichfalls aus Basalt. Er weist vier Säulen auf, dazwischen vier Reliefs mit sakramentalen Darstellungen, wobei die Fronseite die Emmaus-Szene zeigt.
 bue_29  Das Chorgestühl mit barocken Stilelementen stammt aus der 1802 abgerissenen Kirche des Zisterzienserinnen Klosters Neuss-Gnadenthal; Entstehungszeit wohl nach Zerstörung der Klöster im 30jährigen Krieg.

Im rechten Seitenschiff befindet sich auf dem Seitenaltar eine Kreuzigungsgruppe, Holz gefasst, aus dem 15./16. Jhdt. unterschiedlicher Herkunft. Der Altarunterbau stammt aus der Kirche St. Maria Himmelfahrt in Köln.
 bue_31 Blickt man vom Hochchor zurück , sieht man über dem Ausgang ein Kruzifix von Hein Minkenberg, welches, wie der Tabernakel, für den Hochaltar in Quirinus Neuss gefertigt und infolge der Liturgiereform entbehrlich wurde, und somit ebenfalls als Leihgabe nach Büttgen kam
bue_32 bue_34Rechts neben dem Ausgang an der Orgel und links über dem Turmaufgang rechts (vom Chor gesehen) geleiten der hl. Laurentius (16. Jhdt.) und der hl. Michael (15. Jhdt.) den Besucher aus der Kirche, wobei die Figur des hl. Michael nach Angaben der Denkmalpflege als kostbarstes Ausstellungsstück gilt.

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