Jolanta Zündorf
Küsterin
Helmut Kaatz
Organist

Kendenich liegt auf einem kleinen Berg, etwa 60 m höher als die Orte im Tal. Zuerst hier oben haben vor Jahrtausenden Menschen Siedlungen errichtet. Eine Grabanlage, die 2500 Jahre alt ist, wurde in Kendenich gefunden. Wo heute die Burg steht, stand zur Römerzeit ein großes Landhaus. Hier waren auch zur Sicherung der Zufahrtstraße noch Köln, der heutigen Luxemburger Str. (B 265) Soldaten in der Stärke einer Hundertschaft, Centena in der lateinischen Sprache genannt, stationiert. Der Hauptmann dieser Truppe wurde Centenarius genannt. Davon leitet sich der Name „Kendenich“ her.
Unter den römischen Soldaten und Kaufleuten waren auch Christen. Durch sie wurde bei uns im Rheinland der christliche Glaube bekannt. Bereits um 400 stand hier in Kendenich eine kleine Kirche. Sie war dem Hl. Johannes dem Täufer geweiht und war eine der Taufkirchen in der Nähe von Köln und das erste christliche Gotteshaus im Bereich der Städte Hürth und Brühl. Unsere Kirche trägt bis heute diesen Namen.

 

Fast 900 Jahre hindurch war Kendenich mit dem Stift St. Ursula in Köln verbunden. In dieser Zeit sind wertvolle Kunstwerke in unsere Kirche gekommen, so um 1350 ein Kreuz, das links in der Altarnische hängt. Es ist geformt wie die Gabel eines Astes am Baum. Der Körper ist ganz mit Wunden und Blut überdeckt, wie man es damals an vielen Menschen sah, die an der Pest erkrankt waren und am ganzen Körper eitrige Beulen hatten. Darum trägt dieses Kreuz die Namen: Gabelkreuz und Pestkreuz. Nur bei uns im Rheinland sind Kreuze dieser Art in jener Zeit entstanden.
Aus der Barockzeit ist eine kostbare Monstranz erhalten. Sie trägt die Jahreszahl 1747 und ist in der Schatzkammer auf der gleichen Seite links zu sehen.
Dort befindet sich auch eine Schüssel mit dem abgeschlagenen Kopf des Johannes des Täufers – eine sehr drastische Darstellung seines gewaltsamen Todes. Diese Schüssel trägt die Jahreszahl 1682 und wurde vom Bauernhof des Nachbarortes Kalscheuren geschenkt.
Im gleichen Jahr 1682 wurde der Kirchturm erbaut. In ihm sind vier Glocken angebracht. Die kleinste von ihnen ist die älteste. Sie wurde im Jahr 1773 gegossen.

 

Die Kirche in ihrer heutigen Form entstand 1956 durch Erweiterung der damaligen Kirche aus dem Jahr 1860. Im Eingangsbereich sind Mauern des linken Seitenschiffes sowie des Hauptaltars erhalten geblieben.