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Wegekreuze und Bildstöcke im Seelsorgebereich Euskirchen-Erftmühlenbach

Der vor allem von Katholiken geübte Brauch, religiöse Denk- und Mahnmäler in Gestalt von Wegekreuzen und Bildstöcken an besonderen Orten zu errichten, war früher im Rheinland weit verbreitet und ist heute noch größtenteils im Euskirchener Raum festzustellen.

Die Wegekreuze, die momentan für viele oft nur Denkmäler sind und kaum noch wie früher sakralen Zwecken dienen, sind häufig an Stellen zu finden, wo sich Wege kreuzen oder ga­beln (scheiden) oder auch wo Grenzen verlaufen. Flankiert oder umstanden von teilweise alten, mächtigen Bäumen (meist Linden oder Kastanien), waren Wegekreuze die aus Volkssagen bekannte Verbindung zwi­schen Baum und Bildniskult, sie waren Ort der besonderen Kräfte, aber auch Ort der Ruhe, Besinnung und Andacht; heute sind es oft in sonst monotoner Flur nur romantische oder auch einfach „verlorene“ Akzente, die als (Natur-) Denkmäler zu schützen sind.

Abb. 1: Wegekreuze und Bildstöcke im SBAbb. 1: Wegekreuze und Bildstöcke im SB
Im Raum Euskirchen sind aus der Epoche vor dem Dreißigjährigen Krieg keine Wegekreuze überliefert, obwohl anzunehmen ist, dass solche existiert haben, wie es die Historie des „Bäcker-Janns-Krüz“ (Kuchenheim 1) zeigt. Holzkreuze, die in früher Zeit häufiger waren, sind sicher verwittert und somit nicht lange erhalten geblieben; andererseits sind wahrscheinlich viele dieser religiösen Zeichen aufgrund reformatorischer Verbote oder durch Kriegswirren zerstört worden.
In unserem Gebiet setzte erst um 1700 eine Welle der Errichtung neuer Wegekreuze ein, bedingt durch größere religiöse Bewegungen – u.a. durch Bruderschaften – und durch barocke Kunstfreudig­keit. In dem alten Wallfahrtsort Frauenberg, dem Stationsort an der Krönungsstraße Aachen-Frankfurt, entstanden im 18.Jh. zahlreiche Wegekreuze, u.a. bedingt durch die Bruderschaft „Jesus, Maria, Joseph“, die damals die Wallfahrtstätigkeit und das religiöse Gemeindeleben stark aktivierte.
Um 1800 wurden unter französischer Besatzung neben kirchlichen Gebäuden auch religiöse Zeichen wie Wege­kreuze abgebrochen und vielfach für immer beseitigt, wenn ein solches Kreuz nicht durch das Engagement einzelner Bürger neu erstellt wurde, wie z.B. das „Bäcker-Janns-Krüz“. [1]
Erst in der 2.Hälfte des 19.Jh.s entstanden in Euskirchen wieder neue Wegekreuze, die si­cherlich in engem Zusammenhang mit dem Kulturkampf (als Zeichen des „Sieges“ der Kirche über den Staat!) zu sehen sind. Vielfach baute man in dieser Zeit auch Bildstöcke, die einfach und schnell von den Gläubigen des Dorfes selbst erstellt werden konnten.
Im 20.Jh. setzte man nur noch selten religiöse Zeichen. Wenige Wegekreuze stammen aus den ersten zwei Jahrzehnten, einige aus der Zeit nach 1945. Seit den 1950er Jahren tendiert man wieder zu Bildstöcken (Kirchheim 2, 3, 4). Wegekreuze mit eher weltli­cher Funktion sind in letzter Zeit als „Flurbereinigungs-Kreuze“ entstanden (Palmersheim 5, Roitzheim 5).

Die Motive für die Aufstellung solcher Wegekreuze kommen aus einer tiefen Volksfrömmig­keit heraus. Der Grund kann vielfältig sein, er kann neben religiösen Anlässen auch im per­sönlichen Bereich des Stifters zu finden sein, wie beispielsweise ein wichtiges Geschehen oder die Erinnerung an ein besonderes Erlebnis im Leben des Stifters (Kuchenheim 2 [2], Schweinheim 3 [3]).
Die meisten Wegekreuze und Bildstöcke sind hier aus allgemeiner Devotion heraus entstan­den; aber auch Bruderschaften (=Gebetsverbrüderungen) ließen religiöse Zeichen errichten. [4]
Als Gedächtnis oder Erinnerung an Verstorbene oder zum Andenken an besondere Ereig­nisse findet man hier auch einige Kreuze (Großbüllesheim 3, Palmersheim 1 u. 4). – Manchmal hat man mit diesen Zei­chen auch nur Schutz bzw. Abwehr erbeten oder eine allgemeine bzw. eine konkrete Bitte ausgesprochen (Weidesheim 2 [5]).
Aufgrund der Herstellungsweise und der daraus resultierenden Form lassen sich verschie­dene Kreuztypen erkennen. Neben dem Balken- und Schaftkreuz ist der im Euskirchener Raum am häufigsten auftretende Kreuztyp das Gliederkreuz, das meistens drei bis vier Meter hoch ist und durch Basis, Sockel, Zwischenplatte, Mittelblock, Abdeckhaube und Kreuz ge­gliedert ist.

Abb. 2: Kreuztypen im Raum EuskirchenAbb. 2: Kreuztypen im Raum Euskirchen

Typologie, nach Stiftungsmotiven geordnet:

  1. Totenleuchten (-laternen auf einem Schaft)
  2. Hoheitsrechtliche Kreuze (Markt- u. Gerichtskreuze, Grenzkreuze, Sühnekreuze)
  3. Devotionskreuze (Totengedächtniskreuze, Kriegskreuze, Unfallkreuze, Dank-u. Gelöbniskreuze, Andachtskreuze, Pilgerkreuze, Prozessionskreuze, Fußfälle, Wetterkreuze, Sonderfälle)
Als Material benutzte man überwiegend Stein, besonders Sandstein oder Trachyt und nur vereinzelt Basalt (Roitzheim 3). Für Bildstöcke verwendete man im
19. Jh. und am Anfang des 20.Jh.s Backstein (Weidesheim 2, Kirchheim 4), in den letzten Jahrzehnten nach 1945 häufig Grauwacke (Kirchheim 2) oder in neuerer Zeit auch Kunststein.




[1]Dieses Kreuz wurde 1806 von dem Bäcker Franz Anton Schlaeger (1786-1851) geschnitzt und von den Sebastianus-Schützen über Nacht auf dem Schießberg südlich von Kuchenheim aufgestellt.
[2] Dieses Kreuz wurde nach der Genesung von schwerer Krankheit „zur höchsten Ehre Gottes und der schmerzhaften Mutter“ gestiftet.
[3] Dieses Kreuz wurde an der Flurgrenze von Schweinheim errichtet, nachdem sich Wirich Wilhelm Dietrich von Bernsau mit Amalie Regina Katharina von Waldenberg gt. (getauft) Schenkern im Jahre 1694 vermählt hatte.
[4] Seit 1646 war von Kölner Erzbischöfen besonders die Bruderschaft „Jesus, Maria, Joseph“ zur Wiederbelebung des religiösen Gemeindelebens empfohlen worden.
[5] „St.Maria, ora pro nobis“
 


 
Wegekreuze und Bildstöcke im Pfarrverband Euskirchen-Erftmühlenbach

 

Dom-Esch 1Dom-Esch 122334455








 






Dom-Esch
 
1      Dachsstr./Elchstr. (50°40‘31‘‘N/6°51’28,9‘‘E)
2      Dr.Bayer-Str./Dom-Esch-Str. (50°40’34,7‘‘N/6°51’38,5‘‘E)
3   Dom-Esch-Str./ Essiger Weg (50°40’28,2‘‘N/6°51’32,9‘‘E)
4   Dr.Bayer-Str./ Domherrenhof (50°40’34,1‘‘N/6°51’41,5‘‘E)
5   Dom-Esch-Str.82 (50°40'47,1''N/6°51'50,9''E)


 Flamersheim 1Flamersheim 12233

 













Flamersheim
 
1      Markt (50°37’23,3‘‘N/6°51’01,6‘‘E)
2      L 210/ K 51 (50°37’49,0‘‘N/6°50’43,9‘‘E)
3      Rodderbach/westl.der Palmersheimer Str. (50°37’55,9‘‘N/6°51’16,9‘‘E)

 


 

Großbüllesheim 1Großbüllesheim 122334

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

               

 

 

 

 

Großbüllesheim

 

1  Barentstr. (50°41’21,8‘‘N/6°50’03,8‘‘E)
2  Kolumbusstr./ Amundsenstr. (50°41’19,3‘‘N/6°49’23,1‘‘E)
3  Großbüllesheimer Str./ Lise-Meitner-Str. (50°41’08,7‘‘N/6°49’04,5‘‘E)

4  An der Burg

 



Kirchheim 1Kirchheim 1 22 33 44 55
66 77 88 99 1010


Kirchheim

 
1      Zum Pastoratsacker/ Geschw.Burchstr. (50°36’12,0‘‘N/6°50’04,5‘‘E)
2      Arloffer Str./ Kirchheimer Str. (50°36’35,3‘‘N/6°49’54,0‘‘E)
3      Kirchheimer Str.64 (50°36’25,2‘‘N/006°50’09,6‘‘E)
4      Lindenberg/ Geschw.Burchstr. (50°36’11,7‘‘N/6°49’54,2‘‘E)
5      Arloffer Str./ Vogelsang (50°36’21,7‘‘N/6°49’20,5‘‘E)
6      Kirchheimer Str./ Geschw.Burchstr. (50°36’15,2‘‘N/6°50’14,5‘‘E)
7      Hertz-Str. (50°36’06,3‘‘N/006°50’17,7‘‘E)
8      In den Breiten (50°36‘4,9‘‘N/ 6°49’38,9‘‘E)
9      Am Tielchesbusch (50°35’53,3‘‘N/6°50’15,3‘‘E)
10   Steinkaul-MaxPlanck-Str. (50°36’25,1‘‘N/6°50’24,2‘‘E)
 


 

Kleinbüllesheim 1Kleinbüllesheim 122















Kleinbüllesheim

 

1      Burgzufahrt (50°40’20,9‘‘N/6°49’40,4‘‘E)

2      Weidesheimer Str./ Neumühle (50°40’00,4‘‘N/6°49’49‘‘E)
 


Kuchenheim 1Kuchenheim 12233














 

Kuchenheim
 
1      Wirtschaftsweg zw. L 210 und K 24 (50°38'44,7N/ 6°49'57,2E)
2      Bachstr./ Lambertusstr. (50°39‘12‘‘N/ 6°49’47,3‘‘E)
3   Bachstr./ Grondahlsmühle (50°39’29,6‘‘N/ 6°49’46,3‘‘E)

 


Niederkastenholz 1Niederkastenholz 122














 

Niederkastenholz
 
1    Kreuzstr.(Verängerung) (50°37’056,9‘‘N/6°49’57,8‘‘E)
2    Wolfgangstr./ L 210 (50°37’24,0‘‘N/6°50’30,6‘‘E)

 


Palmersheim 1Palmersheim 12233














 

Palmersheim

 

1    Schornbuschstr./ östl. des Ortes (50°38’0,66‘‘N/6°52’02,5‘‘E)

2    Schornbuschstr./ Odendorfer Weg (50°38’14,7‘‘N/6°51’41‘‘E)

3    Palmersheimerstr./ Rodderbach (50°38’19,8‘‘N/6°51’20‘‘E)

 


Roitzheim 1Roitzheim 122334455











 



 

Roitzheim

 

1    Flur Durchlicht/Verläng. F.Wankel-Str. (50°38’27,1‘‘N/ 6°48’09,8‘‘E)

2    Stephanusstr./ Caspar Müller-Str. (50°38’40,7‘‘N/ 6°48’32,8‘‘E)

3    Nelkenstr./ Tomburgstr. (50°38’37,8‘‘N/ 6°48’44,0‘‘E)

4    Margarete Metz-Str./ Nelkenstr. (50°38’43,8‘‘N/ 6°48’45,6‘‘E)

5    Auf der Rauschen 47 (50°38'47,7N/6°48'55,1E)

 


 
Schweinheim 1Schweinheim 1

223344















Schweinheim

 

1    Irmelsgasse/ Schweinheimerstr. (50°36’46,2‘‘N/6°52’09,9‘‘E)

2    Irmelsgasse 14  (50°36’48,5‘‘N/6°52’04,9‘‘E)

3    Irmelsgasse/ Richtung Flamersheim (50°36’51,3‘‘N/6°51’50,7‘‘E)

4    Schweinheimerstr./ Vor der Kapelle (50°36’44,3‘‘N/6°52’11,5‘‘E)
 


Weidesheim 1Weidesheim 122334455















Weidesheim

 

1    Weidesheimer Str./ Am Friedhof (50°39’38,0‘‘N/6°50’19,5‘‘E)

2    An der Kirche (50°39’32,7‘‘N/6°50’25,8‘‘E)

3    Am Dorfgraben/ Weidesheimer Str. (50°39’35‘‘N/6°50’30,8‘‘E)

4    Am Dorfgraben 48 (50°39’29,2‘‘N/6°50’47,7‘‘E)

5    Im Laach/ Burgunderstr. (50°39'28,8''N/6°50'18,3''E)
 


Wüschheim 1Wüschheim 1223344














 

Wüschheim

 

1    Reichsstr./  Wüschheimerstr. (50°41’23,7‘‘N/6°48’45,4‘‘E)

2    Wüschheimer Str./  Münchhausenstr. (50°41’25,1‘‘N/6°48’38‘‘E)

3    Andersonstr./ Am Siefengraben (50°41’29,2‘‘N/6°48’53,6‘‘E)

4    Im Buschfeld (50°42’03‘‘N/6°50’04,1‘‘E)

5    Am Silberberg/ Procter&Gamble (50°41’44,8‘‘N/6°49’44,3‘‘E)


 

Karten zu den Standorten der Wegekreuze ()


Seelsorgebezirk NordSeelsorgebezirk NordSeelsorgebezirk MitteSeelsorgebezirk MitteSeelsorgebezirk SüdSeelsorgebezirk Süd

 

 



 



Beschreibungen/ Erläuterungen zur Historie der einzelnen Wegekreuze

Flamersheim
 
1                    Markt (50°37’23,3‘‘N/6°51’01,6‘‘E)
 
Dieses 440 cm hohe Sandsteinkreuz steht zwischen Linden am Rand des Marktplatzes auf einem vierstufigen Podest.
Die Inschrift auf dem Sockel lautet:
Herr lenke meines * Geistes Blick * Von dieser Welt * Getümmel * Auf Dich auf meiner * Seele Glück * Auf Ewigkeit und * Himmel
Auf der Rückseite ist zu lesen:
Zu Ehren des heiligen Hubertus * Errichtet von den Eheleuten Heinr. Ruland und Gert Biesen * zu Flamersheim 1863
 
 
 
2                    L 210/ K 51 (50°37’49,0‘‘N/6°50’43,9‘‘E)
 
Dieses 420 cm hohe Kreuz wurde 1722 im Barockstil aus Trachyt geschaffen und an der Straßenkreuzung am Ortsausgang in Richtung Kuchenheim errichtet. Mit der Verlegung der Straße verlor es die Funktion des Wegekreuzes und wurde erst 1980 restauriert und der neuen (Umgehungs-) Straße zugeordnet und wenige Meter nach Westen versetzt.
Die Inschrift auf dem Sockel benennt die Stifter:
1722 HAT JAKOBUS KLÖCKENER UND ELESABETH HERTERS GEWESSENE E.L. DIS CREUZ MACHEN LASSEN Z.E.D.L.C. (zu Ehren des Lebendigen Christus)
 
 
 
3                    Rodderbach/ westl.der Palmersheimer Str. (50°37’55,9‘‘N/6°51’16,9‘‘E)
 
Das aus Sandstein geschaffene Kreuz am nördlichen Rand der Flamersheimer Feldmarkung ist stark beschädigt. Auf dem 264 cm hohen neugotischen Unterbau fehlt das bekrönende Kreuz.
Inschrift:
Errichtet zur Ehre Gottes und zur from. Erinnerung an die achtb. Eheleute Leon. Flinck und Cath. Schmitz aus Flamersheim von ihren dankbaren Kindern. 1873.
 
 
 
Großbüllesheim
 
4  An der Burg
 
Im Sommer 2008 wurde auf dem Grundstück der Burgmühle in Großbüllesheim vom Besitzer Herrn Henseler einen Bildstock errichtet. Es ist dem ersten Pfarrpatron von Großbüllesheim und Wüschheim, dem Erzengel Michael gewidmet.
 
 
Kirchheim
 
1        Zum Pastoratsacker/ Geschw.Burchstr. (50°36’12,0‘‘N/6°50’04,5‘‘E)
 
Der Aufbau des 230 cm hohen Bildstockes ist aus Sandstein und stammt aus der 1.H.des 19.Jh.s (1834?), der Unterbau ist 1950 aus Bruchstein (Grauwacke) erstellt worden. In die Nische ist eine Marienfigur(mehrfach ersetzt!) eingestellt. Im Rundbogen der Nische ist zu lesen: Heilige Maria, bitt‘ für uns.
 
 
2        Arloffer Str./ Kirchheimer Str. (50°36’35,3‘‘N/6°49’54,0‘‘E)
 
Der zweistufige 230 cm hohe Bildstock wurde 1959 aus Bruchstein (Grauwacke) errichtet. In die Rundbogennische ist eine Heiligenfigur eingestellt, die im Sockel die Inschrift “Hl. Mutter ANNA“ enthält.
Dieser Bildstock hat einen Vorgängerbau, über den aber nichts bekannt ist, ersetzt.
 
3        Kirchheimer Str.64 (50°36’25,2‘‘N/006°50’09,6‘‘E)
 
Der 270 cm hohe Bildstock wurde um 1900 aus gelben und roten Backsteinen gebaut, wobei im oberen Teil eine Rundbogennische für eine Marienfigur ausgespart wurde. Im unteren Teil ist eine Takenplatte von 1772 eingelassen, die eine Reliefdarstellung der Muttergottes mit Kind im Strahlenkranz zeigt.
 
 
4        Lindenberg/ Geschw.Burchstr. (50°36’11,7‘‘N/6°49’54,2‘‘E)
 
Dieser zweistufige 220 cm hohe Bildstock ist in den 1950 Jahren aus Bruchstein (Grauwacke) errichtet worden. In die Rundbogennische im Aufbau ist eine Barbarafigur aus Porzellan eingestellt.
Die hl. Barbara ist Schutzpatronin der Bergleute und in Kirchheim eine Lokalheilige, da hier lange Zeit Kies gefördert wurde.
 
5        Arloffer Str./ Vogelsang (50°36’21,7‘‘N/6°49’20,5‘‘E)
 
Der 220 cm hohe Bildstock aus Feldbrandsteinen ist mit einem eisernen Kreuz – 45 cm hoch – bekrönt.
Am Standort des Bildstocks befand sich ursprünglich ein Wegekreuz. Als in den 1630er Jahren die Pest in Kirchheim grassierte und das Dorf unter Quarantäne gestellt wurde, deponierte ein Müller aus Arloff-Kirspenich, so heißt es, an dem Kreuz Tag für Tag Brot. Vorfahren der Familie Klees holten es anschließend ab und brachten es in ihr Dorf, damit „abgeschnittenen“ Kirchheimer nicht verhungerten. Im Volksmund hieß es deshalb bald „Müller-Krüzje“, das wahrscheinlich im 17.Jh. durch einen Bildstock ersetzt wurde und dann oft „Pesthäuschen“ genannt wurde.
Immer noch kümmern sich Nachfahren der Familie Klees um diesen Bildstock, der bei einem Unfall im Jahre 2006 völlig zerstört und 2007 wieder aufgerichtet wurde, wobei die wohl behaltene Marienfigur wieder in die Rundbogen-Nische gestellt wurde.
 
 
 
6        Kirchheimer Str./ Geschw.Burchstr. (50°36’15,2‘‘N/6°50’14,5‘‘E)
 
Dieses 320 cm hohe Kreuz aus Sandstein im neugotischen Stil wurde 1856 von Paulus Schaefer errichtet. Der Unterbau enthält folgende Inschrift:
Kommet alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid und ich will euch erquicken. Matth. 11, 28
Zu Ehren der allerheiligsten Dreifaltigkeit und zum Andenken an seine verstorbenen Eltern Hermann Schaefer und Lucia Schmitz wurde dieses Kreuz errichtet im Jahre 1856 von Paulus Schaefer
 
7        Hertz-Str. (50°36’06,3‘‘N/006°50’17,7‘‘E)
 
Der 300 cm hohe Bildstock aus Sandstein ist in Grau und Weiß gefasst, wahrscheinlich um 1900 errichtet.
Inschrift:
Göttliches Herz Jesu erbarme dich unser
 
8        In den Breiten (50°36‘4,9‘‘N/ 6°49’38,9‘‘E)
 
Am Rand einer Weide von Brigitte und Helmut Jonas steht seit 2008 ein etwa 250 cm hohes Kreuz, das von dem Schreiner Franz Kurth aus Eichenholz gefertigt wurde. Der gewaltige Korpus wurde von dem Waldorfer Bildhauer Heinz Knapstein geschaffen. Das Kreuz erinnert an die vielen Kreuze im Tiroler Land. So ist auch die Idee zu diesem „Watzenberg-Kreuz“ in einem Urlaub von Brigitte und Helmut Jonas im Vinschgau entstanden.
 
9        Am Tielchesbusch (50°35’53,3‘‘N/6°50’15,3‘‘E)
 
Das Kreuz, das fremdartig wirkt, enthält im Unterbau zwei Schrifttafeln.
Inschrift: Mein Jesus, Barmherzigkeit
Inschrift: Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. 25.April 1986
Darüber befindet sich ein Medaillon mit dem Kopf des Gekreuzigten.
Im Zentrum des bekrönenden Kreuzes ist die Lutherrose im Relief ausgearbeitet.
 
10    Steinkaul-MaxPlanck-Str. (50°36’25,1‘‘N/6°50’24,2‘‘E)
 
Der aus Bruchstein (Grauwacke) errichtete 220 cm hohe Bildstock, mit einem 35 cm hohen eisernem Kreuz bekrönt und mit einer Marienfigur in der Rundbogen-Nische, ist wahrscheinlich in den 1950er Jahren entstanden.
 
 
 
Kleinbüllesheim

1      Burgzufahrt (50°40’20,9‘‘N/6°49’40,4‘‘E)
 
Das 1726 erstellte Kreuz zeigt im Sockel das Wappen der Freiherren von Bourscheidt.
    
2      Weidesheimer Str./ Neumühle (50°40’00,4‘‘N/6°49’49‘‘E)
    
Das 1928 aus schwarzem Granit hergestellte 261 cm hohe Kreuz ist heute abgebrochen und beiseite gestellt.
Inschrift:  Zur  •  Ehre  Gottes  •  Errichtet • Im Jahre • 1928 • VON GESCHW. SCHLECHT                      
 
 
    
 
Kuchenheim
 
1                    Wirtschaftsweg zw. L 210 und K 24 (50°38'44,7N/ 6°49'57,2E)
 
Bäcker-Janns-Kreuz, 1806Bäcker-Janns-Kreuz, 1806Bäcker-Janns-Kreuz, um 1992Bäcker-Janns-Kreuz, um 1992An der Südseite des Ortes stand seit 1467 auf einer kleinen Anhöhe (Schießberg) ein Kreuz aus grauem Sandstein, das von dem Leheninhaber der oberen Burg, Johann von Kinzweiler, errichtet worden war.
1806 musste das Kreuz auf Veranlassung der französischen Verwaltung beseitigt werden.
Zwei Monate später haben die Sebastianus-Schützen am gleichen Platz ein neues Kreuz aufgestellt, das der Bäcker Franz Anton Schlaeger (1786-1851), genannt Bäckerhannes, genau nach dem Vorbild des beseitigten Kreuzes aus Holz geschnitzt hatte.
Dieses blieb (vor einem Kastanienbaum) bis 1921 am gleichen Ort stehen, dann wurde es bei der „Zusammenlegung“ versetzt.
1940 wurde die geschnitzte Seite des inzwischen morsch gewordenen Kreuzes abgetrennt und auf neue Kreuzbalken geheftet, 1949 restauriert und teilweise renoviert.
1980 versetzte man das Bäcker-Janns-Krüz bei der Flurbereinigung in die Nähe des ursprünglichen Platzes inmitten eines Feldgehölzes.
1989 fertigte Steinmetz Marx aus Euskirchen wegen der besseren Witterungsbeständigkeit eine Kopie in Sandstein, wobei die Ausarbeitung in Stein zu etwas größeren Maßen geführt hat. Dieses Kreuz ist im Juni 2010 - also vor fast einem Jahr -  von Unbekannten zerstört worden, aber leider ist die Stadt Euskirchen nicht in der Lage, dieses Kreuz wieder aufzurichten.
Das alte Holzkreuz von 1806 steht heute an der Schützenhalle in Kuchenheim, Kuchenheimerstr.220.
 
2                    Bachstr./ Lambertusstr. (50°39‘12‘‘N/ 6°49’47,3‘‘E)
 
Das 285 cm Kreuz aus Kalkstein wurde 1854 von Gerhard Loben gestiftet, nachdem seine Frau, Agnes geb. Scheuren, von schwerer Krankheit genesen war. Es wurde an der Kreuzung Kuchenheimer Str./ Auf dem Acker gegenüber vom Schützenplatz errichtet. 1945 wurde es bei Straßenbaumaßnahmen abgebaut und 1954 am heutigen Standort – nahe der Unteren Burg – wieder aufgestellt.
Inschrift auf dem Sockel:
Zur höchsten Ehre Gottes und der schmerzhaften Mutter Maria von den Eheleuten Gerhart Loben und Agnes Scheuren. 1854.
 
3                    Bachstr./ Grondahlsmühle (50°39’29,6‘‘N/ 6°49’46,3‘‘E)
 
1855 erwarb Wilhelm Olbert die Öl- und Lohmühle „Grondalsmühle“. Zur Realisierung seiner großen Pläne gaben die Eltern seiner Frau das nötige Geld, doch scheiterten die Pläne durch den Tod seiner Frau – im „Kindsbett“ – schon kurze Zeit danach. Da seine Frau auf Wunsch ihrer Eltern im Heimatort beerdigt wurde, ließ Wilhelm Olbert zum Andenken dieses 290 cm hohe Kreuz aus Sandstein errichten, das heute noch am ursprünglichen Ort steht. Nach einem Einsturz des Kreuzes hat die Schützenbruderschaft das Kreuz restauriert und wieder aufgestellt.
Inschrift auf dem Sockel:
Errichtet von den Eheleuten Wilh.Olbert u. M.F.Henrietta Olbert geb. Frèvert. 1859.
 
 
Niederkastenholz
 
1                    Kreuzstr.(Verlängerung) (50°37’056,9‘‘N/6°49’57,8‘‘E)
 
Das 290 cm hohe Schaftkreuz – auf zweistufigem Podest – ist 1980 in Kopie des brüchigen Vorgängerkreuzes aus Dolomit gefertigt worden. Das Vorgängerkreuz, wahrscheinlich um 1900 errichtet, war aus Sandstein und stand etwa 15 m nördlich vom heutigen Standort.
Auf dem unteren Schaftteil ist zu lesen:
Wir danken Dir Herr Jesu Christ, dass Du für uns gestorben bist.
 
2                    Wolfgangstr./ L 210 (50°37’24,0‘‘N/6°50’30,6‘‘E)
 
Das 400 cm hohe Kreuz aus Sandstein wurde am 15.Juli 1874 von den Geschwistern Vilz errichtet. Bei der Restaurierung in den 1950er Jahren wurde das bekrönende Kreuz erneuert und der fehlende Korpus durch ein Christuskopf-Medaillon ersetzt. In die Nische setzte man eine Antoniusfigur statt der bisherigen Marienstatue. Seit der neuen Straßenführung – in den 1960er Jahren – steht das Kreuz nun abseits der Straßenkreuzung.
Inschrift:
Errichtet Geschwister Vilz zu Niederkastenholz. 15.Juli 1874.
 

Palmersheim
 
1                    Schornbuschstr./ östl. des Ortes (50°38’0,66‘‘N/6°52’02,5‘‘E)
 
Eigentlich ist es ein barockes Grabkreuz, das am Wegesrand aufgestellt ist.
Inschrift: 1717 DEN 26.ABRIL GEST. DEUTIS HOEFEN D.S.S.G. AMEN
 
2                    Schornbuschstr./ Odendorfer Weg (50°38’14,7‘‘N/6°51’41‘‘E)
 
Eigentlich ist es ein frühbarockes Grabkreuz aus dem 17.Jh., das vor dem Fachwerkhaus, das als Pfarrhaus diente, aufgestellt ist.
Die Inschrift ist nur teilweise erhalten und nicht in Zusammenhang zu bringen.
Das Original dieser Kopie befindet sich im Stadtmuseum Euskirchen.
 
3                    Palmersheimerstr./ Rodderbach (50°38’19,8‘‘N/6°51’20‘‘E)
 
Dieses 325 cm hohe Kreuz aus Sandstein ist nach 1707 im Gedenken an die Eheleute Doster/Holsters errichtet worden.
Inschrift: 1707 DEN 21.AUGUSTO STARB HEINTERICH DOSTER ABALONIA HOLSTERS EHEL.
 
 
Roitzheim
 
1                    Flur Durchlicht/ Verläng. F.Wankel-Str. (50°38’27,1‘‘N/ 6°48’09,8‘‘E)
 
Das 210 cm hohe Kreuz ist nach dem Flurbereinigungsverfahren im 1990 (Beginn: 1978) errichtet worden.
Inschrift: FLURNEUORDNUNG 1978 · ERRICHTET VON DEN GRUNDSTUECKSEIGENTUEMERN EUSKIRCHEN, KREUZWEINGARTEN-RHEDER, KUCHENHEIM, ROITZHEIM, STOTZHEIM.
 
2                    Stephanusstr./ Caspar Müller-Str. (50°38’40,7‘‘N/ 6°48’32,8‘‘E)
 
Der 290 cm hohe Bildstock aus Bruchstein (Grauwacke) ist durch eine auskragende Zwischenplatte vertikal unterteilt. Im oberen zurückverlegten Mittelfeld ist ein Kruzifix befestigt im unteren Feld eine Schrifttafel, worauf zu lesen ist: Errichtet von den Bürgern und der Vereinsgemeinschaft Roitzheim · 23.11.1980.
 
3                    Nelkenstr./ Tomburgstr. (50°38’37,8‘‘N/ 6°48’44,0‘‘E)
 
Das 1902 errichtete 310 cm hohe neugotische Kreuz aus Basaltlava (Blaustein) enthält im Blendfeld des Unterbaues die Inschrift: Dem Koenige der Unsterblichkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit · Durch Dein Kreuz und Deine Wunden beschuetze uns jetzt und in der Todesstunde · Errichtet von der Pfarrgemeinde Roitzheim · 1902
 
4                    Margarete Metz-Str./ Nelkenstr. (50°38’43,8‘‘N/ 6°48’45,6‘‘E)
 
Der 202 cm hohe Bildstock ist, an einer Hauswand angelehnt, aus Backstein gemauert und mit weiß geschlämmtem Zementputz überzogen. In die Nische ist eine Marienfigur aus Porzellan eingestellt.
 
5                    Auf der Rauschen 47 (50°38'47,7N/6°48'55,1E)
 
Dieses Kreuz ist privat entstanden.

 

Schweinheim

1                    Irmelsgasse/ Schweinheimerstr. (50°36’46,2‘‘N/6°52’09,9‘‘E)
 
Dieses 280 cm hohe Kreuz aus Trachyt und Sandstein entstand – wie viele andere in unserer Region – in der Folgezeit des preußischen Kulturkampfes, als Zeichen des „Sieges“.
Inschrift:
Errichtet von der Gemeinde Schweinheim am 6.Juni 1889.
 
2                    Irmelsgasse 14  (50°36’48,5‘‘N/6°52’04,9‘‘E)
 
Dieses etwa 100 cm hohe bzw. 62 cm freigestellte Kreuz ist eigentlich ein spätbarockes Grabkreuz für Johannes Krup gewesen, wurde aber irgendwann vor die Hauswand Irmelsgasse 14 gesetzt, wo man bis in die 1960er Jahre die „Sieben Fußfälle“ gebetet hat.
Inschrift:
Den 10.März 1774 starb Joannes Krup – alt 74 Jahre.
 
3                    Irmelsgasse/ Richtung Flamersheim (50°36’51,3‘‘N/6°51’50,7‘‘E)
Unter drei 1930 gepflanzten Lindenbäumen steht das 468 cm hohe Kreuz aus Trachyt, das als Hochzeitskreuz errichtet wurde. Über der Muschelnische befindet sich das Allianzwappen des Burgherrn Wirich Wilhelm Dietrich von Bernsau, Freiherr zu Schweinheim, der sich am 11.1.1694 mit Amalie Regina von Waldenberg gt. Schenkern vermählt hat.
 
4                    Schweinheimerstr./ Vor der Kapelle (50°36’44,3‘‘N/6°52’11,5‘‘E)
 
Das 382 cm hohe Kreuz aus Trachyt (Unterbau) und Buntsandstein (Kreuz) stammt wahrscheinlich aus der 1.Hälfte des 18.Jh.s. Es wurde im 19.Jh. zerstört, wonach man das zerstörte bekrönende Kreuz auf dem barocken Unterbau durch ein Grabkreuz von 1793 ersetzte.
 
 
 
 
 

© Text/ Zeichnungen/ Fotos/ Auflistung: Dr.Conrad-Peter Joist

© Standort-Koordinaten/ Overlay: Toni Loben





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