Die dreischiffige, vierjochige Backsteinhalle mit eingezogenem, dreiseitig geschlossenem Chor
ist von Sakristeibauten flankiert.
St. Martinus besitzt einen vorgelagerten, fünfgeschossigen Westturm mit sparsamen
Buntsandsteingliederungen, schmalen spitzbogigen Fensteröffnungen und spitzbogigem Westportal im
neugotischen Stil. An allen vier Seiten befinden sich die weit sichtbare Zifferblätter der Turmuhr.
Zweibahnige, spitzbogige Maßwerkfenster mit Sandsteinrahmung und abschließenden liegenden
Dreipässen schmücken die Kirche zusätzlich, ebenso wie die schmalen, einmal abgetreppten
Strebepfeiler. An den beiden Tympana der Seitenschiffsportale befinden sich heute Mosaikbilder, die
der Künstler Heinrich Seepolt Mitte der 1950er Jahre schuf. Sie zeigen alttestamentarische
Abbildungen vom brennenden Dornenbusch sowie vom Lamm Gottes. Auch die Fenstergestaltung im
westlichen Bauteil von St. Martinus, sowie die Mosaikarbeiten am benachbarten Josefhaus wurden von
ihm ausgeführt.
Im Chorscheitel war lange Zeit eine romanische Maskenkonsole, die wohl vom Vorgängerbau
stammte, eingesetzt. Die Datierung ist nicht abschließend geklärt, heißt es in unterschiedlichen
Beschreibungen mal, dass der Kopf aus römischer, aus fränkischer, oder aus romanischer Zeit stamme.
Sie hat man in den 1990ern nach Innen geholt, wo man sie nun im Narthex betrachten kann. Ferner hat
man an der Ostseite der Kirche Grabkreuze aus Sandstein, Basalt und Blaustein aufgestellt.
Reste der alten Kirche findet man noch auf dem Friedhof auf der gegenüberliegenden
Straßenseite.
In den Jahren nach 1945 hat sich Dechant Emonds mit Hilfe seiner Pfarrgemeinde der
Ausstattung des Gotteshauses besonders angenommen. Dach und Turm wurden erneuert, desgleichen Chor
und Altar. Neue Glocken wurden beschafft.
1963 mußte die Kirche statisch gesichert werden, da die Fundamente der Westseite nachgegeben
haben und sich gefährliche Risse im Gewölbe bemerkbar machten.