Erzbistum Köln     

Versöhnung – Umkehr und Neubeginn

beichtstuehleSchuld, Sünde und Vergebung sind gewichtige Themen des Neuen Testamentes. Jesus selber hat Sünden vergeben, indem er zugleich zur Umkehr aufrief: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ (Mk 1,14-15) Das griechische Wort „metanoein“ bedeutet: umdenken, umkehren, sich neu ausrichten.
Jesu Aufruf zur Umkehr fußt auf der Erfahrung und Erkenntnis, dass es Unheil in der Welt gibt und immer wieder geschieht. Die Geschichte jedes einzelnen Menschen kann immer wieder zur Unheilsgeschichte werden. Der Mensch kann sich von Gott entfernen, ja ganz von ihm trennen. Dann entsteht eine unheilvolle, eine „sündige“ Situation. Sünde im religiösen Sinn meint daher auch nicht zu nächst das Übertreten von Geboten, sondern im ursprünglichen Sinn Absonderung und Trennung von Gott. Das ist nicht nur eine Sache, die den einzelnen Menschen betrifft. Sünde schafft auch Unheil zwischen den Menschen. Wir erleben das täglich. Von daher ist Sünde auch Beziehungsstörung in dreifachem Sinn

- Der Mensch distanziert sich von anderen, von der Gemeinschaft; er achtet sie gering oder weist sie zurück
- Der Mensch distanziert sich von sich selbst; schätzt sich gering und schadet sich
- Der Mensch distanziert sich von Gott als dem Schöpfer, dem Freund der Menschen und des Lebens

Doch vom Unheil gibt es immer wieder einen Weg zurück ins Heil. Gott hat nicht nur einmal etwas für die Menschen getan. Gott tut immer wieder etwas für die Menschen. Er schenkt Vergebung. Er bindet ihn wieder an sich. Aber auch der Mensch muss etwas tun. Er muss umkehren und sich von neuem Gott nähern, zu ihm gehen. Umkehr ist eine lebensentscheidende Notwendigkeit. Sie ist nicht Rückschritt, sondern Fortschritt. Ein Mensch kehrt um, d.h. er gesteht sich seine Sünde ein und bekennt seine Schuld und bittet Gott um Vergebung. Er will neu beginnen. Er will gutmachen, soweit es möglich ist, wo er Schaden angerichtet hat.
Diese Umkehr und dieser Neubeginn vollziehen sich im Sakrament der Beichte, der Versöhnung. Das Wichtige dabei aber ist, dass es nicht der Mensch, der Priester, ist, der Sünden vergibt, sondern es ist immer Christus, der durch Menschen handelt. Das wird deutlich im Lossprechungsgebet, das der Priester im Namen Gottes und im Dienst der Kirche spricht: „Gott, der allmächtige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt. Er hat den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenkt er Frieden und Verzeihung. So spreche ich dich los von deinen Sünden: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Beichttermine

Das Sakrament der Beichte wird jeden Samstag von 16.00 Uhr bis 16.45 Uhr in der Kirche St. Margareta angeboten oder nach Absprache mit einem Priester. Die Form der Beichte wählt der Beichtende selbst: im Beichtstuhl oder als Beichtgespräch.
Bußgottesdienste in der Advent- und Fastenzeiten sind Möglichkeiten der Vorbereitung auf die persönliche Beichte.
 

 

Zum Seitenanfang Seite weiterempfehlen Druckversion Kontakt  Barrierefrei  Impressum