Erzbistum Köln     

Eucharistie – Speise für das Leben

hostienschale_farbeJesus selbst wählt eine Zeichenhandlung aus, um vor seinem Tod seinen Freunden wie in einem Testament all das zu hinterlassen, worauf es ihm ankommt:
„Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, so oft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.“ (1 Kor 11,23-25)
Dies geschieht am Vorabend des jüdischen Pascha-Festes. Jesus feiert mit seinen Jüngern die Befreiung aus Ägypten, die Rettung seines Volkes, den Aufbruch in das Gelobte Land, das von Jahwe geschenkte neue Leben. Im Mittelpunkt dieses Gedächtnismahles steht das gemeinsame Essen des Pascha-Lammes. Aber Jesus wählt nicht dieses Lamm als Zeichen aus. Sein Zeichen ist viel banaler, viel alltäglicher. Er nimmt das ungesäuerte Brot und seinen Becher mit Wein, die ebenfalls zu den Speisen dieses Mahles gehören.
Dabei wird nicht das Brot für sich allein zum Zeichen. Das Zeichen, das Jesus gibt, ist das Brechen des Brotes, das Austeilen und das gemeinsame Essen: Das ist mein Leib, das bin ich, das ist mein Leben. Ich gebe es für euch hin. Meine Hingabe ist die Nahrung, von der ihr lebt.
Dann nimmt er seinen Becher Wein und teilt ihn mit den anderen. Normalerweise würde jeder aus seinem eigenen Becher trinken. Doch Jesus macht deutlich: Das ist mein Blut, das bin ich, das ist mein Leben. Das Blut ist für Juden der Sitz des Lebens. Jesus schenkt sich den Menschen mit allem, was er hat und ist. Zugleich weist er darauf hin, was ihm bevorsteht. Er wird sein Leben hingeben und sein Blut vergießen.

Das Leben immer wieder feiern

Jesus trägt seinen Jüngern auf: Tut dies zu meinem Gedächtnis. In der jüdischen und christlichen Vorstellung ist das Gedächtnis nicht eine bloße Rückschau, ein verklärter Blick in die Vergangenheit. Das Erinnerte wird zur lebendigen Gegenwart. Das, was gefeiert wird, geschieht auch heute: Befreiung und Rettung durch Gott. Es ist wie ein Fundament, das zwar früher einmal gelegt wurde, aber noch heute trägt. Jesus ermuntert seine Freunde nicht, später beim Brechen des Brotes und Trinken des Weines an ihn zu denken, damit er nicht vergessen wird. Jesus verspricht seine Gegenwart: Ich werde bei euch sein in Brot und Wein, das ihr miteinander teilt, esst und trinkt. Das dürfen als erstes die beiden Jünger in Emmaus erfahren, die Jesus in ihrer Mitte erkennen, als sie das Brot miteinander brechen.
Wenn sich Christen am Sonn- und Werktag zur hl. Messe versammeln, dann feiern sie Eucharistie: das rettende Handeln Gottes auch jetzt und heute durch Jesus Christus. Eucharistie ist zunächst einmal das, was der griechische Name ausdrückt: Danksagung. Wir sagen Gott, dem Vater, Dank für alles Gute, das er uns gibt für die Schöpfung und unser Leben, für sein Handeln an seinem Volk in der Welt, und vor allem für das Geschenk, das er uns in Jesus Christus gemacht hat. In ihm hat er sich uns gezeigt und ist Mensch geworden. Dieser Dank findet seinen dichtesten Ausdruck im Hochgebet der hl. Messe, bei der Wandlung der Gaben von Brot und Wein in Leib und Blut Jesu. Somit ist Eucharistie das feierliche Gedächtnis des Lebens und Leidens, des und der Auferstehung Christi. Wir feiern das Gedächtnis seiner Hingabe in den Tod und des Heilshandelns Gottes als die große Wirklichkeit unseres Lebens: Jesu Hingabe, seinen Tod und seine Auferstehung – hier und jetzt bei uns.
In der Eucharistiefeier erfahren wir Gemeinschaft Gottes mit uns Menschen und Gemeinschaft mit den zur Eucharistie versammelten Menschen. Jesus schenkt sich in Brot und Wein nicht nur jedem einzelnen persönlich, sondern der ganzen Kirche. Dies geschieht beim Kommunionempfang.
Eucharistie ist aber nicht nur Gedächtnis und Vergegenwärtigung des Heilshandeln Gotte, sondern auch Ausblick und Vorgeschmack dessen, was uns verheißen ist: das große Festmahl am Ende der Zeiten, Leben in Fülle in der Gemeinschaft der Menschen mit Gott.
Deshalb bezeichnet das Zweite Vatikanische Konzil die Eucharistie als Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens.

 

Die Zeiten und Orte der Hl. Messen finden Sie hier:

 

Informationen zur Erstkommunionvorbereitung erhalten Sie hier:
 


 
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