Erzbistum Köln     

Kirche St. Pantaleon Pingsdorf

Vermutlich bis in das 7. Jh. geht die Geschichte der Pingsdorfer Kirche zurück. Gesicherte Erkenntnisse gewinnen wir aber erst für das 11. Jh., als die Pingsdorfer Pfarre urkundlich erwähnt wurde. Seit dieser Zeit gehörte Pingsdorf dem Kloster Pantaleon; von ihm ist auch das Patrozinium übernommen worden. Eine Zeichnung aus dem Jahre 1578 stellt uns die Kirche vor Augen. 1776 kommt es zu einem Neubau. Diese Kirche wurde 1931 durch einen Anbau im Norden wegen der gestiegenen Zahl der Gläubigen erweitert. Der Altbau blieb dabei weitgehend erhalten.
 
So stellt sich die Pingsdorfer Pfarrkirche noch heute als zweigliedrige Anlage dar, nämlich der barocken Saalkirche mit vorgelagertem Westturm und im Osten mit Chor und Sakristei sowie dem nach Norden anschließenden Saalbau. Jede Anlage verfügt über einen eigenen Altar. Trotz aller Versuche, vor allem in den 60er Jahren des 20. Jh., zwischen beiden Baukörpern zu vermitteln, bleiben gravierende Unterschiede. So ist die Orgelbühne unterschiedlich weit vorgezogen. Vor allem die beiden Altäre differieren.
 
Meist betritt man die Kirche durch den Eingang im Westturm, über dem eine von Wilhelm Tophinke gestaltete Muttergottes im Stile der Sedes Sapientiae (Sitz der Weisheit) der romanischen Madonnen (s. u.) grüßt.
 
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Der Altbau setzt, wenn auch in bescheidenem Rahmen, typische Akzente barocker Kirchenauffassung und Frömmigkeitsform. An der Decke prangt das Relief der Himmelskönigin. Der barocke Hochaltar mit der Darstellung des Pfarrpatrons, des hl. Pantaleon, zieht auch heute noch die Blicke auf sich. Vor ihm steht ein moderner Zelebrationsaltar. Von den barocken Seitenaltären sind nur die Altarbilder übrig geblieben: Sie stellen die „Schmerzhafte Mutter“ und „die hl. Anna, den hl. Joachim und die Gottesmutter“ dar.
 
Kanzel mit bekrönendem hl. Michael, Kredenztisch, Kommunionbank sowie die Figuren der Gottesmutter und des hl. Josef vervollständigen die barocke Ausstattung. Von großem Reiz sind die elf um 1600 entstandenen Apostelbilder an der Südwand.
 
Die größte Kostbarkeit der Ausstattung aber, die berühmte Pingsdorfer Madonna (um 1170), ist heute dem Diözesanmuseum als Dauerleihgabe übereignet: die heute in der Kirche stehende Kopie dieser romanischen Madonna im Stile der Sedes Sapientiae (s. o.) ist leider nur ein unvollkommener Ersatz. 
 
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Der Anbau von 1931 ist ein reiner Zweckbau. Theologisch sinnvoll ist die deutliche Trennung von Kirchenschiff und Taufkapelle. An der südlichen Seite lädt eine barocke Figur des hl. Pantaleon, an der nördlichen Seite ein Altärchen der Immerwährenden Hilfe zu Betrachtung und Gebet ein.
 
Die nördliche Seite des Kirchenschiffs wird durch einen neugotischen Kreuzweg geschmückt. Der hier aufgestellte Zelebrationsaltar ist ein rein funktionales Möbelstück ohne theologische Ansprüche. Über ihm zieht eine Kreuzigungsgruppe aus dem 16. Jh. die Blicke auf sich; sie stellte wohl das Triumphkreuz der alten Kirche dar.
 
Entzückend sind die kleinen, figürlich gestalteten Fenster von P. Weigmann.  
 
 

Literatur: Drösser, Wolfgang: Die Pfarrkirche St. Pantaleon in Brühl-Pingsdorf, Brühl 1996

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