Erzbistum Köln     

Kirche St. Pantaleon Badorf

Badorf gehörte ursprünglich zur Pfarrei Pingsdorf; bis in das 20. Jh. bildeten beide Dörfer eine Pfarrgemeinde. Dennoch versuchten die Badorfer u. a. aufgrund der doch recht großen Entfernung zumindest eine gewisse seelsorgerische Eigenständigkeit zu gewinnen. Durch den Bau der Anna-Kapelle im 15. Jh., die im 18. Jh. erneuert wurde, gelang ihnen das ansatzweise. Pingsdorf blieb auch übergeordnete Pfarre, als der Pfarrer 1594 seinen Wohnsitz nach Badorf verlegte. Als sich im 19. Jh. abzeichnete, dass durch die Zunahme der Bevölkerung die Pingsdorfer Kirche zu klein war, sahen Pfarrer und Badorfer ihre Stunde für gekommen. Sie plädierten für einen Neubau in Badorf, das inzwischen bevölkerungsmäßig Pingsdorf überholt hatte.
 
StPantaleonBB_7 St. Pantaleon Badorf
 
 
Trotz des erbitterten Widerstandes der Pingsdorfer entstand so zwischen 1895-1897 die neue Pfarrkirche mit dem alten Schutzpatron, dem hl. Pantaleon. Auf einer Kuppe liegend, fällt dieser „Dom des Vorgebirges“ sofort ins Auge, nähert man sich ihm von der Ebene her dem Dorf. In neugotischen Formen wurde die dreischiffige Hallenkirche mit vorgelagertem Turm und einem wenig ausgeprägten Querschiff errichtet. Betritt man die Kirche, beeindruckt die Lichte und Weite des Raumes. Fast schwerelos scheinen die zehn Säulen das Netzgewölbe zu tragen.
 
Auch die Innenausstattung entspricht noch weitgehend den neugotischen Vorstellungen. Betritt man die Kirche von Westen, laden eine Pieta sowie eine Lourdes-Madonna zum stillen Gebet ein. Eine Glastür führt in das Kircheninnere. Figuren des hl. Johannes Nepomuk, der hl. Christina von Bolsena sowie des hl. Pantaleon erinnern an die Heiligenfiguren, die den gotischen Kirchenraum als ein Abbild des Himmels darstellen wollen. Zahlreiche Gemälde, teils aus dem 16. Jh., sowie der neugotische Kreuzweg überbrücken die Leere der Wände. Taufbecken, Kanzel, Beichtstühle, Bänke und Altäre verstärken den neugotischen Eindruck.
 
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Der linke Altar ist der hl. Familie gewidmet durch ein Triptychon der Anbetung durch die hl. Dreikönige sowie durch die Figuren des hl. Josef und der Gottesmutter. Der rechte Seitenaltar dient der Verehrung der zweiten Schutzpatronin, der hl. Anna. Im Zentrum steht eine Figur der Mutter Mariens aus der Zeit um 1500.
 
Der Hochaltar mit den beiden Retabeln mit Darstellungen aus dem Leben des hl. Pantaleon bleibt neugotisch geprägt, obwohl der Mittelteil nicht mehr aufgestellt wurde. Dadurch blieb ein freier Blick auf die fünf Chorfester aus den 50er Jahren des 20. Jh. mit Szenen aus dem Leben des Pfarrpatrons erhalten.
 
Standort

 

Literatur: Drösser, Wolfgang (Schriftleiter): „Ein Haus voll Glorie schauet weit über alle Land!“, Brühl 1997


 
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