Erzbistum Köln     

Kirche St. Matthäus

Schon im 5. Jh. gab es die ersten Christen in Vochem, wie der berühmte Grabstein der Rignedrudis beweist. Dieses, beim Bau der Eisenbahnstrecke gefundene Grabmonument, weist durch die Inschrift und die Symbolik auf die Anwesenheit von Christen in Vochem zu diesem frühen Zeitpunkt hin.

 

Ein erstes Gotteshaus hat es wohl schon im 11. Jh. in Vochem gegeben: Jahrhunderte lang stritt man sich mit St. Margareta um die Selbstständigkeit der eigenen Pfarrei. Endgültig Erfolg hatte man erst 1804.
Auch in Vochem wurde das alte, im romanischen Stil erbaute Kirchlein Ende des 19. Jh. zu klein. Die vergrößerte Einwohnerzahl machte den Neubau einer Kirche notwendig. 1892 begannen die Arbeiten; zwei Jahre später konnte der Neubau bezogen werden; das alte Kirchlein wurde abgerissen. Patron blieb der bereits im 14. Jh. erwähnte hl. Matthäus. Bei dem Neubau handelte es sich um eine dreischiffige Hallenkirche mit vorgelagertem Westturm, von zwei kleinen Anbauten flankiert. Hinzu kam ein allerdings wenig ausgeprägtes Querschiff.
 
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Der Bauboom in Vochem in den 50er Jahren des 20. Jh. führte zu einem weiteren Anstieg der Gottesdienstbesucher. Eine Erweiterung der Kirche war nötig. So wurde das Querschiff nach Norden, Süden und Osten (auf Kosten des alten Chores) 1963-1965 erweitert.
 
Betreten wir die Kirche durch das Hauptportal, empfängt uns Dunkel: Der Blick wird nach vorne gelenkt, vom Reich der Finsternis zum Reich des Lichtes, vom Tod zum Leben, das Christus schenkt. In der Turmkapelle leuchten drei Fenster von Heinrich Campendonk, dem berühmten rheinischen Expressionisten, der von den Nazis verfolgt wurde. Über dem Eingang der Kirche wölbt sich, weit nach Osten auskragend, die Empore mit der Orgel. Nach Osten wird sie durch eine Glaswand abgetrennt, in die sieben Vierpassfenster der neugotischen Ausstattung in einen Lebensbaum eingelassen sind.
Im Langhaus leuchten weiter die neugotischen Fenster; die acht Seligpreisungen werden thematisiert. Zahlreiche Heiligenfiguren wie auch Ausschnitte aus der neugotischen Ausstattung schmücken den Innenraum der Kirche. Hinzu kommen eine moderne Statue des hl. Matthäus sowie eine barocke Figur der hl. Agatha, der zweiten Pfarrpatronin.
 
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Kirchenfenster
"Selig sind die Trauernden, denn sie werden getröstet werden"
Christusfenster aus der Taufkapelle
 
 
Im nordwestlichen Vorraum, Teil des Querschiffes, erfreuen fünf Figuren der ehemaligen Kanzel den Betrachter. Gegenüber, im südwestlichen Vorraum, sind zwei für die Vochemer Gläubigen wichtige geschichtliche Zeugnisse untergebracht, eine Replik des schon erwähnten Grabsteins der Rignedrudis sowie ein eventuell von Albertus Magnus geweihter Altarstein (aus Brühl?). An diesen Vorraum schließt sich die Sakramentskapelle mit einem von Peter Hecker geschaffenen Mosaik des hl. Antonius und einem prächtigen, aus Silber getriebenen Tabernakel von Hanns Rheindorff an. Weit in das Querschiff hineingezogen ist die Altarzone mit einem wuchtigen Ambo und dem Zelebrationsaltar, ebenfalls von Hanns Rheindorff geschaffen, sowie einem modernen Triumphkreuz. Die Apsis erinnert durch ihre Ausstattung mit den Kirchenfenstern (u. a. mit Darstellungen der Pfarrpatrone) und der Anbringung der einstigen Kreuzigungsgruppe des Hochaltares an die neugotische Ausstattung der Kirche.
 
Fassen wir zusammen: In der Vochemer Pfarrkirche ist es gelungen, „neuen Wein in alte Schläuche zu füllen“, den alten und neuen Bau, neugotische und Ausstattungselemente des 20. Jh., harmonisch zusammenzufügen.
 

 

Literatur: Drösser, Wolfgang: Kirchen im Pfarrverband Brühl-Ville (Kierberg, Heide und Vochem), Brühl 2003

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