Erzbistum Köln     

Die Anna-Kapelle

Stolz sind die Badorfer auf ihre Pfarrkirche, den „Dom vom Vorgebirge“. Doch nicht immer stand ihnen für den Besuch des Gottesdienstes eine eigene Kirche zur Verfügung. Bis zum 15. Jh. mussten sie nach Pingsdorf pilgern, um ihre religiösen Pflichten zu erfüllen. Vor allem im Winter, in Schnee und Eis, war das recht mühsam. Mitte des 15. Jh. kam ein Benediktinerpater, Wilhelm Noett, aus St. Pantaleon in Köln (Badorf gehörte genauso wie Pingsdorf diesem Kloster) als Pfarrer nach Pingsdorf. Er hatte ein Ohr für die Nöte der Badorfer: Wohl auf ihn geht der Bau der Anna-Kapelle zurück, so dass jetzt auch in Badorf Gottesdienste abgehalten werden konnten.

 

 

Annakapelle_1

 

Im 17. Jh. befand sich die Kapelle in einem ruinösen Zustand. 1725 entstand der barocke Bau, der im Wesentlichen noch heute steht. Ihre Patrone wurden die hl. Anna, tief verehrt vor allem von der Landbevölkerung, und der hl. Benedikt, der Gründer des gleichnamigen Ordens. Unter dem Abt Heinrich Spichernagel (1607-1640) von St. Pantaleon in Köln wurde die Kapelle prächtig ausgestattet. So stammen aus dieser Zeit u. a. der barocke Altar und ein prächtiges Chorgestühl. Mit der Fertigstellung der Pfarrkirche 1897 verlor die Anna-Kapelle ihre sakrale Bedeutung. Zahlreiche Bilder und Figuren kamen in die neue Pfarrkirche; eines der beiden Chorgestühle wurde vom Germanischen Museum in Nürnberg erworben.

 

Im 20. Jh. diente die Kapelle zunächst als Kindergarten, dann als Restaurierungswerkstätte und Atelier. Doch dann drohte sie zu zerfallen. Die Pfarrgemeinde beschloss, die Profanierung rückgängig zu machen und die Kapelle grundlegend zu sanieren. Sieben Jahre dauerten die Arbeiten, ehe sie 1987 wieder als sakraler Ort geöffnet werden konnte. Der ursprüngliche, allerdings leicht verkürzte Altar und die barocken Bänke erfreuen heute den Besucher und laden zu stillem Gebet ein.
 
Standort

 

Literatur: Drösser, Wolfgang u. a.: „Ein Haus voll Glorie schauet weit über alle Land!“ – 100 Jahre Pfarrkirche St. Pantaleon in Brühl-Badorf, Brühl 1997 

 


 
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