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kfd St. Martinus Kirchherten
28.09.2017 - Informationen der Kath.Frauengemeinschaft Kirchherten
kfd St. Martinus Kirchherten
31.08.2017 - Offener Frauentreff am Mittwoch, 18.Oktober 2017 um 20.00 Uhr

Hl. Willibrord 7. November

Am Niederrhein, im Bistum Trier und in Luxemburg ist sein Andenken niemals aus­gestorben. Sein freundliches, gutherziges Wesen hat sich dem Gedächtnis des Volkes unverlierbar eingeprägt; höher aber steht uns Heutigen sein Mut, seine Verwegenheit, sein fünfzigjähriger Kampf um die Bekehrung Frieslands zum Christentum. Dass solche Zähigkeit ein Merkmal seiner angelsächsischen Rasse ist, mindert nichts an seinem Ruhm. Immer wird er als einer der größten Bekehrer unserer Vorfahren Anspruch auf unseren Dank und unsere Verehrung haben.

Sein Vater Wilgils, ein sächsischer Edeling aus der Provinz Northumberland, hatte sich kurz nach der Geburt des Sohnes in die Einsamkeit zurückgezogen und ein Kloster gegründet, wo er heiligmäßig lebte und starb. Vorher hatte er den Knaben zu den Mönchen von Ripon gebracht, die ihn erzogen und bildeten, bis er die Tonsur erlangte und in die Ferne begehrte, um in der Schule der Priester Egbert und Wigbert zu Milfont in Irland das strenge Leben der Vollkommenheit zu pflegen. Beide nährten in ihm das Verlangen, das Licht des Evangeliums indie Welt hinauszutragen, war doch Wigbert selbst zwei Jahre bei den Friesen gewesen. Den Erfolg, der ihm versagt geblieben, erflehte er nun mit heißen Gebeten für seinen Schüler Willibrord, weihte ihn zum Priester und entließ ihn, als er kaum 33 Jahre alt geworden war, samt elf Gefährten zur großen Missionsfahrt. Der fränkische Hausmeier Pippin hatte kurz zuvor die Friesen auf das rechte Ufer des Niederrheins zurückgedrängt. Willibrord konnte deshalb ohne Fährnis den Rhein hinaufsegeln. In Utrecht begann er unter den Augen des Friesenherzogs Ratbod seine Missionspredigt, musste aber wie sein Lehrer die Erfahrung machen, dass der unbändige Stamm noch nicht reif war zur Annahme des Gotteswortes. Eher gelang es ihm südlich des Stromes unter dem Schutz Pippins, die Reste heidnischen Aberglau­bens auszutilgen. Um Reliquien für neue Kirchenbauten und Erfahrungen für seine Mission zu gewinnen, reiste er nach Rom. Papst Sergius nahm den jungen, begeisterten Missionar freundlich auf; eine zweite Romreise geschah auf Pippins ausdrücklichen Wunsch, der den Papst bat, Willibrord zum Erzbischof zu weihen. Sergius folgte den Bitten des mächtigen Haus­meiers am 23. November 695, zumal er selbst von dem Angelsachsen die Überzeugung ge­wonnen hatte, dass er zum Führer geschaffen sei.

Während Willibrords langer Abwesenheit hatten die elf Gefährten einen aus ihrer Mitte, den sanften und bescheidenen Suitbert, zum Oberen gewählt und ihn nach England gesandt, dass er dort die Bischofsweihe empfange. Zu gleicher Zeit trafen Willibrord und Suitbert wieder in Friesland ein. Sie einigten sich in der Weise, dass Suitbert nach Kaiserswerth ging, Willibrord aber mit seinen Mönchen an der unteren Schelde auf den Ausgang der Entschei­dungskämpfe zwischen Franken und Friesen wartete. Er blieb auch jetzt nicht untätig. Die Königstochter Irmina vertraute ihm den Ausbau eines von ihr gestifteten Klosters zu Echternach in Luxemburg an. Pippin bestätigte sofort seine Wahl zum Abt und Willibrord verstand es, binnen weniger Jahre das bescheidene Anwesen zu einem der blühendsten Klöster des Frankenreiches zu entwickeln. Viele Schenkungen befreundeter Grafen kamen ihm dabei zu­statten. Er hätte hier im Glanze höfischer Gunst ein geistliches Fürstentum aufbauen und seine Tage in Ruhe beschließen können, wäre nicht das ferne Friesland gewesen, das er nie aus dem Sinn verlor. Die Schlacht bei Duerstede hatte im Jahre 697 die Grenze wieder geöffnet. Der besiegte Ratbod durfte es nicht wagen, einen Freund Pippins abzuweisen; das war das Zeichen, zum zweiten Male in das Land nördlich des Lek und Waal vorzustoßen. Utrecht wurde nun Bischofssitz, in kühnem Ansturm drang Willibrord sogar bis zu Ratbod selbst vor, ohne aber den Fürsten umstimmen zu können.

Die Meeresbrandung rief in ihm einen neuen Plan wach: nach Dänemark wollte er segeln und so vom Süden und vom Norden her zu gleicher Zeit das Christentum gegen Friesland tragen. Trügerische Hoffnung! Die Dänen erwiesen sich als unbelehrbar, nur dreißig Knaben konnte er taufen und mit sich nach dem Frankenreich führen. Fast hätte er seine Gefährten nicht wieder gesehen; denn als er auf der Insel Helgoland ein Heiligtum des Gottes Forsite antastete, brach ein Sturm der Empörung aus und kostete einen seiner Begleiter das Leben. Der unglückliche Ausgang einer so frohgemut begonnenen Reise schreckte den Bischof vor weiteren Unternehmungen in unbekannten Ländern ab. Er beschränkte sich darauf, das Christentum in Nordfriesland und Flandern zu verkünden, viele Kirchen und Kapellen zu bauen, Seelsorger einzusetzen und unermüdlich predigend die weite, fruchtbare Niederung zu durchwandern. Aus der alten Heimat England stießen oft Priester und Mönche zu ihm, die ihm Reliquien überbrachten und sich dann seinem Befehl unterstellten. Auch Bonifatius, damals noch Winfried geheißen, blieb kurze Zeit in seiner Gefolgschaft. Wie weit die Kunde von Willibrords Wirken bereits gedrungen war, beweisen die Schenkungen des Thüringer­herzogs Hetan, der sich ernstlich bemühte, den erfolgreichen Bekehrer nach Thüringen zu ziehen. Auch Pippins Nachfolger Karl Martell war dem alternden Bischof von Herzen zugetan. In dem Kampf, den er gegen den Hausmeier Raganfred und den unbeugsamen Ratbod zu bestehen hatte, gingen viele Kirchen zugrunde, Priester wurden vertrieben oder getötet, das ganze mühsam aufgebaute Lebenswerk Willibrords in seinem Bestand bedroht. Allerdings zerstörte Karl Martell auch bei seinem siegreichen Vormarsch an die friesische Küste alle Tempel und Götzenbilder, die dem Kreuz bisher den Weg zur Seele des Friesenvolkes ver­sperrt hatten. Auf den Trümmern von Ratbods Macht konnte der Bischof das Reich des Heilands von neuem und endgültig begründen.

Die Mutterkirche der neuen Kirchenprovinz blieb Utrecht; dort stellte er auch eine in Ruinen liegende Kapelle wieder her und weihte sie dem heiligen Martin. Die Utrechter Domschule gewann rasch ein hohes Ansehen bei den Großen des Landes, die ihre Söhne hierher zur Erziehung sandten. Willibrords Haar war weiß geworden in dem Auf und Ab von Glück und Enttäuschung. Die kühnen Fahrten ins Land der Heiden überließ er fortan seinen Jüngern; seinen Rat und sein Gebet nur gab er ihnen mit auf ihre apostolischen Wan­derungen. Als Greis von über achtzig Jahren, sagte er dem für Christus eroberten Land Lebe­wohl und wandte sich südwärts nach Echternach, um im Frieden eines wohlgeordneten Klosters zu sterben. Am 7. November 739 schied er inmitten seiner Brüder aus diesem Leben. Die Kirche, für die er ein Leben lang kämpfte und arbeitete, feiert heute sein Gedächtnis.

Aus dem Buch „Helden und Heilige" von Hans Hümmeler.

Herausgegeben 1954 als Volksausgabe für den Verein

vom hl. Karl Borromäus e. V., Bonn

Willibrord, geboren 658 in Northumbrien, war in Ripon Schüler Wilfrieds, seit 678 Mönch im irischen Kloster Rathmelsigi unter Abt Egbert, der ihn 690 mit Swidbert und weiteren zehn Gefährten nach Friesland sandte. Wil­librord ließ sich von dem fränkischen Hausmeier Pippin ein Missionsgebiet anweisen und holte sich von Papst Sergius I. die Vollmacht zur Glaubensver­kündigung. 695 sandte ihn Pippin erneut nach Rom, wo der Papst Willi­brord am 21. November zum Erzbi­schof der Friesen weihte und ihm den Namen Klemens gab. Willibrord er­richtete in Utrecht seine Bischofskir­che. Um 700 gründete er mit Hilfe des fränkischen Adels das Kloster Echternach als Basis für die Mission. Mit dem Tod Pippins 714 brach mit der fränki­schen Herrschaft auch die Mission in Friesland zusammen und konnte erst seit 719 wieder aufgenommen werden. Willibrord starb am 7. November 739 wohl zu Echternach, wo er auch begra­ben wurde.

RK,AC,LÜ,LUX,MS,TR

Dargestellt in Pontifikalkleidung mit Stab, Buch und Kirchenmodell, bisweilen mit Knaben an der Hand. Patron der Kirchenprovinz Utrecht; von Luxemburg; bei Epilepsie, Zuckungen (Willibrordi -Brunnen).

Entnommen aus der Neuausgabe von 1997

„Der große Namenstagskalender" von Jakob Torsy, erschienen im Herder Verlag