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kfd St. Martinus Kirchherten
28.09.2017 - Informationen der Kath.Frauengemeinschaft Kirchherten
kfd St. Martinus Kirchherten
31.08.2017 - Offener Frauentreff am Mittwoch, 18.Oktober 2017 um 20.00 Uhr

Kirchenfenster in St. Matthias Kirchtroisdorf

Sie fallen uns leuchtend und farbig ins Auge, gleichwohl scheint es dem Betrachter oft schwierig ihre Motive zu deuten.
Wir möchten Ihnen deshalb die Bedeutungen der Fenster ein wenig näher bringen. Mögen Beter und Besucher des Gotteshauses in diesen Fenstern Freude und Trost finden.

Theologische Gesamtkonzeption:
Im Mittelpunkt der Kirche (Altarraum) wird Gott und sein Erlöserwerk dargestellt:

Auge Gottes (Fenster 8), Kreuzigung (Fenster 7) und Auferstehung (Fenster 9). Die Fenster der linken Seite (Fenster 3-6) führen zur Kreuzigung hin, die Fenster der rechten Seite (Fenster 10-13) zeigen die Herrlichkeit, die aus der Auferstehung erfolgt.

Die Fenster im einzelnen und ihre Thematik

Fenster 3

Das Fenster zeigt in seinem alten Teil die Anbetung der Heiligen drei Könige. Das untere Stück wird durch die Darstellung dreier Engel ergänzt. Rechts und links werden im alten Teil die Figuren durch Architektur eingerahmt, die mit in den neuen unteren Teil hinübergeführt wird, um eine zusätzliche optische Verbindung zu schaffen. Die Farbigkeit (dunkles Violett) ist der darrüberliegenden Farbigkeit angepasst.
Gott kommt in unsere dunkle Welt. Menschen und Engel huldigen ihm und beten ihn an.

Fenster 4

Dieses Fenster hat die Verkündigung an Maria zum Thema. „Der Engel des Herrn brachte Maria die Frohe Botschaft und sie empfing vom Heiligen Geist". So wurde Gott Mensch.
Die Farbigkeit des Ornamentbandes ist in die Gestaltung des Mittelteiles eingebracht. Das helle Pflanzenmotiv kehrt im Mittelteil vergrößert wieder, um eine zusätzliche optische Verbindung zu schaffen. Außerdem steht es symbolhaft für Hoffnung.

Fenster 5

Dieses Fenster befindet sich genau vor dem Predigstuhl und hat die Verkündigung des Wortes (Predigt) zum Thema. Nicht nur an Maria erging das Wort Gottes, sondern an alle Menschen. Im unteren Teil befindet sich der hl. Franz von Sales. Er war Bischof von Genf, Prediger und Missionar der Gegenreformation.
Im Fenster darüber wurde das Thema Predig aufgegriffen und in die heutige Zeit transportiert. Im Vordergrund Gläubige und Ungläubige, Interessierte und Desinteressierte. Die Gestalt des Predigers steht vor zeitgenössischer Kulisse, der Fabrikschlote und Kühltürme unserer Heimat. Umweltzerstörende Wolken steigen in den Himmel. Die Natur scheint zur Zweitrangigkeit degradiert. Das Geistige wird durch die Symbolfigur des Hl. Geistes (Taube) dargestellt. Von ihr gehen die Feuerzungen des Geistes aus (Pfingstwunder), die zunächst auf den Prediger, den Verkünder des Wortes übergehen und durch ihn auf die Menschen.

Fenster 6

Maria, die Mutter Gottes, ist Vorbild im Glauben und Mutter aller Glaubenden. Sie hat „Ja" gesagt zum Willen Gottes bis unters Kreuz. Andere Heiligen (hier Franz von Assisi) sind ihr gefolgt und haben Armut, Entbehrung und Leid auf sich genommen.

Fenster 7

Kreuzigung und Tod Jesu im oberen Teil, Jesaja, der Prophet, im unteren Teil. In der angegebenen Textstelle aus dem AT weist er auf das „Lamm" hin, dass man zum Schlachten führt.

Fenster 8

Das runde Fenster befindet sich im Chor über dem Altar und wie das in dem Stil unserer Kirche und des Altares üblich ist, wird immer das Auge Gottes in einem Dreieck dargestellt. Die goldene Farbe bedeutet Himmel und die blaue bedeutet Erde. Gott schaut vom Himmel auf seine Gemeinde hier auf Erden. Die weißen Punkte sind runde Prismengläser.

Fenster 9

Auferstehung Jesu im oberen Teil, der Evangelist Matthäus mit der frohen Botschaft des Engels am leeren Grab im unteren Teil.

Fenster 10

Wer mit Christus leidet und in den Tod geht, wird die Krone des Lebens erhalten. Eine Heilige, die Hl. Katharina, ist dargestellt mit dem Leidenswerkzeug, dem Rad, dem Schwert und mit den Siegeszeichen, der Krone und der Siegespalme. Im unteren Fensterteil sieht man, wie Engel den Leichnam forttragen. Die Legende sagt, Katharina sei auf dem Berge Sinai bestattet worden. Sie wird zu den 14 Nothelfern gezählt.

Fenster 11 Tauffenster

Bei diesem Fenster wurde nicht die Darstellung einer Handlung gewählt, sondern die Darstellung von christlichen Symbolen, die in der Reihenfolge von oben nach untern folgende Sinnhaftigkeit ergeben:
Der Vogel Phönix über der Palme ist eine Darstellung, die bereits in altchristlichen Grabgemälden der Katakomben häufig auftritt. Die Palme ist schon im Altertum Sinnbild des Sieges (Palmsonntag). Im Frühling wird der Sieg der grünen Vegetation über den unfruchtbaren Winter zum Vorbild höheren geistigen Sieges. Palm heißt Knospe, der junge Spross. Auf die Wiedergeburt im Frühling bezieht sich auch das Symbol des Phönix, welches mit der Palme eng verbunden erscheint. Der Phönix der sich selbst verbrennt und dadurch verjüngt, erscheint über der Palme.
Der Sinn ist: Durch den Sieg über Tod und Hölle im Martyrium wird die Wiedergeburt im ewigen Leben erworben. Darunter folgen die 4 Ströme des Paradieses oder der Evangelien. Umstehende Tiere (Tauben und Hirsche) als Sinnbild durstender Seelen – ebenfalls bekannte Darstellungen. In Verbindung dazu die symbolhafte Darstellung der vier Evangelisten (Matthäus = Mensch, Markus = Löwe, Lukas = Stier, Johannes = Adler). Darunter der Mensch in der Taufe. Hier wird das Thema der Wiedergeburt zum Schluss wieder aufgegriffen. Die von oben her durchführende Farbe des Wassers sammelt sich im unteren Bildteil als Wasser, in dem der Täufling steht.

Fenster 12

Auferstehung und Anbetung Symbolhafte Darstellung der Trinität, umgeben von Engeln. Die beiden Köpfe = Vater und Sohn sind in Kopfform und Ausdruck gleich, womit die Wesensgleichheit ausgedrückt sein soll. Die Taube berührt mit den Flügeln die Münder. Bedeutung: „Der vom Vater und dem Sohn ausgeht". Darunter symbolhafte Grundrissdarstellung des himmlischen Jerusalems. Die 12 Tore werden durch 12 Edelsteine symbolisiert. Darin das „Lamm Gottes" mit dem Buch der 7 Siegel. Darunter ein auferstehendes Menschenpaar (stellvertretend für alle Menschen) in der Gestik der Anbetung und des Lobes Gottes.

Fenster 13

Dem Lob Gottes durch die Menschen und Engel schließt sich im danebenstehenden Fenster 13 das erweitere Lob der Schöpfung an (aus den Psalmen). Von oben nach unten im einzelnen folgende Darstellungen: nochmals Engel, Sonne und Mond (hier übereinandergelagert), Donner und Blitze, Getiere und Ungeheuer des Meeres, Säugetiere, Pflanzen „und was kriecht" (Schlangen).

Schlussbemerkung

Die Fenster 6, 7, 9 und 10 sind alte und ganz erhaltene Fenster.
Die neuen bzw. die zum Teil erneuerten Fenster wurde im Zuge der Kirchenrenovierung im Jahre 1988 restauriert. Dabei wurde die Farbwahl als auch die Farbintensität angepasst. Ebenfalls beibehalten wurde auch die Kleinteiligkeit der alten Fenster, um möglichst in der gleichen Maßstäblichkeit zu bleiben.

Grundlage dieses Beitrages waren die Aufzeichnungen „Unsere alten und neuen Kirchenfenster" unseres damaligen Pfarrers Theo Herkenrath

 

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