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kfd St. Martinus Kirchherten
02.12.2017 - Informationen der Kath.Frauengemeinschaft Kirchherten
kfd St. Martinus Kirchherten
29.11.2017 - Offener Frauentreff am Mittwoch, Datum folgt später, um 20.00 Uhr

Kirchenfenster in St. Martinus

„Ihr Freunde Gottes allzu gleich ...."

Die Motive der Fenster unserer Pfarrkirche

Im hellen Sonnenschein kommen sie am besten zur Geltung, die Motive der Fenster unserer Pfarrkirche. Aber so leuchtend und klar sie dann auch erscheinen, mancher Betrachter wird doch Schwierigkeiten haben, die dargestellten Heiligen zu erkennen und die erzählte Geschichte zu deuten. Dies liegt nicht nur daran, dass es sich um ausgesprochene moderne Darstellungen handelt, auch wenn die Fenster nun schon mehrere Jahrzenhnte alt sind. Viele Heilige und die mit ihnen verbundenen Geschichten und Legenden sind uns heute fremd geworden.

Eine kurze Anmerkung:

Ein Bild des beschriebenen Fensters erhalten Sie, wenn Sie auf den verwiesenen Link klicken.

Beginnen wir den kurzen Rundgang am Eingang des rechten Seitenschiffes, an der Treppe zur Orgelempore. Hier befindet sich vielleicht eines der schönsten Fenster der Kirche. Es zeigt die hl. Cäcilia (Ende des 5. Jahrhunderts) beim Orgelspiel, begleitet von 3 musizierenden Engeln.

Betritt man das rechte Seitenschiff, so zeigt das erste Fenster die Erwählung des Apostels Matthias, der als Nachfolger des Judas Iskariot ausgelost wurde. 3 Altapostel weisen auf den Neuerwählten, zu dessen Füßen noch das Gefäß mit den Losen liegt.

Das nächste Fenster zeigt Szenen aus dem Leben des hl. Antonius v. Padua (1195-1231). Das Schiff steht für den Schiffbruch, den er auf der Rückkehr von seiner Missionsreise erlitt, die ihn nach Italien führte. Dort entdeckte man sein Talent als Prediger. Die Legende erzählt, dass er einmal am Strand von Rimini vor einer großen Menschenmenge predigen wollte, die ihm aber nicht zuhörte. Plötzlich streckten Fische ihre Köpfe aus dem Wasser, um ihm zuzuhören.

Im dritten Fenster wird die hl. Agnes dargestellt (Ende des 3. Jahrhunderts). Sie trägt ein Lamm (wegen der Ähnlichkeit ihres Namens mit dem lat. Wort agnus) und eine Märtyrerpalme. Die Schlange ist ein Zeichen der Versuchung, der sie widerstand.

Nur schwer zu deuten ist das folgende Fenster, dass den hl. Judas Thaddäus zeigt. Der Apostel wird im Neuen Testament kaum erwähnt. Dennoch gehört er zu den 14 Nothelfern; er wird in verzweifelten Anliegen angerufen. Da er vor allem bei der Landbevölkerung große Verehrung genoss, zeigt das Fenster ihn mit einer großen Ähre.

Maria Magdalena war nach dem Johannesevangelium die Entdeckerin des leeren Grabes am Ostermorgen. Sie zeigt 3 (!) Jüngern das Grab , dargestellt als steinerner Bogen.

Das letzte Fenster der rechten Seite zeigen die Heiligen Drei Könige, deutlich erkennbar an den Kronen und am Stern, der ihnen den Weg zur Krippe weist.

Vor dem Altar stehend, fällt der Blick auf die hohen Chorfenster, von denen aber nur die drei mittleren figürliche Darstellungen aufweisen. Als Motiv liegt ihnen ein Bild der Offenbarung zugrunde; oben im Mittelfenster das Christus dargestellte geschlachtete Lamm, von dem alle Macht ausgeht. Darunter befinden sich vier Posaunenengel, die die Menschenseelen vor den Thron des Lammes rufen. Die dem Thron zustrebenden Seelen sind in den beiden flankierenden Mittelfenstern dargestellt, in deren oberem Teil noch je ein weiterer Posaunenengel zu sehen ist.

Das nun folgende erste Fenster des linken Seitenschiffes zeigt Maria als gekrönte Himmelskönigin, zur Rechten Christi thronend.

Diesem Fenster folgt die schwer zu deutende Darstellung Pius des X (1835-1914). Der Papst (ohne die typischen päpstlichen Attribute) sitzt, eine Menschengruppe segnend, auf einem thronartigen Stuhl. Im Hintergrund ist die Kuppel von St. Peter in Rom angedeutet.

Motive einer der jüngsten Heiligen in jeder Beziehung zeigt das nächste Fenster. Die erst elfjährige Maria Goretti (1890-1902), die 1902 von einem Nachbarn ermordet wurde, sterbend dem Mörder verzieh und 1950 im Beisein ihrer Mutter heilig gesprochen wurde, ist ausgestattet mit der Märtyrerpalme. Die Ähren weisen auf ihre Herkunft aus einer Landarbeiterfamilie hin.

Die hl. Rita von Cascia (ca. 1360/80-1434/37) ist als Ordensfrau dargestellt. Sie wurde allerdings erst ins Kloster aufgenommen, nachdem ihr in einer nächtlichen Vision Johannes der Täufer, Augustinus und Nikolaus v. Tolentino, rechts von ihr dargestellt, erschienen waren und sie zum Kloster begleiteten, dessen Pforten sich nun von alleine öffneten.

Der alte Merkvers „Margarethe mit dem Wurm ..." erschließt das Motiv des letzten Fensters. Dargestellt wird hier die hl. Margareta von Antiochia (um 300), eine der beliebtesten Heiligen der Kirche. Sie gehört zu den 14 Nothelfern, ist Patronin der Gebärenden und Schutzheilige der Bauern. Der Legende nach wurde sie von ihrem Vater, einem heidnischen Priester, verstoßen und eingekerkert. Im Kerker wurde sie nachts vom Teufel in Gestalt eines Drachen angegriffen, doch konnte sie ihn mit dem Kreuzzeichen vertreiben.

Quelle: Pfarrbrief