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kfd St. Martinus Kirchherten
28.09.2017 - Informationen der Kath.Frauengemeinschaft Kirchherten
kfd St. Martinus Kirchherten
31.08.2017 - Offener Frauentreff am Mittwoch, 18.Oktober 2017 um 20.00 Uhr

Die Martinskirche im Umsiedlungsortsteil Morken-Harff

Kirche St. Martinus Kaster
Kirche St. Martinus Kaster

Eine moderne Kirche trägt meist auch einen modernen Namen und ist selten mit dem Namen eines Heiligen verbunden, der aus dem 4. Jahrhundert stammt. Der heilige Martin, dessen 1.600. Todestag vor ein paar Jahren gefeiert wurde, ist daher meist Schutzpatron alter Pfarren und Kirchen. Im Altkreis Bergheim gibt es neben dieser Kirche, die Martin geweiht ist, noch 3 weitere Pfarren die ihn als Schutzpatron vorweisen, die Stiftskirche in Kerpen, die schätzungsweise im 8. Jahrhundert ihren Ursprung hat und zur Abtei Prüm gezählt wurde, St. Martin in Niederembt, das 1081 zu Kölner Abtei Pantaleon gehörte, genau so wie St. Martin in Kirchherten, das 893 im Güterverzeichnis der Abtei Prüm geführt wurde und 1060 ebenfalls zu Pantaleon gehörte.

Kirche Morken-Harff
Kirche Morken-Harff

Im 8. Jahrhundert wird in Morken erstmals eine Martinskirche erwähnt, hierbei handelt es sich um eine Holzkirche, der im 10. Jahrhundert eine erste steinerne Saalkirche von ca. 77 m² Grundfläche folgte. Im 12. u. 14. Jahrhundert wurde diese Kirche mehrfach romanisch erweitert, und zwischen 1470 und 1531 folgte ein spätgotischer Ausbau, und die Kirche erhielt einen mächtigen quadratischen Turm.

Wegen angeblicher Baufälligkeit wurde 1897 die Kirche, nicht aber der Turm, abgerissen. Einem Ondit zufolge soll dem damaligen Grafen von Mirbach der Weg zur Kirche in Morken zu weit gewesen sein, und er stellte an der Ortsgrenze zwischen Morken und Harff kostenlos ein Grundstück zur Verfügung, auf dem bereits 1894 ein romanisierender Neubau errichtet wurde.

Bis zum Jahr 1955 blieb der alte Turm erhalten und wurde als Marienkapelle genutzt. Der Turm wurde abgerissen, weil ein Teil des Ortes umgesiedelt werden musste, dies geschah allerdings innerhalb der Ortslage, in einer Entfernung von etwa 500 m vom früheren Standort. Eine Marienkapelle wurde etwa 100 m vom Standort des Turmes entfernt mit einfachen Mitteln errichtet. Nach der Gesamtumsiedlung der Orte Morken und Harff entstand eine neue Marienkapelle auf der Harffer Schloßallee, sie wird betreut von einem eigens installierten Kapellenverein und soll später einmal, falls der Verein sich auflöst, der Pfarrgemeinde zufallen.

Bei archäologischen Untersuchungen des Kirchengrundstücks in Morken fand man Reste einer römischen Villa Rustica, die auf die Jahre um 200 zurückdatiert werden, und ein reich ausgestattetes Fürstengrab, das man auf die Zeit um 600 rechnet, bekannt unter der Bezeichnung „der Fürst von Morken". Ein aufgefundener Helm und Grabbeigaben wurden sichergestellt und in das Rheinische Landesmuseum verbracht.

Durch den fortschreitenden Tagebau wurde die 1894 errichtete Kirche im Jahre 1974 ebenfalls abgebrochen, und als Nachfolgekirche war inzwischen die von den Architekten Rotterdam aus Bensberg konzipierte Kirche im Neubaugebiet 1973 benediziert worden. Geweiht wurde sie 1975 durch Kardinal Höffner.

Einige Einrichtungsgegenstände der beiden Vorgängerkirchen wurden unmittelbar mit dem Umzug übernommen, z.B. das alte von einem Pfarrer geschnitzte Chorgestühl, das ursprünglich eine hohe Rückenwand hatte und vier Sitze, es ist aus Eichenholz und stammt aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts, das Mittelstück des Tabernakels, es zeigt die Hinweisung der Christen zum Lamm, die Beichtstühle und ein Taufstein aus Blaustein.

Die Kreuzwegstationen, die ein rühriger Pfarrangehöriger beim Abbruch sichergestellt hatte, wurden restauriert und hier Ende des vergangenen Jahrhunderts eingebaut. Ebenso wurde die Kanzel von etwa 1760 wieder aufgestellt. Der Korb der Kanzel ist mit Muschelwerk verziert, und mit Schalldeckel und Volutenaufsatz versehen, lediglich der Aufgang wurde ersetzt.

©Hans Broisch