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kfd St. Martinus Kirchherten
28.09.2017 - Informationen der Kath.Frauengemeinschaft Kirchherten
kfd St. Martinus Kirchherten
31.08.2017 - Offener Frauentreff am Mittwoch, 18.Oktober 2017 um 20.00 Uhr

Geschichte des Kirchenchores Cäcilia St. Martinus Kaster von 1857 bis 2006

Bindung des Chores an das Patronat des hl. Martinus

Grundstein Urkunde außen
Grundstein Urkunde außen

Gegründet hat sich dieser Kirchenchor 1857 als Männerchor. Seine erste Wirkungsstätte war in der St. Martinuskirche in Morken, aus dem 10. Jahrhundert. 1895 musste die alte Kirche durch eine neue ersetzt werden. Diese wurde auf der Grenze zwischen Morken und Harff am Messweg errichtet und erhielt das Patronat des Hl. Martinus. Durch den fortschreitenden Braunkohlentagebau wurde diese Kirche am 11. Juli 1974 gesprengt. Als Nachfolgekirche ist die neue St. Martinuskirche in Kaster, an der Harffer-Schloss-Allee errichtet worden, die am 1. Adventssonntag 1973 mit der Grundsteinlegung und Einsegnung durch den H.H. Generalvikar Kowalski ihrer Bestimmung übergeben wurde. Die Weihe dieses Gotteshauses erfolgte in einem feierlichen Pontifikalamt des damaligen Erzbischofs, Kardinal Joseph Höffner, am 9. November 1975.

Alle Wechsel der Gotteshäuser waren mit großen emotionalen Empfindungen der betroffenen Pfarrangehörigen verbunden und führten immer auch zu Krisenzeiten in unserem Kirchenchor, die nur sehr langsam überwunden werden konnten. Ist es doch sehr schwer alte, liebgewordene Gewohnheiten aufzugeben und sich neuen Wegen offen zu stellen.

Beim Wechsel in die neue Kirche in Kaster wurden wir eiskalt erwischt, hatte doch niemand die Möglichkeit einer äußerst schlechten Akustik in einer neuen Kirche erwartet. So erprobten wir zuerst die unterschiedlichsten Stellen in diesem neuen Gotteshaus, wir fanden aber keine optimale Stelle, an der sich der Chor gegenseitig beim Chorvortrag hörte. Erschwerend kam noch hinzu, dass es zuerst nur eine elektronische Orgel gab, die ihren Klang durch zwei schwere Boxen vom Altarraum in die Kirche abgab aber in keiner Weise dem Chor unterstützend half.

Erst bei der Vorbereitung zur Beschaffung einer neuen mechanischen Pfeifenorgel, mit der Beleuchtung des Akustikproblems dieser Kirche, wurde als Problem Nummer eins, die offene Faltendecke der Kirche, mit der Schallabsorbierenden Leinenbespannung unter den Hölzern erkannt. Nun schafften Mitglieder unseres Kirchenchores, mit Unterstützung durch den Jungschützenzug „2. Schillsche Offiziere", Abhilfe indem sie die Luftspalten schlossen und dadurch die Akustik erträglich machten.

Die neue Pfeifenorgel gab es allerdings erst im zweiten Anlauf. Dieses schöne Instrument mit 30 klingenden Registern, wovon 6 Zungenregister sind, wurde am Fest des Hl. Martinus 1985 durch den Weihbischof Dr. Josef Plöger geweiht, der auch unsere Festmesse zum 125-jährigen Bestehen am 11. Juli 1982 mit uns feierte.

Probenräume unseres Chores

Seit Gründung des Chores fanden von 1857 bis 1895 die Proben im Hause des 1. Chorleiters und Gründers, Johann Joseph Hansen statt. Im Jahr 1880, nach dem Tod des Gründers, übernahm der Sohn, Heinrich Hansen das Dirigat bis 1911. Nachdem die Familie Hansen das Haus 1895 aufgab, wurden die regelmäßigen Proben in verschiedenen Häusern der Chormitglieder durchgeführt. Anfang des 20. Jahrhunderts fasste der Chor den Entschluss, ein eigenes Sängerheim zu errichten und legten dazu am 14. März 1904 den Grundstein zum neuen Sängerheim am Messweg. (Die Urkunde aus diesem Grundstein ist heute noch Bestndteil unserer Chronik und von allen Sängern der damaligen Zeit unterschrieben.)

Um das realisieren zu können musste der Kirchenchor ein eingetragener Verein werden, es ist schon sehr bemerkenswert, dass die Sänger dieser damaligen Zeit mit persönlichem Einsatz von Geld und Arbeit dieses Unternehmen durchführten. Dieses Sängerheim wurde im zweiten Weltkrieg zerstört und der Pfarrgemeinde in Morken-Harff, vertreten durch H.H. Pfr. Lückeroth, und den damaligen Vorsitzenden des Kirchenchores, Herrn Christian Brosch übereignet.
Durch die Einschränkungen neuer Bauvorhaben im Vorfeld des Braunkohlenabbaus, wurde von der damaligen Firma Roddergrube, eine Holzbaracke als Versammlungsräume der Kirchengemeinde zur Verfügung gestellt. Nun hatte der Kirchenchor auch wieder ein zuhause, in denen er seine Proben und Feiern abhalten konnte. Diese Holzbaracke wurde bis 1974, zuletzt nur noch vom Kirchenchor genutzt. Ab 1974 mussten die Chorproben in der Pausenhalle der kath. Grundschule St. Martinus, in Kaster stattfinden, da das neue Pfarrheim noch nicht fertig gestellt war. Wir hatten dort jedoch sehr große Probleme mit den akustischen Verhältnissen dieses Ortes.

Orchestermessen und Konzerte dieses Chores

Es war immer das Bestreben dieses Chores, neben den selbstverständlichen Aufgaben im Verlauf des Kirchenjahres, außergewöhnliche Aufgaben zu erfüllen. So waren im Anfang des 20. Jahrhunderts auch Theateraufführungen ein beliebtes Betätigungsfeld des Chores, in dieser Zeit, von 1911 bis zu seinem Tod 1960, also fast 50 Jahre leitete der Kirchenmusiker Johann Riffeler unseren Kirchenchor, wobei Stücke wie „Die Passion", „Die Bitte der Königin" oder die romantische Oper „Der Freischütz" eine nachhaltig gute Resonanz auf den Chor zurückwarf.
Die erste bezeugte Orchestermesse dieses Chores war das Festhochamt zum 100-jährigen Jubiläum im Mai 1957 mit der Festmesse von Tittel. Ab 1962 wurden dann regelmäßig zum Patronatstag des Hl. Martinus Orchestermessen einstudiert und aufgeführt, diese wurden dann zum Dreikönigsfest noch einmal wiederholt, begleitet wurden wir dabei von dem Streichorchester der VHS Grevenbroich unter der Leitung von OStR. Krüpe. Es war eine sehr schöne und erbauende Zeit, kamen diese Musiker doch sehr gerne zu uns und waren mit einer bescheidenen Bewirtung nach den Messen sehr zufrieden. Bei der Amtsübernahme der Chorleitung durch unseren hoch geschätzten Anton Müller 1968 wurde der Termin der Orchestermessen auf die Christmette jeden Jahres verschoben und die Musiker waren Familienmitglieder und Bekannte von Anton Müller. Jetzt kam es zu sehr anspruchsvollen Orchestermessen, wobei die Solopartien von Chormitgliedern zu singen waren. So denke ich hierbei an die Aufführung der „Theresienmesse" von Joseph Haydn, die der Chor 1972, damals mit nur 28 aktiven Sängerinnen und Sängern mit großer Bravour bewältigt hatte. Ein Livemitschnitt dieser Christmette und die dazugehörige Zeitungskritik ist Bestandteil unserer Chronik. Es folgte nach dem letzten feierlichen Gottesdienst als Orchestermesse in Morken-Harff nun auch die Fortführung dieser Tradition am neuen Ort bis nach 1986 finanzielle Gründe zur Aufgabe der Tradition zwangen. So kam es 1986 auch zum ersten VHS Kirchenkonzert unseres Chores in St. Lambertus in Bedburg, als Abschiedskonzert für Anton Müller, der auf Weisung des Generalvikariats seinen Dienst beenden musste. Jürgen Gieck übernahm nun die Leitung des Chores und mit ihm wurde die Tradition, herausragende musikalische Stücke zu erarbeiten und aufzuführen weiter intensiv gepflegt.
Im Jubiläumsjahr 1982 führten wir insgesamt 3 Orchestermessen auf, im Mai mit dem Rheinbraun-Bergmannsorchester, im Juli mit großem Orchester und Solisten unseren Höhepunkt des Jubiläums und in der Christmette mit dem Jugendorchester Kaster den Abschluss des Festjahres.
Erwähnen möchte ich auch das Dekanatssingen zum Cäcilienfest 1987, aus Anlass unse-rer 130-Jahrfeier, in unserer Pfarrkirche mit insgesamt ca. 400 aktiven Sängerinnen und Sängern und dem kompletten Rheinbraun-Bergmannsorchester, sowie das VHS-Kirchenkonzert zu unserer 140-Jahrfeier am 30. November 1997 in unserer St. Martinus-kirche, mit großem Orchester und Solisten.
1991, mit einem Mozartkonzert in St. Peter in Königshoven begann nun eine regelmäßige Folge von VHS-Konzerten, bei denen auch eine gute und kameradschaftliche Zusammen-arbeit mit dem Kirchenchor Königshoven und dem Volkschor Kaster begann und segens-reich war. Erwähnenswert ist auch die Zusammenarbeit mit den Kirchenchören Kirchherten und Königshoven, deren 125-jährige Jubiläen wir bei den Jubiläumskonzerten und Festmessen begleiten durften.
Am 03.04.2001 trat nun Marcel Poetzat das Erbe der Chorleitung unseres Chores an. Durch die Verordnung des Generalvikariates aber nicht nur als unser Chorleiter sondern vielmehr als Verantwortlicher für den Seelsorgebereich. Für diese Vorgabe aus Köln war aber der Boden in den betroffenen Pfarrgemeinden nicht vorbereitet, was für alle Beteiligten in der Erfüllung ihrer Aufgaben nicht gerade einfach war und ist. Mit ihm bereiten wir uns nun auf unser 150-jähriges Jubiläum im Juni 2007 intensiv vor und er hat dafür ein sehr anspruchsvolles Werk von Mozart, das „Te Deum" ausgesucht, an dem wir zurzeit arbeiten.

Feiern in unserem Kirchenchor

Zu den regelmäßigen gemütlichen Veranstaltungen, die immer etwas besonderes in unserem Chor sind, zählen die Cäcilien-, Karnevals-, Nikolausfeiern sowie die liebevolle Bewirtung an Ehrentagen unserer Chormitglieder nach den Proben, die gelegentlich durch Vorträge ihre besondere Note erhalten. Bei den Cäcilienfeiern hat es eine Entwicklung gegeben, die ihres gleichen sucht, waren wir doch in Morken-Harff sehr zufrieden wenn es von den Damen des Chores in Gemeinschaftsarbeit hergestellten Kartoffelsalat gab und dazu grobe und feine Würstchen die Beilage darstellten, dabei Flaschenbier und kurze geistige Getränke. Heute erleben wir, zur jährlichen Cäcilienfeier ein reich gedecktes Büffet mit Salatkreationen und Desserts, liebevoll von unseren Damen hergerichtet und eine große Auswahl an Fleischgerichten. Die Getränke sind heute in einer solchen Vielfalt, dass sie kam in einem guten Restaurant überboten werden können und das alles zu einem überschaubaren Preis für die Nutzer dieses Vergnügens.
Die Karnevalsfeiern, die wir von Morken-Harff nach Kaster mitbrachten, erfreuten sich ebenfalls großer Beliebtheit, doch mussten diese Unternehmen 1985 mangels fehlender Akteure eingestellt werden.

Kirchenchor on Tour

Eine besondere Freude war es unseren Chormitgliedern immer, wenn wir über „Land" gingen um unser Können auch dort zu präsentieren, gleichgültig ob beim Ausflug oder auch nur zum Singen. Hier möchte ich nur die Orte nennen, wobei ich hier keine Gewähr für unser komplettes Tun übernehmen will: Düsseldorf-Bilk, Düsseldorf-Kaiserswerth, Kloster Knechtsteden, Altenberger Dom, Marienwallfahrtsort Banneux in Belgien, Kloster Steinfeld, in Heimbach, in Minheim, in Gustorf, in Grevenbroich, in Neurath, in Gierath, in Neuenhausen, in Freckenhorst, in Lipp, in Noithausen, in Neu-Garzweiler
Natürlich macht unser Kirchenchor auch regelmäßig, nun zu einem feststehenden Termin, 2. Samstag im Juni, organisiert von unserer Vorsitzenden, seinen Jahresausflug, der sehr umsichtig auf fast alle Bedürfnisse der Chormitglieder Rücksicht nimmt.

 

Unsere Vereinsfahne

Zum 25-jährigen Jubiläum unseres Chores, das in einem Festzelt im Schlosspark in Harff gefeiert wurde, ist diese Fahne, von Damen der Pfarrgemeinde Morken-Harff gestickt, dem Chor übergeben und geweiht worden. Vor unserem 125-jährigen Jubiläum 1982 wurde diese Fahne im Kloster Kreitz, bei Neuß restauriert und mit einem Wimpel, der den Zusammenschluss des Kirchenchores Morken-Harff und Kaster im Jahre 1974 bezeugt, ergänzt.


Es bleibt mir nun, zum Schluss meiner Ausführungen nur der Wunsch und die aufrichtige Bitte an Sie alle: „Lasst uns immer aufrichtig bemüht bleiben in guter, allseitiger Bereitschaft zur Kooperation unsere Aufgabe als Kirchensänger bestmöglich zur Ehre Gottes und zur Erbauung der Gemeinde zu verrichten!"

Zur Cäcilienfeier 2006 verfasst und vorgetragen von Hermann-Josef Oster