Ehrenamtlich tätige sind Menschen, die sich mit ihren verschiedenen Können und Möglichkeiten in Gemeinden engagieren. Jeder auf seine Weise, jeder ein Stück, aber alle tragen dazu bei, dass die Gemeinden leben und funktionieren.
Nur durch das vielfältige Engagement ehrenamtlich Tätiger ist dies möglich.
Welche unterschiedlichen Möglichkeiten zur Mitarbeit im Seelsorgebereich Neuss-Nord gibt es?
- Gremien: Kirchengeindeverband, Kirchenvorstand, Pfarrgemeinderat, Ortsausschuss
- Vereinigungen: Fördervereine, Eine-Welt-Kreis.
- Gruppen: Seniorenkreis, Biebelkreis, Messdiener, Kathlische junge Gemeinde (KjG), Katholische Frauengemeischaft Deutschlands (KfD), Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB), Kolpingfamilie
- Hilfsdienste: z.B Tische stellen oder Podeste aufbauen vor Festen, Mithilfe beim Aufbau von Basaren oder Verkauf an Ständen, Blumenschmuck in der Kirche pflegen, Kerzendienst in der Kapelle, in der Vorweihnachtszeit mithelfen die Krippe und Figuren aufzustellen.
- Lektoren: Lesungen in der hl. Messe halten, Vorbeten
- Öffentlichkeitsarbeit: Pfarrbrief, Internet (Webseiten pflegen), div. Plakate in Geschäften verteilen/aufhängen, Pflege von Schaukästen.
- Kirchenmusik: Kirchenchor, Choralschola, Frauenschola, Jugendchor, Gospelchor, Kinderchor, Sing und Spielkreis, Projektchor.
Darum Ehrenamt: Quelle Erzbistum Köln/ Leitlinien zum Ehrenamtstag vom 01.10.2011
Gesellschaft und Kirche leben vom ehrenamtlichen Engagement Unsere Gesellschaft lebt davon, dass Menschen tagtäglich füreinander da sind. Kinder und Jugendliche, Frauen und Männer schenken etwas von ihren Fähigkeiten, ihrem Wissen, ihrem Können, ihrem Sachverstand, ihrer Herzlichkeit, ihrer Zeit.
Sie tun dies freiwillig und leisten so einen wesentlichen Beitrag zu einer Kultur der Menschlichkeit in der Gesellschaft. Zum Wesen der Kirche als Gemeinschaft (communio) gehört es, dass ihre Mitglieder sich täglich füreinander und für andere – Nächste und Fernste -einsetzen. Solcher Einsatz für andere ist Ausdruck praktizierter Nächstenliebe; er entspricht der Botschaft und dem Handeln Jesu, der ganz für andere da war. Er gibt Zeugnis von Hoffnung und Glauben und gibt ihr in all ihren Erscheinungsformen ein Gesicht.
Für viele Menschen gehört es zum ehrenamtlichen Engagement, dass es Freude bereitet und Sinn stiftet. Diese Freude hat ihren Ursprung darin, dass der Mensch mit seinen Fähigkeiten und Talenten im Einsatz für andere auch ganz bei sich ist. In diesem Sinne entdeckt und lebt er - christlich gesprochen - seine Berufung, er entfaltet seine Geistesgaben und wird so zur Mitarbeiterin und zum Mitarbeiter Gottes - zum Segen und Nutzen anderer. Sich organisieren – sich in der Kirche engagieren.
Damit die Kirche in der Gesellschaft wirksam bleibt, ist die Mitarbeit vieler Ehrenamtlicher erwünscht und notwendig. Zur ehrenamtlichen Arbeit gehört es, dass Menschen bestimmte Ziele verfolgen und sich dazu organisieren. Sehr viele Menschen, meist Getaufte und Gefirmte, engagieren sich im Rahmen der verfassten Kirche. Unbeschadet der besonderen Aufgaben und Verantwortung der Ämter in der Kirche haben alle Glaubenden so Anteil am Priestertum Jesu Christi und der Sendung der Kirche. Die Mitwirkung an der Sendung der Kirche geschieht auf vielgestaltige Weise. An erster Stelle steht das persönliche Bemühen um ein Leben aus dem Glauben im eigenen Umfeld von Familie, Beruf und Freundeskreis. Sodann wird diese Mitwirkung an der Sendung der Kirche auch durch ehrenamtliches Engagement verwirklicht unter Leitung des kirchlichen Amtes bei Wahrung der satzungsgemäßen Eigenständigkeit der Räte, Verbände, Vereine und Einrichtungen. Allerdings setzen einige ehrenamtliche Dienste und Wahlämter die vollen Mitgliedschaftsrechte in der Kirche voraus, andere sind offen für alle am kirchlichen Leben Interessierten.
Haltungen
Die Kirche ist lebendig durch das Engagement von Kindern und Jugendlichen, Frauen und Männern. Alle wirken Kraft ihrer Taufe und Firmung – die meisten ehrenamtlich. Einige stehen aufgrund des Weihesakraments in besonderer Leitungsverantwortung; viele arbeiten im Rahmen verschiedener Berufe in der Kirche mit. Allen ist gemeinsam, dass sie in ihren jeweiligen Handlungsfeldern aufeinander angewiesen sind. Für ihr Miteinander ist gegenseitige Wertschätzung konstitutiv.
Ziel: Alle beruflich in der Kirche Tätigen wertschätzen das ehrenamtliche Engagement von Kindern und Jugendlichen, Frauen und Männern.
Herkömmlich haben sich Ehrenamtliche oft Jahrzehnte in der Kirche engagiert. Zunehmend gibt es Menschen, die sich mit ihren persönlichen und beruflichen Qualifikationen projektbezogen, eigenständig, eigenverantwortlich und zeitlich begrenzt ehrenamtlich engagieren.
Ziel: Alle in der Kirche sind neugierig und offen dafür, dass und wie Menschen sich im Rahmen der Kirche ehrenamtlich engagieren möchten. Sie wertschätzen projektbezogene, zeitlich begrenzte und eigenverantwortliche ehrenamtliche Arbeit.
Umsetzung
Das Ehrenamt in der Kirche ist „Chefsache“. Die Leitung der Kirche auf allen Ebenen ist verantwortlich für die konstruktive Gestaltung des Miteinanders von hauptamtlicher und ehrenamtlicher Tätigkeit. Zu ihrer Aufgabe gehört es, die Ehrenamtlichen zu unterstützen, zu fördern und sich entfalten zu lassen.
Ziel: Ehrenamtliche und hauptamtliche Tätigkeit in der Kirche ergänzen einander und sind aufeinander verwiesen. Die Leitung der Kirche sorgt auf allen Ebenen in ihrer besonderen Verantwortung für förderliche Rahmenbedingungen der ehrenamtlichen Arbeit.
Wer an einem Projekt oder in einem Arbeitsfeld mitarbeitet, tut dies in aller Regel verantwortlich und ist beteiligt an Entscheidungen über Ziele und Perspektiven sowie deren konkrete Umsetzung oder Ausgestaltung. Die Leitung der Kirche ist auf allen Ebenen verantwortlich für die Partizipation ehrenamtlich Engagierter.
Ziel: Ehrenamtliche Arbeit in der Kirche ist verantwortliche Mitwirkung, Beteiligung an Entscheidungen und wird wertgeschätzt.
Verantwortliche Personen gewährleisten gemäß ihren Möglichkeiten:
- adäquate Partizipation der Ehrenamtlichen
- rechtliche Absicherung (etwa Haftpflicht- und Unfallversicherung) der Ehrenamtlichen,
- Zugriff der Ehrenamtlichen auf den die Infrastruktur der Kirche (Räume, Geräte, Materialien)
- weitgehende Geschlechtergerechtigkeit
- finanzielle Ressourcen für ehrenamtliche Arbeit in Haushalt- und Etatplanung und Erstattung von Sachkosten im Rahmen dieser Planungen sowie Aus- und Weiterbildung
- kontinuierlichen Informationsfluss und Austausch zwischen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen
Darüber hinaus entwickeln und fördern sie:
- Standards zur Gewinnung, Einführung, fachlichen und geistlichen Begleitung, Weiterbildung von Ehrenamtliche, Verabschiedung ausscheidender Ehrenamtlicher
- eine Anerkennungskultur
- Strukturen ehrenamtlicher Selbstorganisation,
- Vereinbarkeit von Beruf, Familie und ehrenamtlichem Engagement
- Konfliktmanagement, welches auf Ressourcen und Personal des Bistums zurückgreifen kann
Ziel: Die Leitung der Kirche auf allen Ebenen sorgt für eine systematische Entwicklung des Ehrenamtes. Kirchliche Angestellte können außerhalb der Arbeitszeit die Infrastruktur ihres Arbeitsplatzes in angemessener Weise für ihre ehrenamtliche Tätigkeit nutzen. Die Dienst- und Urlaubszeitzeitregelung nimmt soweit irgend möglich Rücksicht auf die Anforderungen ehrenamtlichen Engagements.
Ziel: Kirche unterstützt als Arbeitgeberin das ehrenamtliche Engagement ihrer Angestellten.
Fassung vom 13.7.2011