Wenn man erkennt, wo Hilfe nötig ist

Caritasarbeit in Holzlar im Wandel der Zeit

 

Als ich vor 13 Jahren die Caritasarbeit in der Pfarrei Christ König übernahm, war sie einfach und überschaubar: Seniorenadventsfeier, die Sammlungen der Caritas und  einige Weihnachts-Zuwendungen.

Wenn einer eine Aufgabe übernimmt, entwickelt er sie in der ihm eigenen Art weiter:  So standen bei mir in den darauffolgenden Jahren Besuche bei Menschen, die um Hilfe baten, im Vordergrund. Ich lernte die vielfältigen Aspekte menschlicher Nöte kennen, angefangen von Schwierigkeiten mit den Ämtern und dadurch verursachte finanzielle Engpässe, aber auch tiefergehende Konflikte und Ängste, bis hin zu Alkohol- und Drogenproblemen.

Und schnell entwickelte meine Arbeit ein dynamisches Eigenleben nach dem Motto „Caritas ist, wenn man erkennt, wo Hilfe nötig ist und hilft“: Begleitung zum Jobcenter, zu den Stadtwerken, wenn mal wieder der Strom abgestellt war (auch in Familien mit einem 5-Monate-alten Baby) oder auch zu Vermietern, wenn ein Rausschmiss drohte, Briefe an Inkasso-Unternehmen, Rechtsanwälte, Gerichte oder auch Schulen, finanzielle Hilfe bei Sportvereinen, Schulwanderungen (heute getragen vom Paket „Bildung und Teilhabe“ der Stadt), Jugendfahrten, Deutschkurse für Kinder mit Migrationshintergrund, Kosten für Übersetzungen von ausländischen Rentenbescheiden, Taufurkunden, Geburtsurkunden, Gespräche, wenn der Mann oder die Tochter plötzlich auf und davon ist!

Es gibt jede Menge Gesprächsbedarf, vor allem bei alleinerziehenden Müttern. Aber es ist beruhigend, dass das soziale Umfeld in der Nachbarschaft in der Regel gut auffängt. Um den Geldbeutel von Beziehern von öffentlichen Leistungen zu schonen, entstand die Idee, gute gebrauchte Kleider und nicht mehr benötigte Möbel, Geschirr usw. ab- und kostenlos weiterzugeben: die Klamottenkiste. Hierzu ist allerdings eine Organisation notwendig, die viel Zeit in Anspruch nimmt.

Der derzeitige Zustrom an Flüchtlingen aus aller Welt bringt weitere Herausforderungen für die Caritasarbeit, die alleine nicht mehr zu stemmen sind. Bisher gibt es in Holzlar nur vereinzelte Fälle, von denen einige von der „Initiative gegen Fremdenhass“ in Beuel bewundernswert betreut werden. Solche Familien müssen kleinschrittig begleitet werden. Mir ist bewusst geworden, welche Barriere Sprache bedeutet und mit welcher Unsicherheit und Angst die Menschen täglich leben, unter anderem auch, weil sie sich nicht willkommen fühlen – und das belastet mich.    

Doris Hausbrand

 

 

 

Unsere Kleiderstube "Klamottenkiste" hat ihre Arbeit aufgenommen

 

Alles wichtige in dieser Übersicht

 

 

 

CARITAS-Kreis Christ König, Holzlar

 HausbrandDoris

Vorsitz: Doris Hausbrand, Tel.: 0228 481915

 

Weitere Mitglieder des Caritas-Kreises sind
Regina Baumann,
Renate Clarenbach,
Doris Hausbrand,
Jutta Hinrichs,
Ursula Kolbe-Boch,
Marianne Mersmann,

Anna Reifers,

Felizitas Rinke,

Aloise Theißen,
Irma Wespel-Spang.

Weiterhin sind Frau Steffen-Zündorf vom Caritasverband
für die Stadt Bonn und Pater Thomas Mitglieder des Caritas-Kreises.

 

 CaritaskreisCK


Der Caritas-Kreis kommt mehrmals im Jahr zusammen, um über neue Problemfälle zu sprechen, Bedarf für Gemeindehilfe festzustellen, die Umsetzung von Anregungen aus der Gemeinde zu erörtern und Gedanken hinsichtlich durchgeführter Aktionen auszutauschen. In dem letzten und wichtigsten Treffen des Jahres Anfang November wird besprochen, welche Gemeindemitglieder in finanzieller Notlage zu Weihnachten eine Zuwendung von der Pfarrei erhalten. Mitglieder des Caritas-Kreises besuchen dann im Dezember die Betreffenden und überbringen dieses 'Christkindl'. 

Eine weitere unterstützende Aktion zu Weihnachten ist die Aktion "Kindern Freude schenken" - eine Geschenkaktion für Kinder aus finanzschwachen Familien von 0 bis 10 Jahren.

Zum Pfarrfest Christ König werden die uns bekannten Gemeindemitglieder mit schmalem Geldbeutel mit einem Gutschein eingeladen, damit sie auch am Leben der Pfarrei aktiv teilhaben können.



Wir bieten:

- Offenes Angebot für alle Ratsuchenden und bei Gesprächsbedarf vor Ort in der Pfarrei

- Enge Zusammenarbeit mit der Sozialberatung des Caritasverbandes für die Stadt Bonn

- Hausbesuche

- Vermittlung von Hilfen aller Art

- Vermittlung von Möbeln, Geschirr und Haushaltsgeräten

- Bei Bedarf: Begleitung bei Behördengängen

- Deutschkurse für Kinder mit Migrationshintergrund an der GGS „Om Berg“

- Deutschkonversation für Ausländerinnen

 

Weitere Angebote der Pfarrcaritas

-"Klamottenkiste Christ König" (gebrauchte Kleidung für Klein und Groß - und andere nützliche Dinge), jeden 2. und 4. Dienstag von 16.00 bis 18.00 Uhr im Untergeschoss des Pfarrheims Christ König

-"Café Treffpunkt" für alle, die gerne Kaffee trinken, sich unterhalten und Spaß an Gesellschaftsspielen haben jeden dritten Freitag im Monat von 15.00 bis 18.00 Uhr, Frauenraum im Pfarrheim

Woher kommt das Geld?

Zweimal im Jahr werden Haussammlungen durchgeführt, um damit die finanzielle Grundlage für die caritativen Tätigkeiten der Pfarrcaritas zu schaffen. So gehen 22 eifrige Sammlerinnen Ende Mai/Anfang Juni und Ende November/Anfang Dezember von Tür zu Tür und bitten um eine Spende, unter ihnen auch 6 Mitglieder des Caritas-Kreises. Alle Sammlerinnen treffen sich einmal im Jahr zu Gesprächen und Erfahrungsaustausch im Mai bei Kaffee und Kuchen. Auch zum zwanglosen Kennenlernen ist dieser Nachmittag gedacht, da auf Grund von alters- und krankheitsbedingten Ausfällen neue Mitstreiterinnen gesucht werden müssen und sich längst nicht alle 26 untereinander kennen. Das derzeitige Durchschnittsalter der Damen ist 61 Jahre. Wir können immer neue selbstbewußte, wagemutige und offene Frischluftfanatikerinnen (oder auch Frischluftfanatiker - warum machen eigentlich nur die Frauen mit ???) gebrauchen. Wenn Sie ein(e) solche(r) sind und zweimal im Jahr etwas Zeit für eine interessante (wenn auch manchmal anstrengende) Tätigkeit aufbringen können und dabei nette Gespräche mit den unterschiedlichsten Menschen führen wollen, dann melden Sie sich doch bitte bei Doris Hausbrand.