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Katholische Pfarrkirche Hl. Kreuz, Weilerswist-Vernich, Trierer Straße 54


Hl. Kreuz, VernichLage

Auf halbem Weg zwischen Köln und Bad Münstereifel, zwischen Brühl und Euskirchen, liegt Vernich. Es erscheint urkundlich erstmals 1145 als "Vaevernich". Die breite Erftniederung trennt die Ortsteile Groß-Vernich am östlichen Steilufer und Klein-Vernich mit Horchheim auf der westlichen Seite. Bis zur Jahresmitte 1969 war Vernich eine rechtlich selbstständige Gemeinde, dann ist es bei der Gemeindereform in der neuen Gemeinde Weilerswist aufgegangen. Die heutige Pfarrgemeinde umfasst ungefähr 2.000 Katholiken und bildet seit 2009 mit den Pfarreien Weilerswist, Lommersum und Metternich-Müggenhausen eine Pfarreiengemeinschaft.

Geschichte

Seit dem Mittelalter gab es in Vernich die St.-Nikolaus-Kapelle als Filialkirche von St. Mauritius in Weilerswist. Sie ist erstmals erwähnt um 1308 im Liber valoris und dann wieder in der Urkunde von 1342, mit welcher der Edelherr Hermann von Vernich aus dem Geschlecht von Tomberg-Müllenark die Herrschaft Vernich dem Markgrafen von Jülich zum Lehen gab. Um 1510 hat der Groß-Vernicher Burgherr Reinhart Brent von Vernich der Kapelle für seine Grablege einen Chor anfügen lasssen. Als die Burgherrenfamilie von Orsbeck anderthalb Jahrhunderte später für die beiden ältesten Söhne Damian Emmerich und Johann Hugo eine Pfarrpfründe begründen wollte, betrieb sie die Erhebung der Kapelle zur Pfarrkirche für den Ortsteil Groß-Vernich. Sie erfolgte zu Pfingsten 1658 unter Zuweisung der neuen Pfarrei an das Landdekanat Zülpich; die beiden anderen Ortsteile verblieben bei Weilerswist in der Ahrgauer Christianität bis 1808.

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts erwies sich immer mehr, dass das alte St.-Nikolaus-Kirchlein weder unter baulichen noch seelsorgerischen Gesichtspunkten den Anforderungen entsprach. So wandten sich die Vernicher an ihren Burg- und Dorfherrn um Hilfe, an Johann Hugo Freiherr von Orsbeck, Kurfürst und Erzbischof von Trier. Er stellte 1710 die Gelder für den Neubau einer Kirche zur Verfügung. Aber er erlebte den Neubau nicht mehr; er verstarb am 6. Januar 1711. Sein Neffe und Erbe in Vernich, Karl Kaspar Freiherr von Metternich-Müllenark, ließ 1722 das Kirchlein niederlegen und das jetzige Bauwerk an gleicher Stelle beginnen. Ein anderer Neffe, der Trierer Domkapitular Johann Sigismund Otto Freiherr Quadt von Buschfeld, legte am 23. Juni 1722 den Grundstein am Chor der Kirche. Das Gotteshaus wurde Ende April 1725 in Benutzung genommen und am 28. September 1732 auf den Titel "Unbefleckte Empfängnis der Allerseligsten Jungfrau Maria" konsekriert. Nachweislich seit 1857 erscheint als Titel der Kirche "Kreuzauffindung", und nach der Streichung dieses Festes aus dem kirchlichen Kalender "Heilig Kreuz". Grund hierfür ist: Die Kirche besitzt ein bedeutendes Werk europäischer Kunst, ein hölzernes Albertus-Magnus-Kruzifixus von 1248. Dieses monumentale Meisterwerk aus frühgotischer Zeit ist kunst-historisch nur mit wenigen Großkreuzen vergleichbar.


Hl Kreuz, Vernich, Blick auf die AltäreFotos: Bernd WerresWeitere Ausführungen zur Baugeschichte, Baubeschreibung, Inneneinrichtung und Ausstattung finden Sie im Kirchenführer "Katholische Pfarrkirche Weilerswist-Vernich", der am Schriftenstand in der Kirche gegen eine Gebühr von 1,50 € erhältlich ist. Wenn Sie uns Briefmarken im Wert von 2,50 €  zusenden, erhalten Sie den Kirchenführer per Post.

Herausgeber des Kirchenführers:
Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz
Ottoplatz 2, 5069 Köln
Rheinische Kunststätten, Heft 325, 1987
 

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