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Grußwort von Kardinal Joachim Meisner zum 100jährigen Kirchenjubiläum

  meisner

Liebe Pfarrangehörige und Freunde der Gemeinde St. Engelbert!

Einhundert Jahre sind vergangen, seitdem Mangenberg mit der Kirche St. Engelbert ein eigenes Gotteshaus erhielt.
An diesem Jubiläum nehme ich als Erzbischof von Köln gerne Anteil.
 
Die Geschichte der Pfarrgemeinde Mangenberg beginnt 1905 mit dem Abhalten von sonntäglichen Gottesdiensten in einem Schulzimmer. Bereits ein Jahr später wurde nicht nur St. Engelbert erbaut, sondern auch das Rektorat errichtet. Der erste Rektor, Hermann Josef Zilligen, war gleichzeitig für das ebenfalls neu errichtete Rektorat Merscheid zuständig. Seit 1913 erhielt dann der Mangenberger Seelsorgebezirk mit Kornelius Koenen einen eigenen Geistlichen, den mein Vorgänger Joseph Kardinal Schulte 1922 zum Pfarrer ernannte.  
Damals wurde das Rektorat zur eigenständigen Pfarrgemeinde erhoben und damit endgültig von der Mutterpfarrei Wald abgetrennt.Aus heutiger Sicht mag man staunend das rasche Entstehen kirchlicher Strukturen betrachten.
 
Doch während vor hundert Jahren Aufbauwille, Optimismus und Wachstum das kirchliche Leben prägten, müssen wir heute die Tatsache akzeptieren, dass immer mehr Menschen meinen, ihr Leben ohne Gott und ohne die Kirche führen zu können. Die gesellschaftlichen und kirchlichen Realitäten zwingen uns, das Wesentliche des Glaubens in den Blick zu nehmen und auf manche liebgewordene Einrichtung zu verzichten. Ihre Pfarrgemeinde bildet schon seit einiger Zeit zusammen mit
St. Clemens, St. Michael und St. Mariä Himmelfahrt den Pfarrverband „Solingen-Mitte / Nord“.
Sicherlich ist der damit beschrittene Weg der Zusammenarbeit nicht immer leicht, doch möchte ich Sie an Ihrem Jubiläum ausdrücklich ermutigen, in diesem Sinne fortzufahren.
Wir alle tragen die Verantwortung dafür, dass unser Glaube auch künftig lebendig bleibt – in den Familien, in den Vereinen und Gruppierungen, in der ganzen Lebensgemeinschaft von Mangenberg, im Pfarrverband, in der Stadt Solingen, überall dort, wo Christen in unserer Gesellschaft leben und arbeiten.
 
In diesem Sinne sende ich Ihnen meinen bischöflichen Segen. Möge auf die Fürsprache des heiligen Engelbert, Ihres Pfarrpatrons, und aller Heiligen der Segen Gottes auf Ihnen allen ruhen!

unterschrift_meisner

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